Auf Grund der Ereignisse in Japan und die Entscheidungen der Bundesregierung zur Energiewende, hat die Arbeitsgruppe Wirtschaft ihr Augenmerk der Beratungen auf das Thema Energie gelegt.
In Deutschland ist im März die so genannte „Energiewende“ eingeleitet worden, welche die Eckdaten für ein Umschwenken von „traditionellen“ Energiequellen hin zu Formen der regenerativen Energien festgelegt hat. Deutschland nimmt hierbei weltweit eine Vorreiterrolle ein, wobei die Umsetzung und die daraus resultierenden Folgen für die Wirtschaft noch mehr als ungewiss sind. In Deutschland wird zur Zeit besonders stark in regenerative Energien investiert, da viele den Steuervorteil, welchen der Staat bietet ausnutzen. So lassen sich bei einem durchschnittlichen Steuersatz von 40%, ca. 20% von der Steuer absetzen. Zusätzlich wird regenerative Energie in Deutschland stark subventioniert. Das Geld hierfür wird aus den hohen Steuern für „traditionelle“ Energieformen (Erdöl, Gas, etc.) bezogen.
In Korea hingegen ist die Situation eine annähernd gegensätzliche. Hier wird weiter auf Atomenergie gesetzt, da es eine günstige Form der Energiegewinnung ist und die Gefahr einer Reaktorkatastrophe, durch den Neubau von 14 Reaktoranlagen im nahegelegenen China ohnehin gegeben ist. Aber auch in Korea spielt der Klimaschutz eine Rolle. So gehört Korea zu dem ganz kleinen Kreis von Staaten, die bereits einen Emissionshandel eingeführt haben. Anders als Deutschland hat Korea aber noch ein immenses Potential die Energiepreise zu erhöhen bzw. den Energieverbrauch pro Kopf stark zu senken. So hat Korea 40% niedrigere Energiepreise als z.B. Japan und folglich einen deutlich höheren pro Kopf Verbrauch. Einen niedrigeren Verbrauch würde man auf der einen Seite durch technische Innovation (z.B. Wärmedämmung bei Häusern), auf der anderen Seite vor allem durch ein umdenken der Koreanischen Bevölkerung erreichen. Anders als in Deutschland spielen Energieeinsparungsmöglichkeiten in Korea eher eine untergeordnete Rolle. Dies zeigt sich auch, dass es keinen Wettbewerb in diesem Bereich gibt.
Zusammenfassend sehen beide Länder ein Potential der Zusammenarbeit in dem Bereich „intelligente Netze“, welche in der Lage sein müssen den Energieverbrauch vorauszusagen und die prognostizierte Energiemenge entsprechend zur Verfügung zu stellen, ohne dass es zu Engpässen in den Spitzen kommt. Außerdem ist die weitere Forschung in der Energiespeicherung für beide Länder unerlässlich, aber aus völlig unterschiedlichen Gründen. Während Deutschland aufgrund ihrer regenerativen Energiequellen und deren Ausbau die Möglichkeiten der Energiespeicherung benötigt (Es muss auch Energie zur Verfügung stehen, wenn die Sonne nicht scheint), ist für Korea, als autarker Energieversorger die Energiespeicherung wichtig, um die Schwankungen beim Energieverbrauch durch gespeicherte Energiereserven auszugleichen. Auch hier bietet sich die verstärkte Zusammenarbeit also an.
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