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Blick auf Tod und Leben zugleich – Nachbildung des Kreuzes aus dem Würzburger Neumünster im Goldkronacher Schloss geweiht
11. Februar 2010
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Goldkronach Kreuzesweihe 3

Goldkronach – Eine außergewöhnliche Kreuzesdarstellung hat im Veranstaltungssaal des Schlosses Goldkronach einen würdigen Platz erhalten. Es handelt es sich um eine Nachbildung des Kreuzes aus dem Würzburger Neumünster, die von dem Bindlacher Holzbildhauer Julian Bittermann und dem Goldkronacher Kirchenmaler Volker Wunderlich gefertigt wurde. Initiator ist der Hausherr, der parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk, die Wahl für die Darstellung des Kreuzes aus dem Würzburger Neumünster geht auf den ehemaligen Regionaldekan Günter Hübner zurück.

Goldkronach Kreuzesweihe 2

Das Besondere an dem Kreuz sind die nach vorne umschlingenden, übergroßen Hände Jesu Christi sowie dessen weit geöffneten Augen. Die Hände laden den Menschen ein und nehmen ihn gleichsam in die Arme, erläuterte der Würzburger Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen bei der Weihe durch die beiden Goldkronacher Geistlichen Markus Flasinski und Hans-Georg Taxis. „In einer Zeit des um sich greifenden Alleinseins brauchen wir jemanden, der uns in die Arme nimmt“, so Lenssen. In den überdimensionalen Händen stecke die theologische und seelsorgerische Aussage der Sorge um die Menschen und der Tatsache, dass jemand da sei, der den Menschen hält. Die weit aufgerissenen Augen stellen nach den Worten des Domkapitulars ein Symbol des Gegenübers von Tod und Leben dar. Der Betrachter blicke auf den Tod und das Leben zugleich. Dieser Bildtypus sei lange Zeit weit verbreitet gewesen.

Goldkronach Kreuzesweihe 4

Das Originalkreuz im Würzburger Neumünster war vermutlich um das Jahr 1350 entstanden. Wer es schuf, war bis heute nicht zu klären. Über Jahrhunderte hatte das Original seinen Platz im Mittelschiff, später in der nördlichen Rotunde. Erst seit Kriegsende schwebt die Darstellung gleichsam vor dem Altar. Im Original misst der Korpus eine Höhe von 2,20 Meter, die Goldkronacher Nachbildung ist um einiges kleiner.
Regionalbischof und Oberkirchenrat Christian Schmidt vom Kirchenkreis Ansbach-Würzburg bezeichnete das Kreuz als Grundsymbol des Glaubens, kein anderes Symbol stehe derart für das Christentum. Deshalb sei es auch so wichtig, dass das Kreuz in Krankenhäusern, Schulen oder Rathäusern sichtbar bleibt, da es dabei auch um die größte Quelle der Kraft und Liebe geht. Musikalisch umrahmt wurde die Kreuzesweihe vom früheren Pegnitzer Kirchenmusikdirektor Roland Weiss.

 Goldkronach Kreuzesweihe 1

Oberkirchenrat Christian Schmidt, der Kirchenmaler Volker Wunderlich, Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, Holzbildhauer Julian Bittermann und das Ehepaar Gudrun und Hartmut Koschyk (von links) freuen sich über die repräsentative Kreuzesdarstellung, die künftig den Veranstaltungssaal des Goldkronacher Schlosses schmückt.

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