01 Jun

Koschyk: Die E-Bilanz – Finanzverwaltung geht zukunftsorientiert und maßvoll vor


Unter dem Motto „Elektronik statt Papier“ hat sich der Gesetzgeber schon im Jahr 2008 durch das Steuerbürokratieabbaugesetz das Ziel gesetzt, bürokratische Lasten abzubauen sowie Ver-fahrenserleichterungen bei der Steuererhebung zu schaffen. Bisher papierbasierte Verfahrensabläufe werden zeitgemäß durch die elektronische Kommunikation zwischen Unternehmen und Finanzverwaltung ersetzt; Steuererklärungen einschließlich der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sollen ohne Brüche der verwendeten Medien elektronisch übermittelt werden können. In diesem Konzept ist die E-Bilanz als ein grundlegender Baustein zu sehen, der die einzelnen Stufen des steuerlichen Erklärungs- und Besteuerungsprozesses organisationsübergreifend und automationsgestützt miteinander verbindet. Diese Verbindung hilft, das Verwaltungshandeln evolutionär, moderner, leistungsfähiger und effizienter zu gestalten. Durch die Standardisierung der Arbeitsabläufe der steuerlichen Gewinnermittlung bei gleichzeitig umfassender IT-Unterstützung wird eine zeitnahe und qualitativ hochwertige Rechtsanwendung sichergestellt. Damit ist die E-Bilanz auch unverzichtbare Voraussetzung für das Institut der zeitnahen Betriebsprüfung.

Im Verfahren zur erstmaligen Anwendung der E-Bilanz hat die Finanzverwaltung größten Wert auf Transparenz und Mitwirkung aller Beteiligten gesetzt. Auf Anregung der Unternehmen ist im ersten Halbjahr 2011 eine Pilotphase durchgeführt worden, an der Unternehmen aller Rechtsformen und aller Größenklassen teilgenommen haben. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass die elektronische Übermittlung von Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen in der vorgesehenen Weise gut möglich ist. Die praktischen Erkenntnisse aus der Pilotphase sind in die im Herbst 2011 veröffentlichte Datensatzbeschreibung, der sogenannten „Taxonomie“ eingeflossen. Dies wird dem Standardisierungsbedürfnis und den qualitativen Anforderungen der Verwaltung gerecht und belässt den Unternehmen gleichzeitig die notwendige Flexibilität in der betriebsindividuellen Anwendung. weiterlesen


Geschrieben von Thomas Konhäuser am 01. Jun 2012
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