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Entwicklungshilfe rettet Leben und hilft dem Mittelstand / Menschen sensibilisieren für die Hungersnot am Horn von Afrika
23. Juli 2011
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Hilfe zur Selbsthilfe ist die beste Entwicklungspolitik. Diese Auffassung vertritt Dagmar Wöhrl, die Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Deutschen Bundestag. „Entwickeln müssen sich die betreffenden Länder selbst, wir können sie dabei nur bestmöglich unterstützen“, sagte die Nürnberger Bundestagsabgeordnete bei einem Gespräch mit Wirtschaftsvertretern am Freitag in Bayreuth, zu dem der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk auch den Bayreuther Studenten Alexander Bechtel eingeladen hatte.

Wöhrl (1)Jugendbotschafter Alexander Bechtel (rechts) stellte der Ausschussvorsitzenden für wirtschaftliche Zusammenarbeit Dagmar Wöhrl und dem Parlamentarischen Staatssekretär Hartmut Koschyk die Ziele der Entwicklungshilfekampagne „living proof“ vor.

Bechtel (22) ist der einzige bayerische Jugendbotschafter der Kampagne „living proof“, die von der Entwicklungshilfeorganisation „one“ ins Leben gerufen wurde. Dahinter stehen nicht nur Microsoft-Gründer Bill Gates, sondern auch die Rockmusiker Bono und Bob Geldof sowie Bundespräsident Christian Wulff. „Wir wollen die Menschen sensibilisieren, für das, was in Teilen Afrikas vorgeht“, sagte Bechtel, der aus dem Landkreis Lichtenfels stammt. Im Gegensatz zu anderen Initiativen arbeite die Organisation allerdings nicht vor Ort, sondern versucht hierzulande Lobbyarbeit zu betreiben und beispielsweise Politiker von der Notwendigkeit der Hilfe zu überzeugen. Über zwei Millionen Menschen weltweit hätten auf der Internetplattform www.one.org bereits ihre Unterstützung für die Ziele der Organisation erklärt.
Einer davon ist der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, der zu den ersten Unterstützern des sogenannten Entwicklungspolitischen Konsenses zählte. Ziel dieses Papiers ist es, die Ausgaben für Entwicklungshilfe der Bundesregierung von derzeit 9,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2015 in etwa zu verdoppeln. Damit sei jeder Steuerzahler auch Entwicklungshelfer, sagte Bechtel. Wie sinnvoll dieses Geld angelegt sei machte der engagierte Student an einem Beispiel deutlich. So sei es gelungen in den Entwicklungsländern die Pocken komplett und die Kinderlähmung zu 99 Prozent auszurotten. Durch die Bereitstellung von Impfstoffen gegen Lungen- und Durchfallerkrankungen habe in den zurückliegenden zehn Jahren das Leben von über fünf Millionen Kinder gerettet werden können.
Afrika werde für die zukünftige Entwicklung der Menschheit von entscheidender Bedeutung sein, begründete Koschyk seinen Einsatz. Afrika sei ein total unterschätzter Kontinent mit riesigen Chancen, sagte auch die Ausschussvorsitzende Dagmar Wöhrl. Dabei gehe es schon lange nicht mehr um die Verteilung von Almosen, sondern vielmehr um die Anerkennung als Wirtschaftspartner. Während Entwicklungshilfe früher bedeutet hatte, einfach nur das Füllhorn auszuschütten, werde heute stärker denn je zuvor auf Effizienz und Nachhaltigkeit geachtet. Dazu könne vor allem die mittelständisch geprägte deutsche Wirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten.
Entwicklungspartnerschaften seien aber auch für Deutschland wichtig, denn rund 50 Prozent aller mineralischen Rohstoffe kommen aus Ländern, in denen Armut herrscht und die nicht sicher sind. Die sogenannten Schwellenländer seien mittlerweile größer geworden und hätten längst erkannt, welches Potenzial ressourcenreiche Länder bieten. Deshalb seien Entwicklungspartnerschaften auch für die Zukunft Deutschlands von großer Bedeutung.

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There is 1 comment

  • Leckerl sagt:

    Ich studiere ebenfalls in Bayreuth und freue mich, dass sie die Entwicklungshilfe unterstützen. Viel mehr würde ich mich freuen wenn sie sich nicht nur für die Kompensation einsetzen würden, sondern an die Ursachen gehen. In Somalia ist dies der Klimawandel durch westliche Emissionen und daraus resultierende Dürren (ja, auch vom Mittelstand) und Überfischung v.a. durch westliche Konzerne die den Menschen die Lebensgrundlage rauben. Die hohen Preise für Nahrungsmittelvorsorge durch völlig unsägliche Spekulationen auf den internationalen Nahrungsmittelmärkten tun ihr übriges.
    Ganz konkret könnte man auch versuchen ihren Koalitionspartner vom Nutzen der Erhaltung des Nationalparks Yasuni in Ecuador überzeugen (v.a.unseren tollen Minister Niebel).
    MfG,
    Markus Gaudek

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