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Kintopp im digitalen Zeitalter angekommen / Hollfeld soll auch weiterhin die kleinste Stadt mit eigenem Programmkino bleiben
27. August 2013
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„Wenn dieses Kino schließen muss, dann wird eine ganze Region ohne eigenes Kino sein.“ Dr. Winfried Hartl, Vorsitzender der Kintopp-Freunde Hollfeld, und der derzeitige Betreiber Ralf Söhnlein sind sich sicher, dass das Kintopp in Hollfeld erhalten werden muss. Hollfeld gilt bayernweit als kleinster Ort mit eigenem Programmkino.

Erfreut über die geglückte Digitalisierung: Kintopp-Betreiber Ralf Söhnlein, Staatsminister Thomas Kreuzer MdL, der Vorsitzende des Fördervereins Kintopp Winfried Hartl, Gudrun Brendel-Fischer MdL und Staatssekretär Hartmut Koschyk MdB.

Staatskanzleichef Thomas Kreuzer, der auch den Titel eines Medienministers trägt, liegt es ebenfalls am Herzen, die flächendeckende bayerische Kinolandschaft zu erhalten. Bei einem Besuch des Kintopps in Hollfeld zeigte er sich überzeugt davon, dass das Kino als Institution trotz DVD, Internet und Video on demand überleben wird. Den Kintopp-Verantwortlichen sagte er zu, einen Weg zu finden, damit das Kino auch künftig in der Förderung bleibt.
Ralf Söhnlein, im Hauptberuf Heizungbauer, betreibt das Kino mit seinen fast 150 Plätzen seit 2011 als Privatmann und hat als solcher gerade einen fast 100000 Euro teure Digitalisierung gestemmt. Weit über die Hälfte des Betrages wurde gefördert, unter anderem durch den Film- und Fernsehfond Bayern. Zwei Wochen dauerte der Umbau, der 35-Millimeter-Projektor ist von nun an Geschichte, das Kino ist nun endgültig im digitalen Zeitalter angekommen. Dazu kommen 16 Boxen, die erstmals Dolby-Surround-Klang versprechen, eine neue Leinwand, Elektroninstallationen und kleinere Umbauarbeiten.

Die Mitglieder des Fördervereins für den Erhalt des Kintopp im Aufführungsraum in Hollfeld.

Zu Beginn des kommenden Jahres wird der unabhängige Verein Kintopp-Freunde Hollfeld den Betrieb des Kinos aus dem Jahr 1957 übernehmen. Das Kintopp ist dann kein gewerbliches Kino mehr, der Kinobetrieb gilt dann rein formal als Zweckbetrieb des Vereins, der unter anderem auch für die Bewirtschaftung des dazugehörigen Bistros zuständig ist. „Unser Ziel ist eine schwarze Null“, so Vereinsvorsitzender Hartl.
Im Schnitt kommt Betreiber Söhnlein auf zwölf bis 15 Zuschauer pro Film, mit sieben bis acht pro Vorstellung mehr wäre ein tragfähiger Schnitt erreicht. Als Renner hätten sich daneben auch die Kinderfilme erwiesen, aber auch die Kabarett- und Musikauftritte verschiedener Künstler stießen in den zurückliegenden Monaten auf große Resonanz. Auch Schulkinowochen zusammen mit der örtlichen Gesamtschule sowie Fußballübertragungen während der zurückliegenden Welt- und Europameisterschaften hätten Jung und Alt ins Kintopp gelockt.

Nach dem Rundgang stellten die Mitglieder des Fördervereins für den Erhalt des Kintopps die geplanten Aktionen und ihr weiteres Vorgehen vor.

Vier Jahre nach der Schließung 1978 hatte die TV-Journalistin Ursula Scheicher das Kino übernommen und bis 2011 geführt. Der Parlamentarische Finanzstaatssekretär und örtliche Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk bezeichnete das Kintopp als Teil des äußerst interessanten und vielseitigen Kulturstandortes Hollfeld. „Die Stadt ist der kulturelle Kristallisationspunkt der Region“, so Koschyk.

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