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Frieden ohne Kalaschnikows / Afghanistans Botschafter Ashraf geht von einer positiven Zukunft seines Landes aus
27. August 2012
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„Wir sind sicher, dass wir das schaffen.“ Professor Abdul Rahman Ashraf, der Botschafter Afghanistans in Berlin, strahlt großen Optimismus aus, wenn es um die Zukunft seines Landes geht. Bei einer Veranstaltung des Parlamentarischen Finanzstaatssekretärs Hartmut Koschyk am Freitagabend in Bayreuth machte Ashraf deutlich: „Die Weichen für eine bessere Zukunft sind gestellt.“ Der Botschafter ging fest davon aus, dass die Chance für Frieden und Sicherheit in der Region realistisch ist.


Nach Einschätzung des Hochschulprofessors, der bis 2008 Rektor der Universität seiner Heimatstadt Kabul war, hängt die Zukunft Afghanistans von zwei Dingen ab: von den Bodenschätzen des Landes und von einer funktionierenden Landwirtschaft. Die Bodenschätze könnten goldene Zeiten anbrechen lassen, die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür seien auch dank deutscher Hilfe geschaffen. „Wir haben viele Fortschritte und positive Errungenschaften zu verzeichnen“, so Ashraf, der bereits 1968 zum Geologie-Studium nach Deutschland gekommen war und der seine Diplomarbeit über die südwestliche Eifel und das rheinische Schiefergebirge verfasst hatte.


Afghanistan werde sobald wie möglich die komplette Verantwortung für die Sicherheit des Landes wieder selbst übernehmen. Der entscheidende Termin sei das Jahr 2014. Bis dahin sollen die ISAF-Truppen die Sicherheitsverantwortung an Afghanistan abgeben, außerdem werden freie Wahlen stattfinden. Botschafter Ashraf kennt dabei nur ein Ziel: „Frieden ohne Kalaschnikows.“ Die junge Generation brauche Ausbildung und Arbeitsplätze. Mit neuen, krisensicheren Arbeitsplätzen könne man dauerhaften Frieden in der Region erzielen, zeigte sich Ashraf überzeugt.
Nach Kommunismus und radikalem Islamismus könne man nicht über Nacht in einer Demokratie mit freier Wirtschaft ankommen, warb er um Verständnis für seine Heimat. Man müsse eben Geduld haben, auch Deutschland habe lange gebraucht, bis die Demokratie einigermaßen stabil geworden sei. Das Denken in Generationen sei dazu notwendig. Eine wichtige Rolle sollen dabei in der Islamischen Republik, so die offizielle Staatsform, die Frauen spielen. 25 Prozent aller Studenten an der Universität Kabul seien schon heute Frauen, ebenso 30 Prozent bei Polizei und Militär. Im afghanischen Parlament seien bereits jetzt mehr weibliche Abgeordnete vertreten, als im deutschen Bundestag. „Aber darüber wird hier nicht berichtet“, so der Botschafter, der 2004 von der Wissenschaft in die Politik wechselte und zum beratenden Minister für die Bereiche Bergbau und Energie berufen wurde.


Staatssekretär Koschyk warb für ein Engagement Deutschland vor allem auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Bereits im kommenden Jahr könnte ein afghanisches Ensemble mit traditioneller Musik des Landes beim Festival Junger Künstler teilnehmen und gemäß dem Motto des Festspieltreffens „Orient meets Occident“ für einen wichtigen kulturellen Brückenschlag sorgen. Darüber hinaus soll auch der afghanische Bildungsminister bei seinem anstehenden Deutschlandbesuch die reichhaltige oberfränkische Bildungslandschaft kennenlernen.

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