Allgemein
DMi in Polen: Resolution zum Schutz der Ruine des Eichendorff-Schlosses in Lubowitz und zur Bewahrung des literarischen Erbes von Joseph von Eichendorff
5. Juni 2026
0

Mit diesem Dokument setzt sich der VdG (Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen) nachdrücklich für die Rettung des Eichendorff-Schlosses in Lubowitz ein. Da das Anwesen die Geburtsstätte des berühmten europäischen Romantikers Joseph von Eichendorff (1788–1857) ist, betrachtet die Deutsche Minderheit in Polen sowohl die baulichen Überreste als auch das geistige Vermächtnis des Dichters als unschätzbares Gemeinschaftsgut der polnischen, deutschen und gesamteuropäischen Kulturlandschaft. Angesichts dessen verlangt die Organisation koordinierte und entschlossene Erhaltungsmaßnahmen.

Das Schloss in Lubowitz wird vom VdG nicht nur als architektonisches und geschichtliches Denkmal eingestuft, sondern auch als zentrales Zeugnis der multikulturellen Historie Oberschlesiens, in der polnische, deutsche und tschechische Einflüsse seit jeher verschmelzen. Die Deutsche Minderheit in Polen warnt jedoch vor dem fortgeschrittenen Verfall der Ruine, der den Fortbestand dieses Erbes akut gefährdet. Da Eichendorffs Werke bis heute als völkerverbindende Brücken innerhalb Europas wirken, sieht der Verband in der potenziellen Zerstörung des Areals einen unwiederbringlichen Verlust für die Identität des gesamten Kontinents.

Obwohl das Oberschlesische Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum die Anlage nach Kräften pflegt, reichen die Mittel der Institution für die dringend notwendigen, umfassenden Sanierungs- und Konservierungsarbeiten bei Weitem nicht aus. Der VdG betont daher, dass die finanzielle Last und die Pflicht zur Denkmalpflege nicht von einer einzelnen Einrichtung getragen werden können. Vielmehr wird hier eine kollektive Verantwortung staatlicher und europäischer Instanzen eingefordert. Diese Fürsorge muss sich nach Ansicht der Deutschen Minderheit in Polen auch auf das geschichtsträchtige Umland erstrecken – einschließlich der historischen Parkanlagen, des „Hasenwegs“ und des landschaftlichen Ausblicks vom Zacharias-Hügel.

Um den drohenden Verfall abzuwenden, richtet die Organisation konkrete Forderungen an die europäischen Institutionen, die Regierungen Polens und Deutschlands sowie an die lokalen Behörden:

  • Finanzielle Absicherung: Es wird die Bereitstellung zweckgebundener Fördergelder – unter anderem aus EU-Mitteln und Töpfen der deutsch-polnischen Zusammenarbeit – für einen langfristigen Schutzplan verlangt.
  • Institutionelle Stärkung: Das Eichendorff-Zentrum in Lubowitz soll gezielt gefördert werden, um es als lebendigen Ort des interkulturellen Dialogs im europäischen Bewusstsein zu festigen.
  • Zivilgesellschaftliches Engagement: Kultur- und Bildungsträger werden dazu aufgerufen, Eichendorffs Werk verstärkt durch Bildungsprogramme und Festivals an dessen Geburtsort zu vermitteln.

Abschließend hebt die Deutsche Minderheit in Polen hervor, dass die Revitalisierung des Schlosses ein Akt der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen und der gemeinsamen europäischen Identität ist. Durch eine erfolgreiche Sanierung könnte Lubowitz zu einem bedeutenden Zentrum der Begegnung und zu einem Symbol für eine grenzüberschreitende Kulturpflege in Europa werden.

Lesen Sie hier die Resolution des VdG:

About author

admin

Verwandte Artikel

(Diese Artikel könnten Sie auch interessieren)

NEU Titelseite (23)

BeeDabei – Miteinander ans Ziel: Video aus Eupen nun online zu sehen

Für kurze Zeit verwandelte sich der Werthplatz in...

Weiterlesen
IMG_9556

Alljährliches Sommerkonzert der Goldkronacher Chöre begeisterte

2010 fand erstmals ein Sommerkonzert der Goldkrona...

Weiterlesen
Einladung Tag der Heimat 01.08.

Deutsche Minderheiten stellen sich vor Ort in Bayern vor: Auftakt mit dem Karpatendeutschen Verein in der Slowakei am 1. August 2026 in Straubing

Auftaktveranstaltung mit dem Karpatendeutschen Ver...

Weiterlesen

There are 0 comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert