
Schwungvolle Töne der aus zehn jungen Musikerinnen und Musikern bestehenden Schul-Formation „Jazzimpro“ unter der Leitung von OStR Florian Bieber begrüßten in der wohl gefüllten Aula des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Schweinfurt, das derzeit ca. 1.100 Schülerinnen und Schüler ausbildet, drei Tage nach dem eigentlichen Geburtstag des Universalgelehrten Alexander von Humboldt die Veranstalter, zahlreiche Ehrengäste – wie die 2. Bürgermeisterin, etliche Stadträte, den Schulreferenten der Stadt Schweinfurt und natürlich Vertreter des Lehrerkollegiums wie des Elternbeirates – sowie die Oberstufenstufenschüler zum Fränkischen Humboldt-Tag. Um der gesamtfränkischen Ausrichtung des Alexander von Humboldt-Kulturforums Rechnung zu tragen, wird seit 2024 der Fränkische Humboldt-Tag abwechselnd in einem der drei fränkischen Regierungsbezirke durchgeführt, in diesem Jahr in Schweinfurt.

Eingangs gewährte die Schulleiterin, Oberstudiendirektorin Gabriele Seelmann, einen überaus interessanten Einblick in die Historie des Gymnasiums, an welcher – auch räumlich betrachtet – Humboldt an allen Ecken und Enden sichtbar und erlebbar ist, wovon beispielhaft das mehr als beeindruckende Gemälde zeugt, betitelt „Der junge Alexander von Humboldt“. Der ehemalige Kunstlehrer StD Gustav Wölkl malte es zur Erinnerung an den 1987 viel zu früh im Alter von 17 Jahren verstorbenen Schüler Holger Graumann.

Zunächst im Jahr 1833 als Landwirtschafts- und Gewerbeschule gegründet, avancierte sie ab 1878 zu einer 6-stufigen Realschule, die ab 1929 zur Oberrealschule ausgebaut wurde. Nach den Kriegswirren wurde sie im September 1949 wiedereröffnet und hieß ab 1959 Alexander-von-Humboldt-Oberrealschule. Seit 1965 schließlich besteht das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt in seiner heutigen Form sowohl mit naturwissenschaftlichem, als auch sprachlichem Zweig und kommt damit dem Humboldt´schen Gedanken einer alles umfassenden Bildung unter dem Motto „Gemeinsam forschen und entdecken“ mehr als nahe. Fazit der Schulleiterin: Die Schulfamilie freue sich, dass das Alexander von Humboldt-Kulturforum Franken auf Schweinfurt aufmerksam geworden sei.

Im Gegenzug bekräftigte in seinem Grußwort der Vorsitzende des Alexander von Humboldt-Kulturforums Franken, Hartmut Koschyk, dass man sich sehr geehrt fühle, an dieser im Humboldt´schen Sinne „Vorzeigeschule“ zu Gast sein zu dürfen und darauf hoffe, eine künftige engere Zusammenarbeit mit der Schule zu etablieren. Er erläuterte den Namen des Vereins, der ein Hinweis darauf sei, dass der Werdegang des jungen Alexander von Humboldt in Franken begann, er dort seine Lehrjahre verbrachte und auch auf den Wissenschaftsstandort Bayern intensiv Einfluss genommen habe durch seine Beratertätigkeit für Maximilian II, wovon das monumentale Wandgemälde von Seibertz im Akademiesaal des Maximilianeums Zeugnis ablege.

Damit konnte der Festvortrag des Fränkischen Humboldt-Tages 2026 beginnen: Dr. Anja Weisgerber MdB, stellv. Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und frühere Europa-Abgeordnete, vor allem aber auch Absolventin des Alexander von Humboldt-Gymnasiums Schweinfurt, sprach zum Thema „Neugier, Verantwortung, Zukunft – was wir von Alexander von Humboldt für Bildung und Zusammenhalt lernen können“. Es sei eine Ehre für sie als „Ehemalige“ in ihrem eigenen Bundeswahlkreis zu Humboldt sprechen zu dürfen. Humboldt, der von ungeheurer Neugierde geprägt gewesen sei, der stets nachfragte, wie alles mit allem zusammenhängt, der sich nie in eine Schublade stecken ließ, der nicht Erkenntnisse hinnehmen, sondern verstehen wollte, warum das so ist und ob man das nicht noch verbessern könnte, sei erstaunlich nah an den Fragen der jetzigen Schüler. Weisgerber schlug einen Bogen von Humboldt und seinem Entdeckergeist zur heutigen Verwendung neuer Medien wie KI, wobei diese nicht alles ersetzen könne und man das eigene Lernen und Denken nicht aus der Hand geben dürfe. Bildung sei die Grundlage für eine gesicherte Zukunft im Zusammenspiel mit Kopf, Hand und Herz. Jedes Rädchen der Gesellschaft ist wichtig, der Handwerker ebenso wie der „Denkwerker“. Perfektes Beispiel dafür sei das in Bayern gut verankerte duale Studium. Am Ende ihres beeindruckenden Festvortrags fasste Dr. Weisgerber die bildungspolitischen Ziele Bayern zusammen mit dem Satz: „Kein Abschluss ohne Anschluss“.

Zur Rede von Dr. Anja Weisgerber MdB gelangen Sie HIER
In ihren jeweiligen Schlussworten dankten Hartmut Koschyk wie auch Schulleiterin Seelmann allen Beteiligten für ihr Engagement und tauschten Gastgeschenke aus: so erhielt Dr. Anja Weisgerber ein Buchpräsent sowie eine Humboldt-Rose. Die Schule durfte sich ebenfalls über eine Humboldt-Rose freuen wie auch über ein umfangreiches Bücherpaket mit Literatur zu Alexander von Humboldt. Im Gegenzug erhielt das Kulturforum ein allerliebst gehäkeltes Schulmaskottchen in Form eines Humboldt-Pinguins sowie das Alexander von Humboldt-Schulschiff in Nudelform.

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