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Bundesbeauftragter Koschyk unterstützt Aussiedlerseelsorge und Integrationsarbeit der Kirchen
26. Juni 2017
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, hat in Berlin Vertreter der katholischen und evangelischen Aussiedlerseelsorge zu einem Informations- und Gedankenaustausch empfangen. Über die vielfältigen Formen der Aussiedlerseelsorge und der Integrationsarbeit für Deutsche aus Russland und den anderen Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion informierten der Vorsitzende der Konferenz der Aussiedlerseelsorge der Evangelischen Kirche in Deutschland, Diakon Reinhard Schott, der Präses bzw. der Vorsitzende des katholischen Sankt Clemens-Werkes, Monsignore Dr. Alexander Hoffmann und Joseph Messmer, sowie der Referent bei der Deutschen Bischofskonferenz Michael Bender. An dem Gespräch nahmen auch die Vizepräsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Dr. Uta Dauke, sowie weitere Mitarbeiter des Bundesministeriums des Innern und des BAMF teil.

Die Aussiedlerseelsorge der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für die Integration von Aussiedlern wurde 1977 mit der Einrichtung der Konferenz für Aussiedlerseelsorge in der heutigen Form institutionalisiert. Konferenzvorsitzender Diakon Reinhard Schott konstatierte, dass die wirtschaftliche Integration der Deutschen aus Russland zu 80 bis 90 Prozent gelungen sei, aber nach wie vor ein Nachholbedarf bei der gesellschaftlichen und politischen Integration bestünde.

Bundesbeauftragter Koschyk verwies in diesem Zusammenhang auf die von ihm initiierte Integrationsfachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung, die Ende März 2017 in Berlin stattfand, auf der insbesondere auch Fragen der politischen Teilhabe von Deutschen aus Russland sowie auch russischsprachigen Zuwanderern aus der früheren Sowjetunion ausgiebig erörtert worden sind.

Das St. Clemens-Werk ist ein 2014 gegründeter Verein, der zur Zeit etwas mehr als 500 Mitglieder umfasst. Sein Anliegen ist es, die politische, gesellschaftliche und kulturelle Integration der Deutschen aus Russland voranzutreiben. Sein Präses, Monsignore Dr. Alexander Hoffmann aus München, war bis 2016 Visitator und Leiter der Seelsorgestelle für die deutschen Katholiken aus den GUS-Staaten. Der Vorsitzende des Vereins, Joseph Messmer, ist Bildungsreferent für die Spätaussiedlerseelsorge der Diözese Augsburg. Getragen wird die Arbeit des Werkes vor allem durch etwa 100 aktive russlanddeutsche Familien; zunehmend werden auch Ortsgruppen gegründet.

BAMF-Vizepräsidentin Dr. Uta Dauke informierte zu den wesentlichen Fördermöglichkeiten ihres Hauses für Spätaussiedler. Seit 2006 werden speziell für Spätaussiedler als ergänzende Integrationsmaßnahme die Kurse „Identität und Integration PLUS“ gefördert, die auf den allgemeinen Integrationskursen aufbauen und die besonderen Bedarfe der Spätaussiedler berücksichtigen. Kursziele sind dabei die Förderung der Eigeninitiative und des eigenverantwortlichen Handelns, die Aktivierung persönlicher Ressourcen und die Nutzbarmachung für die eigenständige Fortführung des Integrationsprozesses sowie eine verbesserte Vermittelbarkeit in den ersten Arbeitsmarkt. Diese Angebote werden ergänzt durch altersunabhängige gemeinwesenorientierte Projekte, die die Stärkung der Kompetenzen, die Herstellung der gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben sowie die Verbesserung der wechselseitigen Akzeptanz von Zugewanderten und Einheimischen zum Ziel haben. Ein weiterer wichtiger Förderschwerpunkt des BAMF ist die Schulung von Multiplikatoren.

Alexandra Kuczynski, Referatsleiterin im Stab Gesellschaftlicher Zusammenhalt im Bundesministerium des Innern, stellte anhand der katholischen Instituts für Migrations- und Aussiedlerfragen – Heimvolkshochschule St. Hedwig in Oerlingshausen ein gelungenes von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördertes Projekt vor. Seit 2003 befasst man sich dort im Rahmen des Projekts „Beheimatung“ mit der kirchlichen und gesellschaftlichen Beheimatung der russlanddeutschen Aussiedler im Erzbistum Paderborn. Das Ziel der Initiative ist es, im Kreis der Deutschen aus Russland „Brückenmenschen“ zu finden, die den russlanddeutschen Aussiedlern mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

Bundesbeauftragter Koschyk zeigte sich tief beeindruckt von der Aussiedlerseelsorge und den umfangreichen Aktivitäten der evangelischen und katholischen Kirche auf dem Gebiet der Integration und Beheimatung von Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Bundesregierung halte hier den Beitrag der Kirchen für unverzichtbar. Bundesbeauftragter Koschyk hat deshalb auch die kirchliche Aussiedlerseelsorge auf die Tagesordnung für die von ihm zu leitende Sitzung des Beirats für Spätaussiedlerangelegenheiten am 27. Juni 2017 gesetzt.

Zur Konferenz der Konferenz der evangelischen Aussiedlerseelsorge gelangen Sie hier

Zum St. Clemens-Werk gelangen Sie hier

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