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„Frankens erste Kauboys“ / Schuinggam: Manfred Häusler stellte seine Nachkriegserinnerungen in Buchform vor
6. Juli 2014
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Kaugummis, das war eines der Zeichen, das die Jugendlichen im Nachkriegsdeutschland mit den US-Soldaten gemeinsam hatten. „Kaugummi war der Kitt, der uns mit den jungen US-Soldiers freundschaftlich verband“, sagt Manfred J. Häusler, Unternehmer, Marketingexperte der ersten Stunde und Mitbegründer einer erfolgreichen Agentur.

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Weil Manfred Häusler sich gerne an die unbeschwerte Kindheit in einer so ganz und gar nicht unbeschwerten Zeit erinnert, hat er unter dem Titel „Schuinggam“ (Chewing Gum) eine ganze Reihe von Anekdoten in einem kleinen Büchlein veröffentlicht. Seine Kindheits- und Jugenderinnerungen stellte der gebürtige Schweinfurter am Wochenende bei einer Veranstaltung des Kultursommers Schloss Goldkronach in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Freundeskreis Bayreuth und Umgebung im Gewölbesaal des Schlosses vor.

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„Wir waren Frankens erste Kauboys“, sagt Häusler. Freunde hätten ihn gedrängt, seine lausbübisch deftigen, heiteren, aber auch ernsten Geschichten voller Dorfkolorit niederzuschreiben und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seine Anekdoten, die alle einen Kaugummi als verbindendes Element haben, sind witzig und amüsant, sie stimmen manchmal aber auch nachdenklich. „Aus unserem Unverständnis heraus, haben wir die Zeit größtenteils aber ganz und gar nicht als nachdenklich erlebt“, so Häusler, der mit seinen Erinnerung ausdrücklich keine Geschichtsklitterung betreiben möchte.

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Häusler räumte ein, dass vieles aus seinem Buch allzu fröhlich klingt. „Aber wir haben es als Kinder so empfunden“, sagte er. Der sympathische „Marketingmann“ will sein Buch auch als Hommage an den Kaugummi verstanden wissen, der die „Kinder der Stunde Null“ mit den amerikanischen Feinden verband, die man eigentlich als Freunde empfunden habe. Überhaupt soll das facettenreiche Bild, das der Autor mit viel Dorfkolorit und kleinen Abstechern in die Zeitgeschichte zeichnet, nicht nur ein Spiegel des damaligen ländlichen Lebens, sondern auch eine Verneigung vor den freundlichen „Soldiers“ als den Eroberern von so vielen dankbaren Kinderherzen. Ein weiteres Büchlein sei bereits in Vorbereitung, sagte Häusler und kündigte an, dass es noch viel deftiger werde, als das aktuelle.

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Als „Meister des Wortes“ beschrieb der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk den Autor Manfred Häusler. Ihm sei es wunderbar gelungen, die Empfindungen und Gefühle eines jungen Menschen in einer eigentlich traurigen Zeit heiter zu Papier zu bringen. Umrahmt wurde die Lesung von dem Jazz- und Swingmusiker Wolfgang Linhardt. Der Saxophonist hatte jede Menge Jazz-Standards mitgebracht, mit dem es ihm hervorragend gelang, den Zeitgeist der Nachkriegsjahre einzufangen.

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Das Buch „Schuinggam“ von Manfred J. Häusler kostet 7,80 Euro und ist im örtlichen Buchhandel, unter anderem in der Markgrafenbuchhandlung am Sternplatz in Bayreuth erhältlich. (SAGA Medien & Vertrieb OHG, ISBN: 978-3-00-042038-2).

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There is 1 comment

  • Sari sagt:

    Ein herrlich, fröhliches Buch. Danke dafür.

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