Für die Region
Zapf auf neuen Gleisen unterwegs
10. September 2009
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Fertiggaragen sollen künftig wieder mit der Bahn transportiert werden – Wiederaufnahme des Güterverkehrs als Anstoß für Ausbau der Fichtelgebirgsbahn

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Görschnitz. Auf dem Werksgelände des Garagenherstellers Zapf in Görschnitz bei Weidenberg, wenige Kilometer nordwestlich der Bayreuther Stadtgrenze, werden schon bald wieder regelmäßig Güterzüge rollen. Das Unternehmen will seine Gleisanlagen in Weidenberg neu beleben, erklärte Geschäftsführer Remy Schmitt am Donnerstag beim Start eines ersten Zuges mit 20 Fertiggaragen in Richtung Österreich. Zuletzt waren die Gleisanlagen vor acht Jahren genutzt worden, danach war der Zugverkehr auf der gesamten Strecke stillgelegt, ehe der Landkreis Bayreuth die Nebenstrecke bis Weidenberg vor knapp drei Jahren wieder in Betrieb nahm.

Zapf Hauptgesellschafter Olivier Mitterrand, eine Neffe des früheren französischen Staatspräsidenten Francois Mitterrand, nannte die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs einen Meilenstein für die Zukunftssicherung des Weidenberger Produktionsbetriebes. Die Strecke sei fester Bestandteil des Zieles, aus Weidenberg einen der leistungsfähigsten Produktionsbetriebe der deutschen Fertigbauindustrie zu machen. Mitterrand: „In Weidenberg schlägt das Herz von Zapf.“

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Zapf setzt wieder auf die Bahn: Die ersten in Görschnitz bei Weidenberg produzierten Fertiggaragen wurden am Donnerstag auf die Schienen gesetzt um in Richtung Österreich transportiert zu werden.

Der mit einem Kostenaufwand von rund 30000 Euro wieder belebte Gleisanschluss stammt nach den Worten von Geschäftsführer Schmitt aus dem Jahr 1971 und ist 30 Jahre lang regelmäßig genutzt worden. Mit der Stilllegung der Bahnlinie sei das Unternehmen gezwungen gewesen, sämtliche Fertiggaragen und auch die in Görschnitz produzierten Fertigteile für Häuser mit LKWs zu transportieren. Bei einem Transportweg von über 300 bis 400 Kilometer sei dies derzeit aber wegen immens gestiegener Kosten etwa durch die LKW-Maut kaum noch wirtschaftlich. Hinzu kämen Tagesfahrsperren und die Senkung des maximal zulässigen Gesamtgewichts von 54 auf 44 Tonnen. Dem Geschäftsführer zufolge plant Zapf für die Zukunft den Aufbau mehrerer Logistik-Zentren im In- und Ausland. Sie sollen künftig als Zwischenlager dienen, von dem aus die Garagen dann zu den Baustellen geliefert werden.
Ein gutes Schienennetz im ländlichen Raum trage zu einer Sicherung des Wirtschaftsstandorts in unserer Region bei, sagte der parlamentarische CSU-Landesgruppengeschäftsführer und Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk. Er sprach sich auch für einen durchgängige Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale aus, so wie es die Städte Bayreuth, Hof, Zwickau und Chemnitz im Verbund des Bayerisch-Sächsischen Städtenetzes fordern. Die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale zwischen Reichenbach und Hof nannte Koschyk einen ersten wichtigen Schritt, um die Vorgaben des Bundesverkehrswegeplanes einzuhalten und die Elektrifizierung auf der gesamten Strecke zwischen Reichenbach und Nürnberg umzusetzen. Nun sei die Deutsche Bahn gefordert, weitere Anstrengungen zu unternehmen. Daneben befürwortete Koschyk die gegenwärtig anlaufende Überprüfung, die Fichtelgebirgsbahn wieder bis nach Warmensteinach zu aktivieren.

Dafür soll mit der Wiederaufnahme des Güterverkehrs eine Signalwirkung ausgehen, sagte Gerhardt Curth von der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE). Derzeit werde jedenfalls intensiv die Finanzierbarkeit geprüft, so Landrat Hermann Hübner. Weidenbergs Bürgermeister Hans Wittauer appellierte an Wirtschaft und Politik hart an diesem Ziel zu arbeiten, damit die Fichtelgebirgsbahn eines Tages wieder bis nach Warmensteinach fahren könne.
Das 1904 gegründete Bayreuther Traditionsunternehmen Zapf hatte der letzte Eigentümer Werner Zapf 2003 verkauft. Seitdem hält die französische Les Nouveaux Constructeurs SA Paris (LNC) mit Olivier Mitterrand an der Spitze 50 Prozent der Anteile, den Rest teilen sich die Finanzinvestoren Goldman Sachs und Deutsche Bank London.

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Acht Jahre, nachdem der letzte Güterzug das Zapf-Werk in Görschnitz bei Bayreuth verlassen hatte rollen nun wieder Züge mit Fertiggaragen.

In seiner Rede nahm MdB Koschyk auch auf den erhofften Großauftrag der Firma Zapf für den Bau von 300 Soldatenwohnungen in Grafenwöhr Bezug. Bei einem gemeinsamen Treffen zwischen dem Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, dem Neustädter Landrat Simon Wittmann, dem Insolvenzverwalter Schwartz und dem 2. Bürgermeister von Grafenwöhr, Udo Greim, forderte der stellvertretender Vorsitzende im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie und Vorsitzende des sogenannten „Finanzmarktgremiums“, Albert Rupprecht (CSU), von Finanzminister Steinbrück Unterstützung für das Projekt „Hütten am See“. MdB Koschyk hatte den Finanzminister bereits zuvor schriftlich aufgefordert, eine hälftige Übernahme der Kosten einer Mietgarantie durch den Bund zu befürworten. Damit wäre für die Firma Zapf die Vorraussetzung für den erhofften Großauftrag geschaffen.

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