Allgemein Für Deutschland
Deutsch-Kolumbianisches Forum zur Außenpolitik, Wissenschaft und Umweltschutz beider Länder
26. April 2013
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Das Deutsch-Kolumbianische Forum befasste vom 25. bis 26 April in Berlin mit verschiedenen Facetten der Zusammenarbeit beider Länder. Politische Beziehungen, Friedensdialog und Biiodiversität waren einige der Themenschwerpunkte der Delegierten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft.

„Kolumbien kann trotz seiner schwierigen und vielfältigen Konfliktsituationen auf ein stabiles Wirtschaftswachstum blicken“, lobte Anton Pfeifer, Staatsminister a.D. und Mitglied des Vorstandes der Konrad-Adenauer-Stiftung, auf dem Deutsch-Kolumbianischen Forum die Entwicklungen des lateinamerikanischen Landes. Er blickte zurück auf eine Jahrzehnte währende Kooperation zwischen Deutschland und Kolumbien. Vor über 40 Jahren gehörte Kolumbien zu den ersten Ländern in Lateinamerika, in denen die Konrad-Adenauer-Stiftung ein Auslandsbüro errichtete. Bei seiner Begrüßung der Delegation, die aus Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft bestand, betonte er die Wichtigkeit dieser gewachsenen Beziehungen beider Länder. Gerade der im Mai bevorstehende Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck in Kolumbien wurde von allen Forumsteilnehmern als ein bedeutendes positives Zeichen gewertet.

„In den 1980ern bezeichnete man das Land als failed state“, erklärte Thomas Neisinger, Botschafter und Regionalbeauftragter für Lateinamerika und die Karibik im Auswärtigen Amt. Doch heute stehe Kolumbien für eine stabile Demokratie, Welthandel mit Freihandelszonen und Wirtschaftswachstum. Jüngst schloß Kolumbien eine „Pazifik-Allianz“ mit Mexiko, Peru und Chile. Daraus kann das Land an Dynamik gewinnen, sagte Neisinger.

Friedensdialog als Anschub für Weiterentwicklungen

Auch Juan Mayr Maldonado, Botschafter der Republik Kolumbien in Deutschland, setzt große Hoffnungen in diese Allianz. Er sieht darin ein großes Potential für den Handel und Investitionen. Allerdings ginge dies nicht ohne den im Oktober 2012 angestoßenen Friedensprozess. In diesem Zusammenhang haben sich die kolumbianische Regierung und die linksgerichtete Farc-Guerilla zur Beendigung des fast 50-jährigen Bürgerkrieges an einen Tisch gesetzt. Der Friedensdialog sei nicht nur eine Anerkennung der Rechte der Opfer, sondern auch ein Anschub für die Weiterentwicklungen in den Bereichen Technologie, Wissenschaft, Forschung, Bildung und Politik. Dabei sei Deutschland eine großes Unterstützer- und Partnerland.

Auch Augusto Posada, Präsident des Repräsentantenhauses der Republik Kolumbiens und Mitglied der Außenhandels- und Verteidigungskommission, ist der Meinung, dass der Internationalisierungsprozess verstärkt werden müsse, dabei aber nicht die sozialen und regionalen Aspekte Kolumbiens aus dem Blick verloren gehen dürften. Er skizzierte in seinem Impulsvortrag die Entwicklungen Kolumbiens der vergangenen 15 Jahre und bezeichnete Drogen, Gewalt sowie die Ungleichheit der Gesellschaft als Probleme und Herausforderungen des Landes. „Die Ungleichheit ist die Geißel unseres Landes“, sagte Posada.

Bildung als Schlüssel für Innovationen

Trotz des gesteigerten Wirtschaftswachstums in den vergangen Jahren auf über 4 Prozent und des Ausbaus des Erdöl- und Bergbausektors, müssten andere Sektoren erschlossen werden und das Exportniveau gesteigert werden, erklärte Rosario Córdoba, Präsidentin der Wettbewerbskommission (Consejo Privado de Competitividad). Ein wichtiger Schlüssel dazu sei die Verbesserung des Bildungssystems und Investitionen in Technologie.

Kolumbien setzt dabei auf die Zusammenarbeit und Austauschprojekte mit Deutschland. Dr. Eduardo Posada, Präsident der Kolumbianischen Vereinigung für Wissenschaftlichen Fortschritt (ACAC), gab einen Überblick über die gelaufenen und neu entstandenen Bildungsprojekte. Finanziert werden diese aus den Lizenzgebühren des Erdöl- und Bergbausektors. Er kritisierte, dass es an einem offiziellen Anschub seitens der Politik und einer über die Fördermittel hinausgehenden Finanzierung fehle.

Die Kooperation mit deutschen Forschungsinstituten habe nicht nur direkte positive Auswirkungen auf die Umwelt wie Wasserresourcen oder Exportprodukte wie Kaffee, sondern auch auf die Umwelt. Kolumbien habe eine hohe biologische Vielfalt, die es zu bewahren gelte, sagte Dr. Christian Ruck, Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bereich Umwelt- und Entwicklungspolitik. Deutschland und Kolumbien haben nun erste Schritte im Bereich des Umweltschutzes und beim Einstieg in die Ökologie und Biodiversität gemacht, erklärte er. Deutschland sei ein wichtiger Partner für das kolumbianische Umweltministerium. Eines der gemeinsamen Vorhaben ist, die institutionelle und finanzielle Stärkung von Schlüsselbereichen wie zum Beispiel den Anden-Pakt, die Anpassung von Landnutzungssystemen, das Einbeziehen von Umwelt-NGOs oder nationaler Wasserpolitik. „Die Umweltbehörden beider Länder streben eine langfristige Zusammenarbeit an“, sagte Ruck.

Zum Artikel auf der Homepage der Konrad-Adenauer-Stiftung gelangen Sie hier

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