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Konzert zu Ehren Humboldts Geburtstag
27. September 2025
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Alexander von Humboldt lebte und wirkte in den Jahren 1792 bis 1797 in Franken, vor allem im Fichtelgebirge. Diese Tatsache nimmt das Alexander von Humboldt-Kulturforum alljährlich zum Anlass, den Geburtstag des großen Universalgelehrten gebührend zu feiern – heuer mit einem Konzert.

Dieses fand statt in der wunderbaren evang.-luth. Markgrafenkirche St. Michael am Gurtstein in Weidenberg mit dem Ensemble Terzo Brass. Hier war das Kulturforum bereits zum zweiten Mal zu Gast, im Vorjahr nämlich schon mit der Neuen Nürnberger Ratsmusik, unterstützt vom damaligen Pfarrer der St. Michaelskirche, Günter Daum, der sich ebenfalls unter die zahlreichen Besucher gemischt hatte.

Auch der frühere Weidenberger Pfarrer Günter Daum war zu Humboldts Geburtstagskonzert gekommen

Terzo Brass, das sind fünf Blechbläser, die sich seit 10 Jahren in unterschiedlicher Besetzung präsentieren und einen hervorragenden Namen bei ihren Auftritten in der Region gemacht haben, so unter anderem bei Auftritten bei den Pegnitzer Sommerkonzerten, in Betzenstein und im Ahorntal. Sie rekrutieren sich derzeit aus Klaus Hammer an der Posaune, Eckard Bosch am Waldhorn, Karl Hufnagel an der Bassposaune, sowie René Bauer und Michael Lindner an der Trompete. Unterstützt werden sie von Christine Hammer an der Orgel.

Terzo Brass, begleitet von Christine Hammer an der Orgel, spielten zum Abschied von Pfarrer und Bassposaunist Karl Hufnagel auf der Empore der Kirche

Hartmut Koschyk, der Vorsitzende des Alexander von Humboldt-Kulturforums Franken, erklärte in seiner Begrüßung, dass es neben dem Geburtstagskonzert zu Ehren Alexander von Humboldts anlässlich seines 256. Geburtstages in der Vorwoche eine Vortragsveranstaltung im mittelfränkischen Ansbach gegeben habe, um die Bedeutung Humboldts über die Region hinaus auch in ganz Franken zu dokumentieren. Dieser Vortrag werde am 23. Oktober im Rahmen der alljährlichen Kosmosvorlesung in Bayreuth wiederholt. Festredner Dr. Adrian Roßner wird dann ebenfalls zum Thema „Karl August von Hardenberg und Alexander von Humboldt – zwei Reformer in Franken“ sprechen.

Nun aber zum Geburtstagskonzert für den Universalgelehrten:

Klaus Hammer, der nach eigenen Worten nicht als Leiter des Ensembles genannt sein möchte, sondern hervorhob, dass jeder einzelne Musiker gleichberechtigt sei, führte als Moderator mit viel Wortwitz und eleganten Überleitungen durch das Programm etlicher Komponisten aus sechs Jahrhunderten. Begonnen wurde mit dem „ältesten“ Komponisten, Giovanni Gabrieli mit der Canzona per sonare No. 2, aus dem 16. Jahrhundert, der im Übergang von der Renaissance zum Barock angesiedelt ist. Aus dem Barock stammte auch das zweite Stück, Sicut locutus est aus dem Magnificat, gefolgt von einem Dixie Bach als Arrangement von Luther Henderson.

Auf diesem Plakat verewigten sich die Konzertbesucher zu Ehren des verabschiedeten Ensemblemitglieds Pfarrer Karl Hufnagel

Ebenfalls ein Barockstück war Trumpet Voluntary von Jeremiah Clarke, bei dem die fünf Bläser von Christine Hammer an der Orgel begleitet wurden.

