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Feierstunde zum 250. Geburtstag von Jean Paul in der Bayerischen Landesvertretung
26. April 2013
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Stehend v.l.: Der 2. Vorsitzende des Vereins Jean Paul 2013, Bernhard Echte, der Regierungspräsident von Oberfranken, Wilhelm Wenning, die Geschäftsführerin des Jean Paul Vereins 2013, Julia Knapp, der Bayreuther Stadtschreiber,  Volker Strübing, Dr. Karla Fohrbeck, die den Jean-Paul-Weg erdacht, konzipiert und realisiert hat, der Bayreuther Landrat Hermann Hübner, der Leiter der Bayerischen Landesvertretung, Dr. Thomas Gruber, der Geschäftsführer der Tourismuszentrale Fichtelgebirge, Ferdinand Reb, Musiker Wolfram Graf
Kniend v.l.: Musiker Martin Seel, der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz und Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk MdB

Am 21. März 2013 jährt sich der Geburtstag Jean Pauls zum 250. Mal. Auf Initiative des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Finanzen und Bayreuther Bundestagsabgeordneten, Hartmut Koschyk, würdigte der Freistaat Bayern in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin das Wirken dieses oberfränkischen Autors von Weltniveau in einer Feierstunde, die unter dem Motto „Ein Abend mit Literatur und Musik“, stand.

Finanzstaatssekretär Koschyk moderierte die Veranstaltung, zu der rund 200 Gäste aus Bayreuth und Berlin gekommen waren. Angeführt wurde die Bayreuther Delegation vom Regierungspräsidenten von Oberfranken, Wilhelm Wenning und dem Bayreuther Landrat Hermann Hübner. Zu den Ehrengästen zählten unter anderen auch der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Dr. Hans Bernhard Beus, der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages, Ernst Hinsken MdB, die oberfränkische Europaabgeordnete Monika Hohlmeier, der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes, Manfred Nüssel und Staatsminister a.D. Dr. Werner Schnappauf. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von den beiden Musikern Martin Seel und Wolfram Graf, die als „Duo concertante Bayreuth“ seit vielen Jahren bekannt sind und vor allem romantische und zeitgenössischen Literatur mit Komposition für Flöte und Klavier sowie für Flöte und Orgel in Beziehung setzen.

Der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Hans-Jürgen Schatz gilt als einer der besten deutschen Jean Paul-Interpreten

Der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Hans-Jürgen Schatz rezitierte Auszüge aus Jean-Pauls Werken „Leben des ver-gnügten Schulmeisterlein Maria Wutz“, „Des Luftschiffers Giannozzo Seebuch“ und „Flegeljahre“ und konnte die Zuhörer davon überzeugen, dass Jean Pauls sprachlicher Erfindungsreichtum und kritischer Witz bis heute faszinieren. Jean Paul war und ist ein Autor, der polarisiert. Sein charakteristischer Stil ist selten leicht, aber immer gewinnbringend zu lesen. Denn allem Ernst liegt immer ein freundschaftliches Augenzwinkern zugrunde. Auch die bitterste Satire wird mit warmen Worten aufgefangen. Es gibt keinen Roman von Jean Paul, in dem der Erzähler nicht den Dialog mit dem Leser sucht, um ihm zu erklären, wie schwer es doch ist, Bücher zu schreiben. Hans-Jürgen Schatz erklärte, dass er vor genau 20 Jahren zum ersten Mal einen Schritt in die weite Phantasie-, Gedanken-, Sprach- und Wissenswelt des oberfränkischen Schriftstellers Jean Paul wagte. Seitdem habe er viele Wanderungen durch diese Welt unternommen und betonte: „Der Weg ist das Ziel“.

Der Leiter der Bayerischen Landesvertretung, Dr. Thomas Gruber

Der Leiter der Bayerischen Landesvertretung, Dr. Thomas Gruber, dankte Staatssekretär Koschyk für seine Initiative für die Feierstunde zu Ehren des Dichterfürsten Jean-Paul. Der Abend gewähre „tiefschürfende Einblicke“ in das Werk Jean-Pauls und gebe gleichzeitig Einblicke in die Vielfältigkeit Oberfrankens und des Landkreises Bayreuth.

