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Zusammenarbeit statt Konfrontation / Chinesischer Botschafter Shi Mingde in Bayreuth
12. Juli 2013
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Die positive Entwicklung Chinas hat Shi Mingde, seit knapp einem Jahr Botschafter der Volksrepublik in Berlin, als großen Beitrag für Frieden und Stabilität in der Welt bezeichnet. Bei seinem Besuch am Donnerstagabend in Bayreuth nannte Shi Mingde die Globalisierung als unausweichlich. Wer sich ihr stellt, werde davon profitieren, wer ihr hinterherläuft werde von der Zeit überholt werden.


Geschäftsführer Rudolf Brendel und der geschäftsführende Gesellschafter von Baier und Köppel in Pegnitz Bernhard Köppel trafen in Bayreuth den chinesischen Botschafter Shi Mingde und den Parlamentarischen Staatssekretär Hartmut Koschyk (von links).


Botschafter Shi Mingde verteidigte die Haltung seines Landes im Handelskonflikt mit der EU-Kommission, die wegen der Einfuhr von Solaranlagen Strafzölle gegen China verhängt hatte. Das ist nicht die Art und Weise, wie man unter Partnern miteinander umgeht, sagte der Botschafter. Damit werde ein falsches politisches Signal gesetzt. Zusammenarbeit sei besser als Konfrontation und Protektionismus. Shi Mingde gab auch zu bedenken, dass 18 Mitgliedsstaaten gegen die Strafzölle gewesen seien, fünf Staaten haben sich enthalten und nur vier waren dafür. „Wenn die EU auf Konfrontationskurs geht, könnten auch andere Länder in Mitleidenschaft gezogen werden“, warnte der Botschafter.


Sonst fand er lobende Worte für Deutschland, das eines der größten Handelspartner seines Landes sei. Nach den Worten des Botschafters sind derzeit über 7000 deutsche Firmen in China tätig. Die deutschen Investitionen in China hätten 2012 gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel zugenommen. Diesen Zahlen stünden rund 2000 chinesische Firmen entgegen, die sich aktuell in Deutschland vorwiegend im produzierenden Bereich engagieren.

Mit einem Anteil von 0,2 Prozent an allen ausländischen Investitionen in Deutschland stelle China für Deutschland aber keinesfalls eine Bedrohung dar, wie manche Menschen glauben: „Die chinesischen Investitionen sind ein Gewinn für beide Seiten.“
Selbstbewusst berichtete der Botschafter vom über zehnprozentigen Wirtschaftswachstum pro Jahr in den zurückliegenden Jahren. China, das 15 Mal so viele Einwohner hat wie Deutschland, habe während der zurückliegenden zehn Jahre seinen Anteil am weltweiten Bruttosozialprodukt von vier auf zehn Prozent erhöht und gelte mittlerweile auch als größtes Reiseland der Welt. Shi Mingde sparte dabei aber auch einige Schattenseiten nicht aus. So lebten derzeit rund 120 Millionen Menschen in China, die mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen müssten. Als weiteres Problem nannte der Botschafter die extrem hohe Umweltbelastung in den Ballungsräumen. Auch hier sehe er Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Deutschland, denn Deutschland verfüge über den modernsten Technologiestandard.


Der chinesische Botschafter war auf Einladung des Parlamentarischen Finanzstaatssekretärs Hartmut Koschyk nach Bayreuth gekommen und hatte dabei nicht nur über die deutsche-chinesischen Beziehungen gesprochen sondern auch die Fränkische Schweiz besucht, die jüngst das Bordmagazin der Fluglinie Air China als lohnenswertes Urlaubsziel ausführlich vorgestellt hatte. Oberfranken unterhalte zahlreiche Kooperationen mit China, sagte Koschyk.
Die Universität Bayreuth verbinde beispielsweise eine enge Zusammenarbeit mit Hochschulen in China, darunter beispielsweise die Beijing Universität. Der Focus liege dabei auf den Austausch von Studenten, aber auch auf gemeinsame Forschungsvorhaben. Die chinesischen Studenten stellten außerdem eine der größten Gruppen bei den ausländischen Studenten in Bayreuth. Intensive Kontakte gebe es aber auch im Bereich der beruflichen Bildung. So hätten seit 2005 bereits 140 chinesische Studenten im Bayreuther Berufsbildungs- und Technologiezentrum eine Ausbildung zum Kfz-Service-Techniker absolviert. Sehr erfolgreiche seien nicht zuletzt mehrere mittelständische Unternehmen, unter anderem der Pegnitzer Präzisionsapparatehersteller Baier und Köppel (BEKA).

Parlamentarischer Staatssekretär Hartmut Koschyk MdB, S. E. Botschafter Shi Mingde mit seiner Gattin Xu Jinghua und Hans-Hubertus Esser (Vorsitzender des Kunstvereins Bayreuth e. V. – 2. v. r.)

Parlamentarischer Staatssekretär Hartmut Koschyk MdB, S. E. Botschafter Shi Mingde mit seiner Gattin Xu Jinghua und Peter Jacobi (Präsident desFränkischen Sängerbundes – 2. v. r.)

Parlamentarischer Staatssekretär Hartmut Koschyk MdB, S. E. Botschafter Shi Mingde mit seiner Gattin Xu Jinghua und Bezirksrat Dr. Michael Hohl (2. v. l.) sowie Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Specht (rechts.)

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