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Gleichstromtrasse vergiftet Energiewende / Trassenaktionstag in Goldkronach: Bahnnetz für Stromleitung nutzen
30. Juni 2014
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 Das Netz der Deutschen Bahn für den Stromtransport nutzen: Der Bundestagsabgeordnete und Goldkronacher Bürger Hartmut Koschyk

Goldkronach. Die Dimension des Widerstand gegen die geplante Gleichstomtrasse von Bad Lauchstedt bis Meitingen wurde noch nie so sichtbar, wie zum Trassenaktionstag am Sonntag. Weit über 50 Bürgerinitiativen, die inzwischen in einem gemeinsamen Aktionsbündnis organisiert sind, starteten zeitgleich ihre Aktionen. Mit einem Sternmarsch zum Badesee beteiligte sich daran von fünf verschiedenen Gemeinden aus auch die Bürgerinitiativen Goldkronach und Bad Berneck, wo als prominentester Redner der Bayreuther Bundestagsabgeordneter und Goldkronacher Bürger Hartmuth Koschyk (CSU) den Schulterschluss gegen den Bau der Stromtrasse zum Ausdruck brachte. Dort am Badesee könnte einer der 75 Meter hohen Monstermasten errichtet werden, sagte Martin Förster von der Goldkronacher Bürgerinitiative.

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So sieht es aus, wenn die Energiewende baden geht: Mit einer spektakulären Aktion hat die Bürgerinitiative Goldkronach am Sonntag gegen die geplante Gleichstromtrasse protestiert

Den faktischen Stopp der Planungen für die Gleichstromtrasse Süd-Ost durch den Netzbetreiber Amprion im Februar dieses Jahres bezeichnete MdB Koschyk als „Sieg der Vernunft“, der auch auf dem engagierten Einsatz der Bürger und der Politiker aus der Region über Parteigrenzen hinweg fußt. Ein stures Festhalten an der Trassenplanung nannte Koschyk einen „Weg in die Irre“. „Ich halte diese Trasse nicht mehr für politisch durchsetzbar“, sagte er, und weiter: „Der Landkreis Bayreuth wird alle juristischen Möglichkeiten nutzen, um gegen diese Trasse vorzugehen.“ Es sei an der Zeit, dass die Netzplanung noch einmal komplett auf den Prüfstand gestellt wird, damit nicht dieses Projekt das Klima für die Energiewende gesamt vergiftet.“

Im Zusammenhang mit dem Netzausbau brachte Koschyk eine bisher in der Öffentlichkeit noch kaum diskutierte Alternative ins Gespräch. Er schlug vor, das Netz der Bahn für den Stromtransport zu nutzen. Dazu gibt es Koschyk zufolge bereits eine Machbarkeitsstudie verschiedener Universitäten, in der das Zusammenwirken von Bahnstromnetz und Energieversorgung aufgezeigt wird. Durch eine räumliche und technische Mitnutzung sowie durch eine Bündelung bestehender Bahnstromtrassen mit neuen überörtlichen Energieleitungen ergäben sich volkswirtschaftliche Vorteile und Synergieeffekte, die weit über den geringeren landschaftlichen Flächenverbrauch hinausgehen.

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Der technische, finanzielle und regulatorische Aufwand, die Bahnstromtrassen in den Netzausbau einzubeziehen, sei zwar nicht gering, aber machbar und volkswirtschaftlich vertretbar. Eine Einbeziehung des Bahnstromnetzes hätte nicht zuletzt auch für die gesamte Region großen Nutzen, da im Hinblick auf die dringend erforderliche Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale ein Synergieeffekt geschaffen werden könnte. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth habe bereits versichert, dass das Bundesverkehrsministerium mit der Deutschen Bahn in die Diskussion eintreten wird, um die Frage zu klären, in welchem Umfang ihr Netz für den Ausbau des öffentlichen Stromnetzes genutzt werden kann.

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Bürgermeister Holger Bär

Zuvor hatte Martin Förster, der Vorsitzende der fast 550 Mitglieder starken Goldkronacher Bürgerinitiative vor neuen Strommasten gewarnt, die fast doppelt so hoch sein sollen, wie der 45 Meter hohe Goldkronacher Kirchturm. Das erschreckte auch den evangelischen Goldkronacher Pfarrer Hans Georg Taxis: Es könne nicht sein, dass hier in die Landschaft etwas gebaut wird, was höher ist als unser Kirchturm und alle anderen Gebäude des Ortes. Bürgermeister Holger Bär sicherte zu, dass sich die Stadt im Kampf um unsere Heimat noch lange nicht geschlagen geben werde.

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Der evangelische Goldkronacher Pfarrer Hans Georg Taxis

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