Allgemein Für die Region
Gemeinsame Vermarktung statt Kirchturmdenken. Tourismuspolitiker Klaus Brähmig lobt Preis-Leistungsverhältnis der Fränkischen Schweiz
16. August 2012
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Behringersmühle. Das Preis-Leistungsverhältnis in der Fränkischen Schweiz ist eines der besten in ganz Deutschland. „Darauf können sie stolz sein“, sagte der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag Klaus Brähmig am Donnerstagabend bei einem tourismuspolitischen Fachgespräch mit Hotel Frankengold in Behringersmühle (Landkreis Forchheim). Der Politiker widersprach damit der in den zurückliegenden Wochen aufgekommenen Meinung, dass die Fränkische Schweiz zu billig sei. Der Preis alleine sei nicht entscheidend, wichtig sei vielmehr, was der Gast für sein Geld bekommt. Niemand könne einem Gastwirt verbieten, sein selbst gebrautes Bier günstiger auszuschenken, als ein Hotelier, der einen Vertrag mit einer Großbrauerei hat.


Maria Schwegel von der Forellenzucht Aufseßtal, der Tourismusausschussvorsitzende Klaus Brähmig, die oberfränkische Bezirksvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Andrea Luger vom Hotel Frankengold in Behringersmühle und Staatssekretär Hartmut Koschyk (von links)

Entscheidend für die Zufriedenheit des Gastes sei vielmehr die Qualität, waren sich Brähmig sowie der Parlamentarische Finanzstaatssekretär und örtliche Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk einig. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Politischer Sommer“ hatten die beiden Parlamentarier zuvor unter anderem das Cabrio Sol in Pegnitz, die Therme Obernsees, die mittelständische Brauerei Krug in Breitenlesau, die Burg Rabenstein und das neue Infozentrum Naturpark Fränkische Schweiz besucht. Die Fränkische Schweiz sei touristisch bestens aufgestellt, zog Brähmig ein Fazit seines Besuches der Region. Vielen Einheimischen sei gar nicht bewusst, welche Juwelen sie in ihrer Region hätten.


Auf große Resonanz war das tourismuspolitische Fachgespräch im Hotel Frankengold in Behringersmühle gestoßen, das im Rahmen des Politischen Sommers von Staatssekretär Hartmut Koschyk stattfand

Entscheidend für den touristischen Erfolg der Zukunft werde es neben der angebotenen Qualität aber vor allem auch sein, das noch immer in vielen Köpfen verhaftete Kirchturmdenken zu überwinden. „Wir müssen versuchen, die Region als Ganzes darzustellen“, sagte Brähmig, der aus der Sächsischen Schweiz stammt und Vorsitzender des dortigen Tourismusverbandes ist. Eine Flächenregion müsse sich heute so aufstellen, wie sich auch eine Stadt wie München, Dresden oder Hamburg vermarktet, auch wenn es verschiedene kommunale Interessen durch mehrere Gemeinden oder Landkreisen gibt. Der Besucher interessiere sich nicht für kommunale Grenzen. Letztlich könne man durch die gemeinsame Vermarktung einer Region nicht nur Geld bündeln, sondern auch doppelt so viele Messen bedienen und Streuverluste reduzieren.


Der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk (links) und der Vorsitzende desTourismusausschussesim Deutschen Bundestag Klaus Brähmig

Brähmig vertrat auch die Auffassung, dass der deutsche Tourismus überorganisiert sei. Als Negativbeispiel nannte er die Rhön, die sich touristisch in die bayerische, hessische und thüringische Rhön gliedere. Als Gegenbeispiel führte Staatssekretär Koschyk die Genussregion Oberfranken an. Hier hätten nicht nur die öffentliche Hand und die Privatwirtschaft ihre Kräfte gebündelt, die Genussregion pflege auch einen gemeinsamen Außenauftritt und sei beispielsweise durch großformatige Autobahnschilder in allen Teilregionen des Regierungsbezirks präsent. Als zweites Beispiel nannte Koschyk die drei beschneiten und deshalb schneesicheren Skiabfahrten des Fichtelgebirges. Obwohl in unterschiedlicher Trägerschaft wollen die Lifte künftig eine einheitliche Liftkarte anbieten.

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