Auch Staatsminister a.D. Dr Werner Schnappauf besuchte die Feierstunde zu Ehren Jean Pauls

Rund 200 Gäste aus Bayreuth und Berlin besuchten die Feierstunde

Finanzstaatssekretär Koschyk wies darauf hin, dass es keinen besseren Ort für diese Veranstaltung in Berlin geben könne als die Bayerische Landesvertretung, die auch „Schaufenster bayerischer kultureller Vielfalt“ ist. In diesem Schaufenster in der Bundeshauptstadt dürfe der in Wunsiedel geborene Dichter Jean-Paul nicht fehlen, zumal Berlin eine wichtige Wegmarke im Leben Jean-Pauls war. Im Frühjahr 1800 lernte Jean Paul in Berlin Karoline Mayer kennen, die er 1801 heiratete. Die Berliner Zeit von 1800 bis 1801 stellte den Höhepunkt des literarischen Ruhmes von Jean Paul dar. Auch die preußische Königin Luise, die ihn am „Kleinen Musenhof“ ihrer Schwester Charlotte in Hildburghausen kennengelernt hatte, zeigte sich ihm als begeisterte Leserin seiner Werke, so Finanzstaatssekretär Koschyk. Sein ganz besonderer Dank gelte dem Schauspieler Hans-Jürgen Schatz, der nicht nur als einer der besten Jean Paul-Interpreten gelte, sondern auch entscheidend dazu beigetragen habe, in Oberfranken eine „Jean Paul Renaissance“ und ein neues „Jean-Paul Bewusstsein zu schaffen“. Ebenso habe er sich nachhaltig für den Erhalt des Dichterstübchen in der Bayreuther Rollwenzelei eingesetzt.

Finanzstaatssekretär Koschyk gemeinsam mit Regierungspräsident Wenning und Landrat Hermann Hübner

Regierungspräsident Wenning, der sich nach seinen Worten dem Dichter Jean-Paul erst „auf seinem Dienstweg am Jean-Paul Denkmal vorbei“ angenähert habe, erklärte, dass gerade der 250. Geburtstag dazu beigetragen hat, dass sich viele Menschen in Oberfranken diesem Dichter annähern, der durchaus mit Schiller und Goethe verglichen werden kann. Sein besonderer Dank gelte dabei dem Verein Jean Paul 2013, der sich zum Ziel gesetzt habe, den Dichterfürsten überregional bekannt zu machen. Aber auch der Jean-Paul-Weg sei eine hervorragende Initiative gewesen. Selbstverständlich habe die Oberfrankenstiftung gerne dabei geholfen, dass das Verständnis für Jean-Paul größer geworden ist, so Regierungspräsident Wenning.

Landrat Hermann Hübner erklärte, dass bei Wagner gewährleistet war, dass „keine Spinnweben und kein Staub der Geschichte“ ansetze, was bei „Jeans-Paul“ der Fall gewesen sei. Jean Paul habe insbesondere durch den Jean-Paul-Weg auch eine zunehmende Bedeutung für den Tourismus in der Region Bayreuth und im Fichtelgebirge gewonnen. Jean Paul wurde natürlich auch in der touristischen Werbung „entstaubt und entrümpelt“ und der „Zauber von Jean Paul wieder vermittelt“. „Er gehört zu uns und ich bin froh dass wir ihn haben“, so Landrat Hübner.

Im Gespräch mit der Geschäftsführerin und dem 2. Vorsitzende des Vereins Jean Paul 2013, Bernhard Echte und Julia Knapp

Dier Geschäftsführerin Julia Knapp des Jean-Paul Verein 2013 verwies auf die zahlreichen Veranstaltungen zu Ehren des 250. Geburtstages von Jean Paul. Als einen der vielen Höhepunkte nannte sie die überregionale Literaturnacht am 21. Juni in Coburg, Bamberg und Rehau. Der 2. Vorsitzende des Vereins Jean Paul 2013, Bernhard Echte, stellte den von ihm mit herausgegebenen Bildband „Jean Paul – Das Wort und die Freiheit“ vor. Das besondere an Jean-Pauls Leben sei für ihn, dass er fast alle gesellschaftlichen Schichten durchlebt habe. Er war ein „Shooting-Star“ der damaligen Zeit, der fast alle wichtigen Persönlichkeiten kennengelernt habe und in dem sich eine Epoche wiederspiegele. Der Bildband will die Lebenswirklichkeit und die Persönlichkeit Jean Pauls einfangen und die Möglichkeit bieten ein Epochen- und Lebenspanorama zu durchwandern.

