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Kirche als Kompass / Staatssekretär Koschyk beim CVJM
24. November 2012
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Ohne Regeln und Grenzen funktioniert die Marktwirtschaft nicht, ohne Gebote und Verbote gibt es kein Miteinander. Das hat der Parlamentarischen Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk bei einer Vortragsveranstaltung des CVJM am Freitagabend in Bayreuth festgestellt.


Bernd Völkl vom CVJM Bayreuth, Staatssekretär Hartmut Koschyk und der CVJM-Landesvorsitzende Werner Kurtz (von links).

Der Mensch als Gottes Geschöpf müsse seine Begrenztheit erkennen und dazu immer wieder ermahnt werden. Genau das mache die christliche Tradition, indem sie den Menschen durch seine Verantwortung vor Gott und durch das Gebot der Nächstenliebe an seine Verantwortung für sich und andere erinnert, aber auch an seine Verantwortung gegenüber dem Schöpfer und der Schöpfung. „Diese Einsicht ist nicht überholt“, sagte Koschyk. Sie werde auch nicht dadurch entwertet, dass bei uns und anderswo der christliche Glaube nicht von allen geteilt wird. Vielmehr ließen sich die Grundgedanken auch denen vermitteln, die keinem christlichen Bekenntnisses angehören.
Begonnen hatte der Abend damit, dass Bernd Völkl vom CVJM dem Politiker Stichworte vorgab, die analog zum ersten Buchstaben des Nachnamens Koschyk alle mit „K“ begannen. Beim Stichwort „Kirche“ sagte Koschyk, dass er zwar katholisch sei, der Ökumene aber sehr offen gegenüber stehe und auch von ihr geprägt sei. Beim Stichwort „Kanzlerin“ bemerkte Koschyk: „Sie macht eine gute Arbeit für unser Land“ und beim Stichwort Kultur zitierte der Staatssekretär Jean Paul mit den Worten: „Kultur ist nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.“


Ganz egal ob Nachhaltigkeit, soziale Sicherungssysteme, Energieumstieg oder die Zukunft der Familien: „Ohne Grundsätze, Werte und Leitbilder, die Halt und Orientierung geben, werden wir diese Fragen nicht beantworten können und keine Lösungen finden“, so Koschyk. Wer im Meer der verschiedenen Interessen nicht orientierungslos hin und hergetrieben werden will, der benötige einen verlässlichen inneren Kompass. Koschyk bekannte dabei offen, dass es für ihn persönlich, genauso wie für viele andere Verantwortliche in der Politik wichtig sei, sich vom christlichen Menschenbild leiten zu lassen.
Ganz oben müsse dabei der Begriff Toleranz stehen. Verantwortete Freiheit drücke sich in Toleranz aus. Diese Toleranz dürfe nicht beliebig sein, sondern müsse die Fähigkeit beinhalten, sich auf den Anderen einzulassen, ihn in seinem Anderssein zu akzeptieren und als Bereicherung zu empfinden. Unvereinbar mit staatlichem Streben sei es dagegen, Menschen zu bevormunden, zu entmündigen und sie entgegen ihrer natürlichen Unterschiedlichkeiten gleichzumachen. Dies sei der Ansatz gewesen, der gerade in kommunistischen Diktaturen immer wieder zu spüren war. Das christliche Menschenbild verbiete es, Menschen nach dem eigenen Bild zu formen.


Koschyk bezeichnete es als Auftrag der Kirchen, sich immer wieder kritisch in die Politik einzumischen. Auch wenn der christliche Glaube längst nicht mehr unumstrittener Konsens der gesamten Gesellschaft sei und religiöse Bindungen abgenommen haben, entscheide sich die bleibende Bedeutung des christlichen Wertefundaments daran, dass es von bleibender Aktualität ist und sich gerade auch in zentralen Fragen der Gegenwart bewährt habe.

Zur Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs beim Bundesminister der Finanzen, Hartmut Koschyk MdB, gelangen Sie HIER.

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