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Brennholzvermarktung wird für die WBV immer wichtiger – Finanzstaatssekretär Koschyk bei Waldbauernvereinigung in Bayreuth
18. Februar 2013
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Finanzstaatssekretär Koschyk gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden der Waldbauernvereinigung Bayreuth, Hans Schirmer und  dem Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Bayreuth, Kreisobmann Karl Lappe

Bayreuth. 2012 war ein ruhiges Waldjahr ohne Kalamitäten, dafür aber mit großer Nachfrage nach Holz und stabilen Preisen. Hans Schirmer aus Euben, Vorsitzender der Waldbauernvereinigung Bayreuth, nannte es deshalb auch verwunderlich, dass die Einschlagsbereitschaft der Waldbauern nicht höher ist. „Das Waldsparbuch ist zwar in aller Munde, doch wenn der Sturm kommt wird es zum Risikopapier“, sagte Schirmer bei der Jahresversammlung in Bayreuth.

Die Zahl der 2012 durch die Waldbauernvereinigung vermarkteten Festmeter Holz bezifferte BBV-Kreisobmann Karl Lappe in seiner Funktion als WBV-Geschäftsführer auf knapp 16100. Diese Zahl entspreche über 640 Lkw-Ladungen Holz. Zwar habe die Zahl deutlich unter der des Jahres 2011 mit 20500 Festmeter, doch auch genauso deutlich über der des Jahres 2010 mit 12100 Festmetern gelegen. Während die Zahl der Mitglieder um 41 auf 1346 zugenommen habe, war die Waldfläche um 70 Hektar auf 7055 angestiegen. Immer interessanter werde auch für die WBV Bayreuth die Vermarktung von Brennholz, da nach den Worten des Geschäftsführers mittlerweile jeder dritte Haushalt Holz verfeuert. Für die WBV konnte Lappe in 2012 die Vermittlung von über 1700 Festmeter Brennholz vermelden.

Finanzstaatssekretär Koschyk verdeutlichete die Bedeutung der heimischen Forstwirtschaft und erklärte steuerpolische Aspekte

Die große Bedeutung der Forstwirtschaft in Deutschland stellte der Parlamentarische Finanzstaatssekretär und Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk heraus. Mit einem Jahresumsatz in Höhe von 160 Milliarden Euro und 1,2 Millionen Beschäftigten einschließlich des vor- und nachgelagerten Bereichs sei die Wald- und Forstwirtschaft ein großer Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Als oberstes Ziel der Bundesregierung bezeichnete es Koschyk, eine ausgewogene und tragfähige Balance zwischen den Ansprüchen der Gesellschaft und einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung herbeizuführen.

Dazu habe die Bundesregierung nicht nur die Waldstrategie 2020 ins Leben gerufen, sondern auch die Charta für Holz aus dem Jahr 2004. Ziele der Waldstrategie seien der Klimaschutz genauso wie der Erhalt von Eigentum, die Sicherung von Arbeitsplätze sowie vor allem die Sicherung von Holz als Rohstoff sind. Als Ziel der „Charta für Holz“ bezeichnete es Koschyk, binnen zehn Jahren den Pro-Kopf-Verbrauch von Holz um 20 Prozent zu steigern. Im kommenden Jahr soll dabei Bilanz gezogen werden.

Finanstaatssekretär Hartmut Koschyk gemeinsam mit Landrat Hermann Hübner, dem Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Bayreuth, Kreisobmann Karl Lappe, dem 1. Vorsitzenden der Waldbauernvereinigung Bayreuth, Hans Schirmer, MdL Dr. Christop Rabenstein, und dem Vorsitzenden der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken, MdL Heinrich Rudrof

Deutlich machte der Staatssekretär auch, dass deutsche Forstpolitik durchaus exportfähig ist. So hätten sich im zurückliegenden Jahr in Oberfranken auf Einladung der Hans-Seidel-Stiftung hochrangiger Forstexperten aus Nord- und Süd-Korea getroffen, um über Anreizmechanismen für Wiederaufforstungsprojekte zu diskutieren. Durch die Energiekrise in Nord-Korea seien damals große Waldflächen abgeholzt worden, was unter anderem einen großen Schädlingsbefall in weiten Teilen des Landes nach sich gezogen hatte. Süd-Korea habe dagegen seine Waldverluste aufgrund der dichten Besiedlung des Landes mittlerweile fast stoppen können.

Aber auch Oberfranken weise mit 40 Prozent der Fläche einen für hiesige Verhältnisse relativ hohen Waldanteil auf, so der Bamberger Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken (FVO), Heinrich Rudroff. Mit rund 18000 Beschäftigten sei die Wald- und Forstwirtschaft auch im Regierungsbezirk von größter Bedeutung. Die FVO ist der Dachverband aller 16 Forstwirtschaftlichen Vereinigungen in Oberfranken mit zusammen über 20000 Mitgliedern. Den Wert erneuerbarer Energien habe man im Landkreis Bayreuth schon vor über 15 Jahren erkannt, so Landrat Hermann Hübner. Schon damals, lange vor der Katastrophe von Fukushima, seien hier die ersten Hackschnitzelheizwerke entstanden.

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen der WBV Bayreuth wurde der Vorsitzende Hans Schirmer aus Euben einstimmig in seinem Amt bestätigt. Neuer 2. Vorsitzender ist Herbert Opitz aus Gefrees, 3. Vorsitzender und zugleich Geschäftsführer bleibt Karl Lappe aus Mistelgau, genauso wie dessen Stellvertreter Karl Potzel aus Unterkonnersreuth. Neuer Beisitzer ist Klaus Wunderlich aus Bad Berneck, zweiter Beisitzer bleibt Fritz Popp aus Unterölschnitz.

Außerdem wurden die folgenden Mitglieder geehrt, die sich teilweise seit Jahrzehnten ehrenamtlich für die WBV Bayreuth engagiert haben: Kurt Knörl aus Mistelgau für 40 Jahre, Heinz Birner aus Gesees für 20 Jahre, Willi Hammon aus Görschnitz und Georg Rettner aus Frankenhaag für zehn Jahre sowie Harald Galster aus Stein für fünf Jahre. Aus der Vorstandschaft wurden geehrt Hans Hartmann für 35, Karl Lappe für 25 und Herbert Opitz für 20 Jahre.

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