Finanzstaatssekretär Koschyk im Gespräch mit Dr. Karla Fohrbeck und dem  Geschäftsführer der Tourismuszentrale Fichtelgebirge, Ferdinand Reb

Finanzstaatssekretär Koschyk dankte ganz besonders Dr. Karla Fohrbeck, die den Jean-Paul-Weg erdacht, konzipiert und realisiert hat. Der Jean Paul Weg umfasst 22 Gemeinden, 4 Landkreise und 200 Stationen und hat eine Länge von 200 Kilometern. Fünf Jahre habe es gedauert bis der Weg fertig gestellt worden sei und als leidenschaftliche Kulturpolitikerin habe sie sich gerne für die Realsierung einge-setzt, so Dr. Fohrbeck. Unsere Region müsse schon aufgrund ihrer Schönheit entdeckt werden, wozu die „Gedankenflüge von Jean Paul“ helfen. Auf die Frage wie man die Jean-Paul-Renaissance im Jean Paul Jahr 2013 touristisch vermarktet, antwortete der Geschäftsführer der Tourismuszentrale Fichtelgebirge, Ferdinand Reb, dass Jean Pauls Werk auch Sehnsucht nach Urlaub wecke. Den Jean-Paul-Weg, der zahlreiche Wanderfreunde anzieht, könne man nicht nur literarisch „Häppchenweise“ genießen, sondern auch in den zahlreichen fränkischen Gasthöfen entlang des Weges.

Für den Bayreuther Stadtschreiber Volker Strübing sei es ein „soziokulturelles Experiment“ gewesen, auf den Spuren Jean Pauls nach Bayreuth zu kommen

Der aus Berlin stammende Bayreuther Stadtschreiber, Volker Strübing, der im gleichen Alter wie Jean Paul mit 41 Jahren nach Bayreuth kam, betonte die Faszination die für ihn Jean Paul gewonnen habe. Im November soll in Bayreuth ein Jean Paul „Poetry Slam“, ein Dichterwettstreit, stattfinden an dem er selbstverständlich auch selbst teilnehmen werde. Seine Aufgabe als Stadtschreiber sei es, den Blick eines Auwärtigen auf das Bayreuther Innenleben zu werfen, und das durch die Brille von Jean Paul. Strübing liest in Schulen, vor allem berichtet er aber von seinen Erfahrungen in Bayreuth und bei der Lektüre von Jean Paul in seinem Blog „Bayreuther Tagebuch“. Es sei für ihn ein „soziokulturelles Experiment“ gewesen, auf den Spuren Jean Pauls nach Bayreuth zu kommen, dem man ja nachsage, er wäre in Bayreuth „verlottert“, so Stadtschreiber Strübig augenzwinkernd. Strübig gewann 2005 und 2006 die Deutsche Meisterschaft im „Poetry-Slam“ und arbeitete als Regisseur unter anderem für die ZDF-Serie „Nicht der Süden“ .

Hans Jöckel und Michael Waigel vom Restaurant Ermitage brachten Siebenkäs, Quark und Kartof-feln, Bratwürste sowie Spritzkuchen aus Bayreuth mit

Kulinarisch versorgt wurden die Gäste mit Gerichten, die Jean-Paul am liebsten in Bayreuth gegessen hat. Hans Jöckel und Michael Waigel vom Restaurant Ermitage brachten Siebenkäs, Quark und Kartof-feln, Bratwürste sowie Spritzkuchen aus Bayreuth mit. Anscheinend haben Jean Paul und den Bayreuthern damals Kartoffeln, Quark und Spritzkuchen so gut geschmeckt, weil man so unwahrscheinlich viel Bier trinken konnte, so Hans Jöckel und Michael Waigel augenzwinkernd.

Am anschließenden Empfang mit fränkischen Spezialitäten beteiligten sich folgende Unternehmen: Metzgerei Parzen, Bayreuth; Buchauer Holzofenbäckerei, Pegnitz; Becher Bräu (Jean-Paul Bier), Bayreuth; Restaurant Eremitage Bayreuth; Winzerei Sommerach und Divino Nordheim Thüngersheim.

Die Veranstaltung wurde unterstützt von der „Genussregion Oberfranken“ und von der Oberfrankenstiftung gefördert.

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