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Kein Weltwunder aber Marke mit ungeheurer Kraft / Bundesverkehrsminister Ramsauer besichtigte „Bayreuths schönste Baustelle“
3. August 2013
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Die Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe ist nicht nur ein tolles Prädikat und eine große Chance für eine Stadt, sondern auch eine Marke mit ungeheurer Kraft. Das sagt Oliver Junk, Oberbürgermeister von Goslar und ehemaliger CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayreuther Stadtrat.

Im Vorfeld des Bürgergespräches nutzte man die Gelegenheit und besichtigte den Sanierungsfortschritt des Markgräflichen Opernhauses (von links): CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Specht, Ingo Behrens (Stellv. Leiter der Schlösser- und Seenverwaltung Bayreuth), Landtagsvizepräsidentin a. D. Anneliese Fischer, Bundesminister Dr. Peter Ramsauer MdB, Gudrun Brendel-Fischer MdL, Parlamentarischer Staatssekretär Hartmut Koschyk MdB, Landrat Hermann Hübner und der Oberbürgermeister der Stadt Goslar, Dr. Oliver Junk.

Genauso wie Bayreuth mit dem Markgräflichen Opernhaus zum Weltkulturerbe ernannt wurde, ist auch das niedersächsische Goslar mit dem Bergwerk Rammelsberg, der Altstadt mit ihren rund 1500 Fachwerkhäusern und der Oberharzer Wasserwirtschaft eine von bundesweit 38 Weltkulturerbestätten.


Die Weltkulturerbestätten haben nichts mit den sieben Weltwunder zu tun, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, dessen Ministerium auch für die Bereiche Bau und Stadtentwicklung und damit auch für die Weltkulturerbestätten zuständig ist. Bei einer Informationsveranstaltung in Bayreuth rief Ramsauer dazu auf, mehr darüber zu sprechen, was deutsche Städte baukulturell zu bieten haben. Bei seinem Besuch sagte Ramsauer auch zu, die Förderung der Weltkulturerbestätten weiterzuführen und das entsprechende Programm fortzusetzen.

Auf einem Bildschrim kann man sich durch Markgräfliche Opernhaus klicken.

Natürlich entstehe durch die Ernennung zum Weltkulturerbe immer auch ein auch Spannungsverhältnis in der Stadtentwicklung, so Oberbürgermeister Junk aus Goslar. Zum Status Weltkulturerbe gehöre auch die Pflicht, die Stätten erhalten, zu schützen und ihren Zustand regelmäßig umfangreich zu dokumentieren. „Diese Einmischung bremst wirtschaftliche Interessen kurzfristig aus“, räumte Junk ein. Langfristig sorge der Status aber für eine gute Weiterentwicklung, da die Städte gezwungen seien, auch mal länger über ein Projekt nachzudenken. Für die Stadt Goslar bedeute das Prädikat Weltkulturerbe vor allem auch einen ganz wesentlichen Wirtschaftsfaktor. Die Stadt verzeichnete heute rund eine Million Übernachtungen und vier Millionen Tagestouristen pro Jahr. Von den etwa 250 Millionen Euro Ausgaben der Touristen entfalle etwa je die Hälfte auf den Einzelhandel, sowie auf die Hotellerie und Gastronomie.

Von der Fürstenloge aus kann man auf bedruckten Planen den Blick aus der Loge in das Opernhaus nachempfinden.

Das Opernhaus sei aber nur die „Eintrittskarte“ in die Welt der Markgrafen, sagte der Parlamentarische Finanzstaatssekretär und Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk. Zum weiteren Erbe der Markgrafen, das ein riesiges touristische Potential besitze, gehören außerdem das Neue Schloss, die Eremitage, Schloss Fantaisie in Eckersdorf und Sanspareil im Landkreis Kulmbach. All diese Stätten machten das bauliche geistige Erbe der Markgräfin aus. Neben dem Anliegen, entlang der Bundesautobahn A9 besser auf das Opernhaus als Sehenswürdigkeit hinzuweisen, verteidigte Koschyk auch die derzeitige Schließung des Hauses wegen umfangreicher Instandsetzungsmaßnahmen.


Wie berichtet wird die 19 Millionen Euro teure Generalsanierung vier Jahre dauern. Während der umfangreichen Restaurierung müssen Zuschauerraum, Bühne und Logenhaus für Besucher geschlossen bleiben. Damit die Besucher auch während der Bauzeit einen lebendigen Eindruck dieses einzigartigen Opernhauses erhalten, wurde im Foyerbau, den zwei darüber gelegenen Sälen und der Fürstenloge des Opernhauses ein „Welterbezentrum „ eingerichtet. Die von der Schlösserverwaltung mit modernster Technik gestaltete Ausstellung zeigt den Besuchern das Baudenkmal und seine Restaurierung eindrucksvoll und umfassend. Alle Besucher sollen mit Hilfe einer 3-D-Animation, einer kleinen Sonderausstellung und mehreren spektakulären Einblicken in „Bayreuths schönste Baustelle“ einen Eindruck von dem barocken Juwel erhalten.
Die Ausstellung erläutert die Architektur des Opernhauses und informiert über seinen Architekten Giuseppe Galli Bibiena. Anhand von Originalexponaten wird die außergewöhnliche Zusammenarbeit der Bauherrin Wilhelmine von Bayreuth mit diesem Mitglied der europaweit führenden Familie italienischer Theateringenieure nachgezeichnet. Ein zwei Meter langes Modell zeigt neben dem getreu wiedergegebenen Zuschauerraum auch rekonstruierte Teile der nicht mehr erhaltenen Bühnenmaschinerie des 18. Jahrhunderts.

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