Allgemein Für die Region
Hartmut Koschyk mit der Ehrenmedaille in Gold des Landkreises Bayreuth ausgezeichnet
17. November 2017
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Hartmut Koschyk bei der Überreichung der Ehrenmedaille in Gold durch Landrat Hermann Hübner

„Dank mit dem Mund: hat wenig Grund. Im Herzen Dank: ist guter Klang. Dank mit der Tat: das ist mein Rat.“ Mit diesem Wort des spätromantischen Dichters Robert Reinick bedankte sich der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk für die Verleihung der Ehrenmedaille in Gold durch den Kreistag Bayreuth. Verbunden hat er damit das Versprechen, sich im „vorpolitischen Raum“ weiter für die Region einsetzen zu wollen.

Es ist eine seltene Ehre, die dem ehemaligen Staatssekretär nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag zuteil geworden ist. Wurde Gold seit 1977 doch lediglich an die Altlandräte Dr. Josef Kohut und Dr. Klaus-Günter Dietel sowie an MdL Fritz Gentner und den ehemaligen Landwirtschaftsminister Simon Nüssel verliehen. Die Ehrenmedaille soll ein Wirken für den Landkreis auszeichnen, „das in seinem stetigen Einsatz die Entwicklung unserer Heimat entscheidend geprägt hat“.

Die beiden Träger der Ehrenmedaille in Gold, Altlandrat Dr. Klaus-Günter Dietel und Hartmut Koschyk, zusammen mit Landrat Hermann Hübner

Vor zahlreichen Wegbegleitern Koschyks skizzierte Landrat Hermann Hübner in einer Festsitzung die Vita des in Forchheim geborenen Sohnes oberschlesischer Eltern, der nach seiner Bundeswehrzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter des CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Sauer in Bonn erstmals mit der Politik in Verbindung gekommen ist. Nach dreijähriger Tätigkeit als Generalsekretär des Bundes der Vertriebenen begann sein parlamentarisches Leben 1990, als er zu seiner eigenen Überraschung über die Landesliste in den Deutschen Bundestag gewählt worden ist. Drei Jahre später wurde ihm angeboten, den „verwaisten“ Stimmkreis Bayreuth zu übernehmen. Und so hat er seit 1994 den Wahlkreis Bayreuth/Forchheim als direkt gewählter Abgeordneter in Bonn und später in Berlin über 24 Jahre lang vertreten.

In zahlreichen hohen Ämtern bis zum parlamentarischen Staatssekretär bei Finanzminister Wolfgang Schäuble habe Koschyk die Kommunalpolitik nie aus dem Auge verloren und so maßgeblich an Steuererleichterungen mit einem Gesamtumfang von 22 Milliarden Euro zur Konjunkturbelebung mitgewirkt. Die damit verbundenen sozialpolitischen Entlastungen für die Kommunen würden dem Landkreis seit 2014 jährlich weit über eine Million Euro ersparen. Hübner weiter in seiner Laudatio: „Recht, Geradlinigkeit und Redlichkeit waren ihm im steten Kontakt zur Bürgerschaft Kompass und innere Richtschnur.“

Stets sei dem Vollblutpolitiker die Kultur besonders am Herzen gelegen. So sei das höchstmögliche Förderniveau für die Bayreuther Festspiele, die Sanierung des Festspielhauses und der Villa Wahnfried nicht zuletzt sein Verdienst. Als Kulturbotschafter habe er sich nicht nur um das Universalgenie Alexander-von-Humboldt gekümmert, sondern auch um Jean Paul, um Kontakte zwischen dem Chor der Basilika in Assisi und dem St.-Thomas-Chor in Trockau, um gemeinsame Genusserlebnisse von Franken und Umbrien oder den Erfahrungsaustausch zwischen der Hotelfachschule Pegnitz und der Universität von Goseong in Südkorea. Mit der Sanierung des Schlosses Goldkronach habe er ein historisches Bauwerk zu neuem Leben erweckt.

Allüberall habe sich Koschyk bei Problemen eingeklinkt, bei der Lärmschutzplanung an der A 9 genauso wie bei der Einbeziehung des Bayreuther Raumes in die Franken-Sachsen-Magistrale, bei der Erhaltung des Bundespolizeistandortes in Bayreuth, der Aufstockung der Forschungsförderung für Universität und Wirtschaftsunternehmen oder für die Tank- und Rastanlage in Pegnitz.

Aus der Erfahrung der eigenen Familie heraus habe er sich zudem um die Vertriebenenverbände gekümmert und dabei insbesondere die Aufbauleistung der Heimatvertriebenen im Landkreis betont. Als Bundesbeauftragter für nationale Minderheiten habe er zuletzt nicht nur nach Ansicht des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier weltweit „Friedenspolitik“ betrieben.

Hartmut Koschyk zusammen mit seiner Frau Gudrun

Der Kreistag habe sich glücklich geschätzt, einen so kompetenten Politiker in seinen Reihen zu wissen. Nicht hoch genug gewürdigt werden könne zudem sein ehrenamtliches Engagement, ob für das THW beim Kampf um die Erhaltung der Standorte Bayreuth und Pegnitz, den Theatersommer Fränkische Schweiz, den er jahrelang als Vorsitzender geführt hat, oder die Teichgenossenschaft Oberfranken. Nicht umsonst sei er dafür 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 2008 mit dem Bayerischen Verdienstorden gewürdigt worden. Weil Koschyk übersetzt „kleiner Korb“ bedeute, überreichte Landrat Hermann Hübner zur Goldmedaille auch noch einen etwas größeren Korb voller oberfränkischer und italienischer Spezialitäten. Bei einem Empfang kredenzte die Hotelfachschule Pegnitz unter Regie von Wilfried Desnoyer ein „Flying Büffet“ mit Spezialitäten aus der fränkischen, der italienischen und der koreaninischen Küche.

Sichtlich bewegt zitierte der Geehrte in seinen Dankesworten den Satz „An Gottes Segen ist alles gelegen“, den ihm seine Mutter einst mit auf den Weg gegeben hat, als Richtschnur für seine Arbeit. Als Sohn der Forchheimer Jugendherbergs-Eltern sei ihm die Fränkische Schweiz schon von Jugend auf vertraut gewesen. Den Wechsel nach Bayreuth habe er nie bereut. Mit seinem ehrenamtlichen Engagement habe er ein Beispiel dafür geben wollen, dass die Bürger mehr zu tun bereit sein müssten, als es ihre Pflicht sei. Dankbar sei er, dass er bei der politischen Arbeit über alle Parteigrenzen hinweg viele Freunde gewonnen habe. Weil er diese Region und seine Menschen lieb gewonnen habe, wolle er sich auch weiter dafür engagieren, insbesondere für die Belange von Kunst und Kultur, seien sie doch laut Jean Paul der „Wein des Lebens“. (Richard Reinl)

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Alexander von Humboldt- Kulturforum

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