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Japanische Exoten grasen in der Fränkischen Schweiz / Familie Braun-Hofmann in Birkenreuth züchtet Jura-Wagyus
10. Oktober 2014
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Das Fleisch ist fein und gleichmäßig marmoriert, extrem saftig und geschmackvoll. Außerdem hat es im Vergleich zu anderen Rinderrassen einen bis zu 50 Prozent höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren. In Japan zahlt man dafür Spitzenpreise, in Bayern kennt man die Wagyu-Rinder, die auch als Kobe-Rinder bekannt sind, allenfalls vom Hören sagen. Nicht so in Birkenreuth, einem kleinen Ortsteil des Marktes Wiesenttal im Landkreis Forchheim. Hier, auf dem Hof der Familie Braun-Hofmann tummeln sie sich seit Jahren auf der Weide und ihr Fleisch erfreut nicht nur Gourmets weit über Landkreisgrenzen hinweg.

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Keine Angst vor großen Tieren: der Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, Landwirt Peter Hofmann und Ehefrau Susanne Braun-Hofmann.

Wie immer spielte auch bei Susanne Braun Hofmann und ihrem Mann Peter Hofmann der Zufall eine große Rolle: der Landwirt sah einen Fernsehbeitrag über die exotischen Rinder, erzählte seiner Tierärztin davon, deren Mann zufällig Japaner ist, und schon war ein erster Kontakt hergestellt. Vier Tiere wurden im Jahr 2007 über Australien organisiert und fanden den Weg in die Fränkische Schweiz. Mittlerweile besteht die Herde aus etwa 60 Mutterkühen und vier Wagyu-Stieren, die zuverlässig für Nachkommen sorgen. „Die Tiere sind äußerst sanftmütig und überhaupt nicht aggressiv“, sagt Peter Hofmann bei einem Besuch des örtlichen Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk. Er war über Susanne Braun-Hofmann auf den Betrieb in Birkenreuth gestoßen, denn die Bäuerin gehört nicht nur dem Gemeinderat von Wiesenttal an, sondern ist auch dritte Bürgermeisterin.
„Die Japaner sind schwarz“, sagt Hofmann und deutet auf die Exoten, die sich auf einer riesigen Weide am Ortsrand tummeln. Die Tiere dienen ausschließlich zur Zucht und zur Fleischgewinnung, die Milchviehhaltung hatte Hofmann schon vor zwölf Jahren aufgegeben. Der Hof selbst, zu dem auch noch eine Biogasanlage und fünf Ferienwohnungen gehören, betreibt die Familie schon seit Generationen. Bereits vor über 20 Jahren hatte man sich für den ökologischen Landbau entschieden. Mittlerweile bewirtschaftet die Familie rund 200 Hektar Acker- und Grünland.

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Ein Teil der Herde der Familie Braun-Hofmann vor der Biogasanlage, die derzeit erweitert wird. Die schwarzen Tiere sind die japanischen Rinder, die anderen Rinder sind Kreuzungen.

„Wagyu-Rinder sind sehr gutmütig und ausgeglichen“, so der Landwirt, der auch von einer langsamen und stressfreien Aufzucht spricht. Im Sommer könnten die Tiere das frische Gras auf naturbelassenen Weiden genießen, nur den Winter über stehen sie im modernen Laufstall und werden mit Futter vom eigenen Anbau versorgt. Geschlachtet werden die Rinder in einem kleinen Schlachthof in Lauf, zwei Biometzger in Fürth und Neumarkt sorgen für das Zerlegen. Die Vermarktung läuft im Großen und Ganzen per Mund-zu-Mund-Propaganda, per Internet, geliefert wird bis nach München und schon bald soll das Fleisch auch in Bayreuth erhältlich sein, dafür will sich der Bundestagsabgeordnete Koschyk einsetzen.

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Die Wagyu-Rinder sind nicht die einzige Nische, auf die sich Susanne Braun-Hofmann und Peter Hofmann derzeit erfolgreich konzentrieren. Die Kapazität ihrer Biogasanlage am Ortsrand von Birkenreuth wird derzeit von 380 auf 760 Kilowatt verdoppelt. Nicht nur quantitativ auch qualitativ möchten die Betreiber aufrüsten, indem sie durch eine Vorversäuerung die Grasgärung verbessern und eine Reduzierung des notwendigen Materials anstreben. Mit einer Abwärmeleitung werden derzeit bereits mehrere Anwesen im Dorf beheizt. Mit einem weiteren Teil der Wärme betreibt Peter Hofmann eine eigene Trocknungsanlage mit mehreren Trocknungsboxen für Gras, Körnermais und andere Früchte, aber auch für Holz.

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„Wir sind das Bindeglied zwischen Sonne und Wind“, sagt Hofmann und meint dabei, dass er die Biogasanlage flexibel und bedarfsgerecht betreiben kann. Nur so habe Biogas seine Daseinsberechtigung, meint Susanne Braun-Hofmann, die aus Baden-Württemberg stammt. Hier werde das geflügelte Wort vom Landwirt als Energiewirt Wirklichkeit, sagte der örtliche Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk bei einem Besuch. Der Betrieb der Familie Braun-Hofmann in Birkenreuth zeige eindrucksvoll, dass es noch Nischen für Landwirte gibt, die bestens funktionieren. Und in dieser Nische könnten ruhig noch mehr mitmachen, anstatt Rindfleisch aus Argentinien zu importieren.

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There is 1 comment

  • Feruz sagt:

    Hallo Peter und Sussanne. Ich bin Feruz (Uzbekistan)

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