Den nächsten Komponisten verehrte Alexander von Humboldt sehr: Ludwig van Beethoven. Von ihm gab es „Für Elise“ zu hören, ein Stück, das jedem Konzertbesucher als Klavierfassung vertraut war. Wie Hammer betonte, gab es eigentlich gar keine Person namens Elise in Beethovens Leben, was der Eingänglichkeit des Stückes aber keinerlei Abbruch tat. Von Franz von Suppé sind nicht viele Stücke volksbekannt, die Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ allerdings schon. Sie zeichnet sich durch hohen Wiedererkennungswert im Publikum aus, das die flotten Reiter der Kavallerie förmlich vor sich galoppieren sah und hörte.

Das Programmheft zum Konzert

Major Victor Ewald, geboren in St. Petersburg, war ein Universalgenie auf musikalischer Ebene und wurde mit einem seiner fünf erhalten gebliebenen Quintette zu Gehör gebracht.

Das eigentliche musikalische Verbindungsstück zu Alexander von Humboldt intonierte Christine Hammer als Orgelsolo Andante in D-Dur von dessen engem Freund Felix Mendelssohn Bartholdy.

Das seit nunmehr 10 Jahren existierende Ensemble Terzo Brass bei Humboldts Geburtstagkonzert in Weidenberg

Im Anschluss wurden die Komponisten „jünger“ und damit einhergehend auch bekannter. „From a Distance“ war dem Publikum als einfühlsamer Song, gesungen von Bette Midler, bekannt, stammt jedoch – wie Klaus Hammer erklärte – von Julie Gold und wurde quasi im „Zwiegespräch“ zwischen den beiden Trompetern Michael Lindner und René Bauer eindrucksvoll vorgetragen. In gleicher Art kam „Amazing Grace“, ein Stück, das von einer Begebenheit auf hoher See erzählt, zu Gehör und ging durch die Vortragsweise des Trompeterduos den Zuschauern unter die Haut.

Bugler´s Holiday von Leroy Anderson kam derart beschwingt daher, dass man geneigt war, dem rasanten Stück den fränkischen Namen „Hobbala Bobbala“ aufzudrücken. Die bekannten Four Hits for Five von George Gershwin schlossen den Reigen der modernen Musikstücke, bevor es eine Ankündigung von Klaus Hammer gab: Terzo Brass begaben sich auf die Empore, um zusammen mit Karl Hufnagel an der Bassposaune, selbst Gründungsmitglied und seit 10 Jahren im Ensemble mit dabei, dessen eigenes Abschiedslied „Nun danket alle Gott“ von Joh. Seb. Bach zu spielen. In der Zwischenzeit wurde ein Veranstaltungsplakat herumgereicht, das alle Konzertbesucher unterschreiben sollten zur Erinnerung an die gemeinsame musikalische Zeit. Zu Hufnagels Ehren, der Pfarrer in der Christuskirche Bayreuth war, hatten auch die weiteren Gründungsmitglieder des Ensembles, Pankraz Schrenker und der Pottensteiner Bäckermeister Johannes Frosch, das Konzert besucht und damit ihre Verbundenheit bekundet.

Annähernd 100 Konzertbesucher hatten sich in der Markgrafenkirche St. Michael am Gurtstein in Weidenberg eingefunden.

Tosender Applaus der annähernd einhundert begeisterten Zuhörer war den phantastischen Musikern sicher und bewegte diese natürlich zu einer überaus netten Zugabe: Klaus Hammer flunkerte ein wenig, als er erläuterte, dass Humboldt ein Haustier besaß, ohne das er nie ausging: eine Katze. Wer Humboldt kennt, weiß, dass dieser im hohen Alter einen Papagei (aus dem Besitz von Maximilian II.) hatte, aber das ist eine andere Geschichte… Nichtsdestotrotz war „Kraken“ von Chris Hazell ein überaus gelungener und mitreißender Abschluss von Humboldts Geburtstagskonzert – es hätte ihm sicherlich gefallen.

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Sebastian Machnitzke

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