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Goldkronach will Humboldt-Hauptstadt 2019 werden / Alexander-von-Humboldt-Tag: Museumspark soll Universalgenie erlebbar machen
17. September 2017
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Sie wollen Goldkronach zur Alexander-von-Humboldt-Hauptstadt 2019 machen (von links): Der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Vorsitzende Petra Meßbacher vom Kulturforum und Bürgermeister Holger Bär vor der Humboldt-Büste am Schloss Goldkronach.

 

Goldkronach. Im Jahr 2019 wird der 250. Geburtstag des Universalgelehrten Alexander von Humboldt gefeiert. Bürgermeister Holger Bär ist sich sicher: „Die Alexander-von-Humboldt-Hauptstadt 2019 kann dann nur Goldkronach heißen“. Nicht nur, dass die halbe Stadt ohnehin schon nach dem Forschungsreisenden, Naturwissenschaftler und preußischen Bergbeamten benannt ist, sagte Bär beim Humboldt-Tag 2017 in der Goldkronacher Stadtkirche. Auch konkrete Planungen für die Zukunft seien schon weit fortgeschritten. So soll in Zukunft ein groß angelegter Museumspark unterhalb des Schlosses an Leben und Werk Alexander von Humboldts erinnern und den weltbekannten Wissenschaftler für Besucher erlebbar machen. „Möge der 250. Geburtstag kommen, wir sind bereit“, sagte Bär.

„Wir haben viele Pläne für die Humboldt-Stadt Goldkronach“, bestätigte auch der Mitbegründer und Motor des Alexander-von-Humboldt-Kulturforums, der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk. Erst vor kurzem seien zwei große touristische Hinweisschilder entlang der Bundesautobahn A9 aufgestellt worden. Mit zahlreichen Humboldt-Stipendiaten aus aller Welt komme mittlerweile seit fünf Jahren die internationale Wissenschaftselite alljährlich für mehrere Tage nach Goldkronach. Für die Stipendiaten sei es eine herausragende Abwechslung, zum Beispiel in den Besucherbergwerken auf den Spuren Alexander von Humboldts zu wandeln.

Auch wenn der Niedergang des Bergbaus in der Region nicht aufzuhalten war, so habe Alexander von Humboldt bis heute überall in der Region seine Spuren hinterlassen, sagte die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. Die Bergbehörde etwa, die Humboldt aufgestellt hatte, existiere noch immer, und zwar als Sachgebiet 26 der Regierung von Oberfranken. Unter dem Namen Bergamt Nordbayern ist sie als Aufsichtsbehörde für die drei fränkischen Regierungsbezirke und für die Oberpfalz in den Räumen des markgräflichen Alten Schlosses in der Bayreuther Maximilianstraße untergebracht.

Humboldt, der zuvor Bergwesen, Mineralogie und Geologie studiert hatte, war 1792 auf Anweisung des preußischen Ministers Friedrich Anton von Heynitz in die damals gerade preußisch gewordenen  Fürstentümer Ansbach und Bayreuth gekommen. Seine Aufgabe sollte es unter anderem sein, den Zustand des hiesigen Bergbaus zu untersuchen und bereits stillgelegte Bergbauanlagen wieder zu beleben. Dabei schaffte er es nicht nur, die Arbeitsbedingungen unter Tage erträglicher zu gestalten sondern gründete auch eine Berufsschule für Bergleute. Die Erfindung eines Atemgerätes zur Rettung verunglückter Bergleute sowie einer Sicherheitslampe zeigten schon damals, dass sein Entdeckergeist grenzenlos gewesen sein muss. Unsterblich wurde Alexander von Humboldt mit seiner Forschungsreise durch Südamerika in den Jahren 1799 bis 1804 quer durch die heutigen Staaten Venezuela, Kuba, Kolumbien. Ecuador und Mexiko.

Damit habe Alexander von Humboldt zumindest einen Teil seines Lebens als Bergbeamter im heutigen Oberfranken verbracht, sagte Regierungspräsidentin Piwernetz. Mitte Juli 1792 habe er bei Ludwigstadt zum ersten Mal fränkischen Boden betreten, Ende Dezember 1796 sei er aus dem aktiven Bergdienst ausgeschieden und habe sich seinen Jugendtraum als Forschungsreisender verwirklicht. Piwernetz schilderte Humboldt als einen der berühmtesten Männer der Welt und als außerordentlich große Gelehrtenpersönlichkeit. Sein Wirken in der Region sei  die Generalprobe für ein vielfach größeres, weil weltumspannendes Projekt gewesen.

Der Humboldt-Tag in der Goldkronacher Stadtkirche wurde musikalisch von dem Blechbläser-Quintett Terzo-Brass umrahmt. Neben Werken des Humboldt-Zeitgenossen Felix Mendelssohn Bartholdy nahmen die Blechbläser unter der Leitung von Klaus Hammer auch Bezug zum Reformationsjubiläum und musizierten unter anderem eine moderne Version des Luther-Chorals „Eine feste Burg ist unser Gott“.

Sie wollen Goldkronach zur Alexander-von-Humboldt-Hauptstadt 2019 machen (von links): Der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Vorsitzende Petra Meßbacher vom Kulturforum und Bürgermeister Holger Bär vor der Humboldt-Büste am Schloss Goldkronach.

„Alexander von Humboldt hat bis heute seine Spuren in Oberfranken hinterlassen“: Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz.

 

Fotos: Stephan Herbert Fuchs

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Maximilian

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