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Bundesaußenminister Steinmeier: Integration von Minderheiten hat zentrale Bedeutung
10. März 2015
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Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erhält von der Hermannstädter Bürgermeisterin Astrid Fudor den symbolischen Stadtschlüssel als äußeres Zeichen der Ehrenbürger-Würde von Hermannstadt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier wurde in Hermannstadt / Sibiu in Siebenbürgen zum Ehrenbürger ernannt, wo der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis, Angehöriger der deutschen Minderheit, bis Ende 2014 Oberbürgermeister war. Zugegen war auch der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, der Bundesaußenminister Steinmeier bei seinem Besuch in Rumänien begleitete.

Bundesaußenminister Steinmeier hob bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde seine Erinnerungen an den Jahreswechsel 2006/2007 hervor, den er in Hermannstadt erlebt hatte. Zu diesem Zeitpunkt wurde Rumänien Mitglied der Europäischen Union und Hermannstadt wurde zeitgleich europäische Kulturhauptstadt. Die nahe den Südkarpaten gelegene Kreisstadt Hermannstadt / Sibiu wurde 1150 unter der ungarischen Krone von deutschen Siedlern gegründet. Sie entwickelte sich zu einer wichtigen Handelsmetropole und wurde zum politischen Zentrum der sogenannten Siebenbürger Sachsen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei seiner Grundsatz-Rede zu Fragen der Minderheiten-Politik im Thalia-Theater in Hermannstadt

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei seiner Grundsatz-Rede zu Fragen der Minderheiten-Politik im Thalia-Theater in Hermannstadt

Am Abend nahm Bundesaußenminister Steinmeier und Bundesbeauftragter Koschyk an der Festveranstaltung „25 Jahre Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien“ teil. Das Forum ist ein Zusammenschluss der deutschen Minderheiten in Rumänien. Ehemaliger Vorsitzender des Forums, das auch im Parlament vertreten ist und welches beim Reformprozess in Rumänien eine wichtige Rolle gespielt hat, ist der jetzige Präsident Klaus Johannis.

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Staatspräsident Klaus Johannis bei der Eröffnung der Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Staatspräsident Klaus Johannis bei der Eröffnung der Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien

Im Rahmen der Festveranstaltung wurde eine Ausstellung zum 25-jährigem Bestehen des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien eröffnet.

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit seinem Amtsvorgänger Dr. Christoph Bergner, der jetzt das Deutsch-Rumänische Forum leitet

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit seinem Amtsvorgänger Dr. Christoph Bergner, der jetzt das Deutsch-Rumänische Forum leitet

In seiner Rede sprach Bundesaußenminister Steinmeier von der „herausragenden Bedeutung“ der Integration von Minderheiten. „Minderheiten bereichern die Mehrheit. Sie bereichern mit Ihrer Kultur und Ihren Traditionen die rumänische Gesellschaft“, so Bundesaußenminister Steinmeier. Darüber hinaus sei die deutsche Minderheit ein „aktiver Teil des politischen Lebens in Rumänien“. In Rumänien scheine zu funktionieren, „was man sich mit Blick auf die internen Konflikte innerhalb vieler anderer Gesellschaften wünschen mag“, so Bundesaußenminister Steinmeier.

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit dem Landesvorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Dr. Paul-Jürgen Porr und siebenbürgischen Jugendlichen vor dem Thalia-Theater in Hermannstadt

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit dem Landesvorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Dr. Paul-Jürgen Porr und siebenbürgischen Jugendlichen vor dem Thalia-Theater in Hermannstadt

Für eine „deutsche Identität innerhalb rumänischer Nationalität“ stehe beispielhaft der neue Staatspräsident Klaus Johannis, der bis Ende 2014 Oberbürgermeister war. Bundesaußenminister Steinmeier zitierte Staatspräsident Johannis mit den Worten: „Ich bin rumänischer Staatsbürger, also Rumäne; und ich bin ethnisch Deutscher. Mein Deutschtum hat nichts mit der Bundesrepublik als Staat zu tun, sondern mit der Sprache und der Kultur.“ Als weitere Beispiele für die „kulturelle Schaffenskraft der eigenen Sprache“ nannte Bundesaußenminister Steimeier die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, den Romanautor Eginald Schlattner und den Musiker Peter Maffay. Bundesaußenminister Steinmeier ermutigte dazu die deutsche Sprache in Rumänien weiter zu fördern. In Rumänien gibt es nach Regierungsangaben rund 80 deutschsprachige Schulen.

