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Brote für Bangladesh und Luther für Bildungsgerechtigkeit / Margot Käßmann bei der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche in Bayreuth
8. November 2014
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 v.l.n.r.:  Theologische Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche Axel Noack, Horst Eggers, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk und Dekan Hans Peetz 

Bayreuth. Obwohl sich bei der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche am Wochenende in Bayreuth alles um den Wechsel an der Spitze gedreht hat, stand mit Margot Käßmann eine der prominentesten Kirchenrepräsentantinnen im Mittelpunkt. Die frühere Landesbischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie jetzige Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 besuchte zunächst die Backstube von HWK-Präsident Thomas Zimmer, um mit den Konfirmanden der Stadtkirche Brote für Bangladesch zu backen, ehe sie im Arvena-Hotel mit einigen interessanten Thesen zum Thema „Reformation und Politik“  aufwartete.

Hand in Hand für eine gute Sache arbeiten, so lautete das Motto in der Backstube, auch für Margot Käßmann, die trotz der gleichzeitigen EKD-Synode in Dresden nur auf eine Stippvisite nach Bayreuth gekommen war. Zusammen mit ihren Konfirmandenhelferinnen schnupperten die 14 „Nachwuchsbäcker“ unter der Anleitung und auf Einladung des Teams der Bayreuther Traditionsbäckerei Backstubenluft. Die Brote konnten dann am Sonntag in der Spitalkirche in Bayreuth nach den Gottesdiensten gegen eine kleine Spende von den Gottesdienstbesuchern erworben werden. Da sämtliche Zutaten kostenlos durch die Bäckerei Lang zur Verfügung gestellt wurden konnte der Gesamterlös der Aktion in das Bildungsprojekt in Bangladesch fließen.

Später würdigte Margot Käßmann vor den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft den großen Beitrag des Handwerks, wenn es zum Beispiel darum  geht, Menschen nicht auszugrenzen. Das Handwerk stelle Ausbildungsplätze zur Verfügung, „auch für Jugendliche an der Kante“, wie sie es ausdrückte, und leiste damit einen großen gesellschaftlichen Beitrag. Die Reformationsbotschafterin spannte damit einen Bogen zu Martin Luther, der schon vor 500 Jahren die Fürsten aufgefordert hatte, Schulen zu gründen, und zwar für Jungen und Mädchen. Damit habe Luther schon vor einem halben Jahrtausend aktuelle Themen der Bildungsgerechtigkeit angesprochen.

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Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk und Horst Eggers

„Handwerk und Kirche gehören zusammen“, das war die Kernbotschaft von Horst Eggers während seiner gesamten Amtszeit. Einmal mehr verwies er in seiner Abschiedsrede auf die große volkswirtschaftliche Bedeutung des Handwerks. Gerade im Hinblick auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in den zurückliegenden Jahren sei es wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass in der Wirtschaftsgruppe Handwerk mit rund einer Million inhabergeführten Unternehmen und 5,3 Millionen Beschäftigten wirtschaftliches Handeln und gesellschaftliche Verantwortung eng miteinander verbunden sind.

„Handwerk und Kirche sind sehr nah am Menschen und sind insoweit Partner“, sagte Eggers. Handwerk und Kirche gehörten zusammen, weil die handwerkliche Wirtschaftsform den Ansprüchen an ein humanes, sozialverträgliches und gemeinwohlorientiertes Wirtschaften genügt. Zu wenig sei von den vielen kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben die Rede. Wenn es um wirtschaftliche Probleme geht, seien es meist die Manager der Großindustrie und die Funktionäre der Gewerkschaften, die das Wort führen und die politischen Entscheidungen maßgeblich beeinflussen.

Warum Handwerk und Kirche untrennbar zusammengehören, auf diese Frage fanden auch die zahlreichen Gratulanten viele Antworten. Der Respekt für die Schöpfung gehöre für das Handwerk untrennbar dazu, so die Bayreuther Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe. Sowohl das Handwerk als auch die Kirchen gestalteten das Leben in Oberfranken wesentlich mit, so Regierungspräsident Wilhelm Wenning.

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Hartmut Koschyk bei seinem Grußwort bei der Bundestagung der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche

Der wirtschaftliche Aufbau in den Neuen Bundesländern hänge ganz eng mit dem Wirken des Handwerks zusammen, sagte der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk am Vorabend des 25. Jahrestages des Mauerfalls. Auch der wirtschaftliche Erfolg unseres Landes sei untrennbar mit Handwerk und Mittelstand verbunden. Horst Eggers habe das Zusammenwirken von Handwerk und Kirche immer ganz besonders am Herzen gelegen, würdigte Koschyk das Lebenswerk des scheidenden Bundesvorsitzenden.

Nach zwölf Jahren an der Spitze hatte Horst Eggers sein Amt als Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche abgegeben. Bei der Bundeskonferenz wurde Dieter Vierlbeck, Geschäftsführer der Handwerkskammer für München und Oberbayern zum Nachfolger gewählt. Eggers wird in seiner Funktion als stellvertretender Bundesvorsitzender des Evangelischen Verbandes Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) noch bis zum Frühjahr 2015 aktiv bleiben.

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