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Klangschön und stimmgewaltig: Liebe, Lust und Lebensfreude / Alexander-von-Humboldt-Kulturforum und Festival Junger Künstler präsentierten Chöre aus China und Portugal
11. August 2014
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Zwei weltweit tätige und vielfach preisgekrönte Chöre machten am frühen Sonntagabend Station in Goldkronach: der Chor der Fudan Universität aus Shanghai und der Tuna-Chor der technischen Universität Lissabon. Die beiden Chöre, die Teilnehmer des 64. Festivals Junger Künstler in Bayreuth sind, könnten vom Charakter her gegensätzlicher nicht sein. Gemeinsam sind ihnen die Klanggewalt und die packende Präsentation der Klangkultur ihres Landes.

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Veranstalter des außergewöhnlichen Konzertes war das Alexander-von-Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach. Im dortigen Garten fand das Konzert aufgrund der unsicheren Wetterlage und der vorliegenden Gewitterwarnung allerdings nicht statt, die Veranstalter waren kurzerhand in die Stadtkirche ausgewichen. Nachdem das Wetter aber dann doch aushielt, hatte sich der portugiesische Chor dann aber doch kurzerhand auf den Stufen vor der Kirche aufgebaut und zumindest sein Auftritt wurde doch noch zum Open-Air-Konzert.

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Zuvor gab es traditionell chinesische als auch westliche Lieder und Musikstücke mit dem Chor der renommierten Fudan-Universität. Populäre Lieder ihres Landes über die Heimat und über die Liebe gehören zum Standardrepertoire des 20 Sängerinnen und Sänger starken Klangkörpers, der mit drei Instrumentalisten angereist war. Neben einem E-Piano waren es drei eigenwillige, typisch chinesische Instrumente, wie der Bambusflöte mit dem Namen Dizi, einem mandolinenähnlichen Zupfinstrument mit dem Namen Liuqin und einer Art Geige mit zwei Saiten, die Erhu genannt wird. Sämtliche dieser Instrumente wurden von den Musikerinnen  auch solistisch dargeboten.

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Die traditionellen Lieder trugen dabei Namen wie „Die wunderschöne Weite“, gemeint ist die Weite der Tundra, oder einer Romanze, die zwar die typischen fernöstlichen Tonfolgen enthielt, aber auch etwas an die Violinsonaten Ludwig van Beethovens erinnerte. Für Aufsehen sorgten allerdings mehr die bekannten Songs, etwa in einem traditionellen Medley amerikanischer Spirituals oder das mexikanische „La Cucaracha“. Dann forderten die Sängerinnen und Sänger das Publikum auf, mit ihnen gemeinsam durch den Seiteneingang der Stadtkirche zum Hauptportal auszuziehen und zum Hauptportal zu gehen, wo sich bereits der portugiesische Chor postiert hatte.

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Viele Musikfreunde erinnerten sich noch an das vergangene Jahr, als der „Tuna Universitaria de Instituto Superior Tecnico“, so heißt der Chor offiziell, schon einmal in Goldkronach gastierte und seine Lieder vom portugiesischen Lebensgefühl, von Sehnsucht, Liebe und Emotionen zum Besten gab. Die 26 jungen Männer, alle Studenten und Absolventen der technischen Universität Lissabon  kommen aus allen Teilen Portugals und gelten als eine der bekanntesten auf die Tradition des Fado spezialisierten Klangkörper des Landes.  Ihr Fado-Gesang handelt von Sehnsüchten, Heimweh, von unglücklicher Liebe, vergangenen Zeiten und der Sehnsucht nach besseren Zeiten. Nach Goldkronach hatte die Formation allerdings eher die lustigen Lieder mitgebracht, in denen es um überschäumende Lebensfreude, um das Studentenleben und um Lust und Liebe geht.

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In eigenwilliger Besetzung mit vielen Gitarren und Mandolinen, einem Kontrabass, einen Akkordeon, einiger Schlag- und Rhythmusinstrumenten sowie den prägnanten Stimmen gelang es dem Zusammenschluss hervorragend, das Publikum mitzunehmen und die Freude an der Musik zu übertragen.  Für besonderes Aufsehen sorgten auch diesmal die tänzerischen und akrobatischen Einlagen einiger Chormitglieder Vor allem die gekonnten Spagatsprünge sollten das Publikum immer wieder zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen.

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 „Wenn wir nach Goldkronach kommen, dann kommen wir nach Hause“, hatte die Intendantin des Festivals Sisi Thammer zur Begrüßung verkündet und viele Besucher aus der Stadt freuten sich, dass Goldkronach einmal mehr Teil des Festivals Junger Künstler war. Initiator des Konzertes war das Alexander-von-Humboldt-Kulturforum mit seinem Gründungsmitglied, dem Bundesbeauftragten für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten  Hartmut Koschyk. Der Abgeordnete hatte den Chor vor Jahren bei einem Besuch in Lissabon entdeckt und den jungen Sängern das Festival Junger Künstler in Bayreuth empfohlen. Tatsächlich hatte sich der außergewöhnliche Chor beworben und ist bereits im vergangenen Jahr zum ersten Mal auch eingeladen worden.

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Das 64. Festival Junger Künstler in Bayreuth dauert noch bis zum 31. August. Heuer nehmen exakt 288 junge Leute aus 34 Nationen daran teil. Insgesamt stehen über 80 Konzerte, Symposien, Workshops und Events auf dem Programm.

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