Bundesbeauftragter Koschyk, Forums-Vorsitzender Porr, Staatspräsident Johannis, Außenminister Steinmeier, BdV-Präsident und Vorsitzender der Siebenbürger Sachsen Fabritius

Bundesbeauftragter Koschyk, Forums-Vorsitzender Porr, Staatspräsident Johannis, Außenminister Steinmeier, BdV-Präsident und Vorsitzender der Siebenbürger Sachsen Fabritius

In seiner Rede hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier auch dazu aufgerufen, in Deutschland mehr für die Integration von Minderheiten zu tun, deren Integration „von herausragender Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft“ sei. Er spreche dabei nicht nur über die anerkannten Minderheiten wie die Sinti und Roma, Dänen, Friesen oder Sorben, sondern auch über jene Menschen, die erst innerhalb der letzten Jahrzehnte und Jahre nach Deutschland gekommen sind. Minderheiten bereicherten die Mehrheit, so der Bundesaußenminister. Dem Umgang mit Minderheiten schrieb er politisch eine bedeutende Rolle zu. Innenpolitisch sei es bedeutsam, weil nur eine Nation, die die Vielfalt der Identitäten schütze und einbinde in der modernen Welt erfolgreich sein könne. Außenpolitisch sei es entscheidend, weil nur Staaten, die die Vielfalt innerhalb ihrer Grenzen schützten, friedlich mit anderen Nationen zusammenleben könnten, so Bundesaußenminister Steinmeier.

Bundesaußenminister Steinmeier, Bundesbeauftragter Koschyk und weitere Bundestagsabgeordnete bei der Diskussion mit deutschen Unternehmern in Rumänien

Bundesaußenminister Steinmeier, Bundesbeauftragter Koschyk und weitere Bundestagsabgeordnete bei der Diskussion mit deutschen Unternehmern in Rumänien

Den Abschluss des Besuches von Bundesaußenminister Steinmeier bildete ein Abendessen mit Mitgliedern der deutsch-rumänischen Parlamentariergruppe sowie mit deutschen Wirtschaftsvertretern.

Deutsche Unternehmer in Rumänien  in der Diskussion mit für Rumänien engagierten Politikern wie BdV-Präsident Bernd Fabritius MdB und dem Hessischen Landtagspräsidenten Kartmann

Deutsche Unternehmer in Rumänien in der Diskussion mit für Rumänien engagierten Politikern wie BdV-Präsident Bernd Fabritius MdB und dem Hessischen Landtagspräsidenten Kartmann

Vor seinem Besuch in Herrmannstadt / Sibiu führte Bundesaußenminister Steinmeier in der Hauptstadt Bukarest politische Gespräche. In der rumänischen Hauptstadt traf Bundesaußenminister Steinmeier zunächst mit Staatspräsident Klaus Johannis zusammen.

Im Anschluss sprach Steinmeier auch mit Ministerpräsident Victor Ponta und Außenminister Bogdan Aurescu. In einer anschließenden Pressekonferenz der beiden Außenminister betonte Steinmeier, dass die deutsch-rumänischen Beziehungen in den letzten Jahren „immens gewachsen“ seien und äußerte „große Anerkennung“ für das, was Rumänien „in den letzten Jahren geleistet hat“. Die rund 350.000 Rumäninnen und Rumänen in Deutschland gehörten zu den „am Besten in den Arbeitsmarkt integrierten Ausländern“, so Steinmeier mit Blick auf eine aktuelle repräsentative Studie.

Der deutsche Außenminister bestärkte die rumänische Regierung zudem in ihrem politischen Reformkurs in Bezug auf noch bestehende Defizite bei Rechtssicherheit und Transparenz. Auf einen Schengen-Beitritt werde man weiter hinarbeiten, so die Botschaft.

Bundesbeauftragter Hartmut  Koschyk bespricht mit Vize-Außenminister George Ciamba, der für die gemeinsame Regierungskommission beider Länder für die Angelegenheit der deutschen Minderheit zuständig ist, die Schwerpunkte der in diesem Jahr stattfindenden Kommissionssitzung in Temeswar

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk bespricht mit Vize-Außenminister George Ciamba, der für die gemeinsame Regierungskommission beider Länder für die Angelegenheit der deutschen Minderheit zuständig ist, die Schwerpunkte der in diesem Jahr stattfindenden Kommissionssitzung in Temeswar

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk besprach mit Vize-Außenminister George Ciamba, der für die gemeinsame Regierungskommission beider Länder für die Angelegenheit der deutschen Minderheit zuständig ist, die Schwerpunkte der in diesem Jahr stattfindenden Kommissionssitzung in Temeswar.

Auch der Ukraine-Konflikt war Thema in den Gesprächen in Bukarest: Mit Blick auf die nun rund einen Monat alten Minsker Vereinbarungen sprach Steinmeier davon, dass jetzt „deutlich ein Anfang gemacht“ sei: „Wir haben eine signifikante Reduzierung der Gewalt.“ Die Ausweitung der Befugnisse der OSZE nannte Steinmeier einen „entscheidenden Beitrag“, dennoch werde der Konflikt die Politik noch lange beschäftigen.

