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Europa garantiert Leben in Sicherheit und Wohlstand / Staatssekretär Koschyk beim Europa-Projekttag am Gymnasium Christian-Ernestinum in Bayreuth
7. Mai 2011
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Der Ausstieg aus der Kernenergie, die Umwälzungen in der arabischen Welt oder das Vorgehen gegen den internationalen Terrorismus: diese Themen brannten den Schülern der 10. Jahrgangsstufe am Gymnasium Christian-Ernestinum (GCE) in Bayreuth besonders unter den Nägeln. Zum bundesweiten Europa-Projekttag am Freitag hatte sich die Schule mit dem Parlamentarischen Finanzstaatssekretär und Bayreuther Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk einen kompetenten Gesprächspartner eingeladen, der mit den Jugendlichen zwei Schulstunden gestaltete und dabei vor allem Interesse an Europa wecken wollte.

GCE Koschyk 1Staatssekretär Hartmut Koschyk MdB im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen und der Q11 des GCE Bayreuth.

„Das, was gut ist, daran gewöhnt man sich und nimmt es schnell als selbstverständlich hin“, sagte Koschyk mit Blick auf die Europäische Union. In Wirklichkeit basiere die EU in ihrer heutigen Form auf zwei außergewöhnliche Ereignisse: dem Zusammenschluss der westeuropäischen Staaten nach dem zweiten Weltkrieg und dem Beitritt aller mitteleuropäischen Länder des ehemaligen Warschauer Pakts nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. „Europa ist kein Selbstzweck, sondern dazu da, uns allen ein Leben in Sicherheit, Wohlstand und mit guten Zukunftsperspektiven zu gewähren“, sagte Koschyk.
Er appellierte auch an die Schüler des GCE, das mit der deutschen Schule in Athen eine Partnerschaft unterhält, die finanzpolitische Situation von Ländern wie Griechenland, Irland oder Portugal differenziert zu betrachten. „Abfälligkeit und Arroganz gegenüber Griechenland steht uns nicht zu, Hochmut oder Hochnäsigkeit gegenüber Irland und Portugal sind nicht angebracht“, so Koschyk. Er erinnerte daran, dass auch Deutschland finanzpolitisch nicht immer ein Vorbild gewesen sei. Darüber hinaus hänge der Wohlstand der Exportnation Deutschland wesentlich davon ab, dass es den anderen Ländern vor allem in der EU gut geht.

„Wenn keine deutschen Autos mehr gekauft werden und bei BMW oder Audi die Bänder still stehen, dann stehen sie auch bei den oberfränkischen Zulieferern still.“ Jedes europäische Land sollte deshalb seine Chance bekommen, auch die momentan schwächelnden wie Griechenland, Irland oder Portugal.
Wichtigstes Thema der Doppelstunde war allerdings die Zukunft der Atomenergie. Er könne sich nicht vorstellen, dass die derzeit abgeschalteten sieben deutschen Meiler jemals wieder ans Netz gehen, sagte Koschyk auf eine entsprechende Frage. Notwendige sicherheitstechnische Aufrüstungen wären betriebswirtschaftlich dort nicht sinnvoll. Der Staatssekretär sprach sich stattdessen für ein realistisches und bezahlbares Energiekonzept der Zukunft aus. Länder, die weiterhin an der Kernenergie festhalten wollen, gelte es zu Überzeugen, der notwendige Druck werde von der europäischen Bürgerschaft kommen. Koschyk zeigte sich auch überzeugt davon, dass andere Länder mittel- und langfristig die Atomenergie neu bewerten. So habe selbst China den Neubau von 30 Meilern vorerst einmal ausgesetzt.
Die Umwälzungen in der arabischen Welt stufte Koschyk als positiv ein. Er erinnerte daran, dass auch in Spanien bis vor wenigen Jahrzehnten noch ein Militärregime herrschte, genauso wie die Länder hinter dem Eisernen Vorhang bis 1989 Diktaturen waren. Alle diese Länder seien heute im Wesentlichen stabile Demokratien. Gründe für diese Entwicklung seien der gemeinsame europäische Wirtschaftsraum und die Hilfe durch politische Organisationen. Auch Wirtschaft und Hochschulen könnten dazu beitragen, dass in der arabischen Welt stabile Demokratien entstehen. So habe beispielsweise auch die Afrika-Forschung an der Universität Bayreuth einen großen Beitrag zu mehr Stabilität in Afrika beigetragen.
Gut aufgestellt sah Koschyk Deutschland beim Vorgehen gegen den internationalen Terrorismus. Durch eine engagierte Arbeit der Polizei habe man bereits Anschläge verhindern können, gleichwohl könne es keine absolute Sicherheit geben. Koschyk: „Auch hundertprozentige Kontrollen bedeuten nicht automatisch hundertprozentigen Schutz.“

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