07
Jul
Die Situation deutscher Soldaten in Afghanistan verschärft sich: Immer öfter werden sie in Gefechte mit Terroristen verwickelt. Der Bundeswehreinsatz spaltet das politische Lager. Hartmut Koschyk (CSU) hat ihn als Bundestagsabgeordneter mit veranlasst. Im Interview mit dem Redaktionsmitglied Anna Ihl, das am 7.7.2009 im Nordbayerischen Kurier erschienen ist, schildert er seine Sicht auf die Dinge.
Auszug aus dem Interview mit Anna Ihl:
Frage: Mit dem jüngsten Vorfall in der nordafghanischen Region Kundus sind beim Einsatz am Hindukusch mittlerweile 35 deutsche Soldaten ums Leben gekommen. Befindet sich Deutschland in Afghanistan im Krieg?
Koschyk: Nein, Deutschland befindet sich nicht im Krieg. Deutschland arbeitet, im Rahmen des Einsatzes der International Security Assistance Force (ISAF), also im Auftrag der Vereinten Nationen, mit der gewählten Regierung von Afghanistan zusammen, mit dem Ziel, dort Sicherheit und Stabilität zu schaffen. Dabei wird erfolgreich das Konzept der vernetzten Sicherheit umgesetzt, das zivilen Wiederaufbau und militärische Sicherheit verbindet. Beispiele für Wiederaufbauprojekte sind der Bau von Brücken oder Dorfschulen. Alleine Deutschland wird bis 2010 über eine Milliarde Euro ausschließlich für den zivilen Wiederaufbau in Afghanistan bereitstellen. Deutsche Soldaten werden zwar in Kampfhandlungen mit Terroristen verwickelt. Dies rechtfertigt aber nicht, von einem Krieg zu sprechen. weiterlesen