Neben dem politischen Austausch bot der Besuch von Außenminister Steinmeier auch die Möglichkeit, die wirtschaftlichen Beziehungen zu besprechen. Deutschland ist für Rumänien Handelspartner Nummer eins und das Land wickelt ein Fünftel seines Außenhandels mit der Bundesrepublik ab. Deutsche Unternehmen gehören zu den größten Investoren und Arbeitgebern in Rumänien: „Deutsche Investoren schätzen Rumänien“, betonte Steinmeier in Bukarest. Ein Beispiel ist die Deutsche Bahn-Schenker AG: Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Rüdiger Grube eröffnete Außenminister Steinmeier das „Global Account Shared Service Center“ in Bukarest. Hiermit wird die Buchhaltung aller europäischen DB-Standorte außerhalb Deutschlands in Bukarest konzentriert.

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk erörtert mit Staatssekretär Alexandru Nastase von der Stabstelle für ausländische Investitionen beim rumänischen Ministerpräsident, deren Direktor Viorel Ciocolu und Wirtschaftschaftsattaché der Deutschen Botschaft Bukarest, Sebastian Gromig, die Unterstützung der rumänischen Regierung für deutsche Unternehmensansiedlungen

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk erörtert mit Staatssekretär Alexandru Nastase von der Stabstelle für ausländische Investitionen beim rumänischen Ministerpräsident, deren Direktor Viorel Ciocolu und Wirtschaftschaftsattaché der Deutschen Botschaft Bukarest, Sebastian Gromig, die Unterstützung der rumänischen Regierung für deutsche Unternehmensansiedlungen

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk erörtert mit Staatssekretär Alexandru Nastase von der Stabstelle für ausländische Investitionen beim rumänischen Ministerpräsident, deren Direktor Viorel Ciocolu und Wirtschaftschaftsattaché der Deutschen Botschaft Bukarest, Sebastian Gromig, die Unterstützung der rumänischen Regierung für deutsche Unternehmensansiedlungen.

Der deutsche Botschafter in Bukarest, Werner Hans Lauk mit deutschen Unternehmern in Rumänien

Der deutsche Botschafter in Bukarest, Werner Hans Lauk mit deutschen Unternehmern in Rumänien


Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit seinem Forchheimer Schulfreund, dem Journalisten Manfred Otzelberger, der Staatspräsident Klaus Johannis für die Illustrierte "BUNTE" interviewte

Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk mit seinem Forchheimer Schulfreund, dem Journalisten Manfred Otzelberger, der Staatspräsident Klaus Johannis für die Illustrierte „BUNTE“ interviewte


Mit diesen beiden Hubschraubern des rumänischen Innenministeriums gelangte nach Ausfall der Bundeswehrmaschine die Steinmeier-Delegation nach Hermannstadt

Mit diesen beiden Hubschraubern des rumänischen Innenministeriums gelangte nach Ausfall der Bundeswehrmaschine die Steinmeier-Delegation nach Hermannstadt


Da die Bundeswehr-Maschine Bundesaußenminister Steinmeier und seine Delegation wegen eines technischen Deffekts nicht von Bukarest nach Hermannstadt fliegen konnte, half das rumänische Innenministerium mit zwei Hubschraubern aus, die binnen einer Stunde für die deutschen Gäste bereit standen

Da die Bundeswehr-Maschine Bundesaußenminister Steinmeier und seine Delegation wegen eines technischen Defekts nicht von Bukarest nach Hermannstadt fliegen konnte, half das rumänische Innenministerium mit zwei Hubschraubern aus, die binnen einer Stunde für die deutschen Gäste bereit standen


Flug über die Schnee bedeckten Karpaten

Flug über die Schnee bedeckten Karpaten


Hermannstadt aus der Hubschrauber-Perspektive

Hermannstadt aus der Hubschrauber-Perspektive

Zur Rede von Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei der Festveranstaltung „25 Jahre Demokratisches Forum der Deutschen in Rumänien“ zum Thema „Nationalität und Identität“ am 9. März 2015 in Hermannstadt/Sibiu, Rumänien gelangen Sie hier

Einen Artikel auf der Internetseite der Deutschen Botschaft in Bukarest finden Sie hier.

Einen Artikel auf der Internetseite des Deutschen Konsulats in Hermannstadt / Sibiu finden Sie hier.

Eine weitere Meldung der Deutschen Botschaft in Bukarest finden Sie hier.

Weitere Informationen auf der Internetseite des Deutschen Konsulats in Temeswar finden Sie hier.

Einen Artikel auf der Internetseite der „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ finden Sie hier.

Einen Artikel zur Ausstellungseröffnung zur Geschichte und Gegenwart der deutschen Minderheit auf der Internetseite der „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ finden Sie hier.

Ein Interview mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in der „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien“ finden Sie hier.

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