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Kooperation statt Kirchturmdenken / Vorsitzender des Tourismusausschusses im Bundestag Klaus Brähmig besuchte das Fichtelgebirge
4. März 2011
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Zum Blick über den Tellerrand hat der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag, der Abgeordnete Klaus Brähmig die Gemeinden im Fichtelgebirge aufgefordert. „Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung wird künftig noch viel mehr und viel enger zusammengearbeitet werden müssen, als heute“, sagte Brähmig am Donnerstag bei einem tourismuspolitischen Spitzengespräch in Fichtelberg. Bei den massiven Bevölkerungsrückgängen könnten die einzelnen Gemeinde in Zukunft nicht mehr so stark sein. Brähmig sprach sich deshalb dafür aus, verstärkt Zweckverbände zu gründen oder andere Formen der Zusammenarbeit zu wählen.

Brähmig 2
Bei seinem Besuch des Fichtelgebirges hat sich der Vorsitzende des Tourismusausschusses im Bundestag Klaus Brähmig (sitzend) in das Goldene Buch der Gemeinde Warmensteinach eingetragen. Über die Schulter blickten ihm dabei (von links): Staatssekretär Hartmut Koschyk, Landrat Hermann Hübner und der Warmensteinacher Bürgermeister Klaus Voit.

Nur diejenigen Regionen, die sich zukünftig auf Kooperationen einlassen, werden im Wettbewerb der über 120 Fremdenverkehrsgebiete in Deutschland noch erfolgreich sein können.
Bei den Praktikern aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe sowie aus dem Tourismusbereich stieß der Parlamentarier dabei auf offene Ohren. Er sehe gute Perspektiven für das Fichtelgebirge, wenn einzelnen Gemeinden ihr bisheriges Kirchturmdenken aufgeben, so der neue Geschäftsführer der Tourismuszentrale Fichtelgebirge Ferdinand Reeb. Dabei sollten auch die Städte um das Fichtelgebirge herum miteinbezogen werden, meinte Engin Gülyaprak vom Hotel- und Gaststättenverband aus Bayreuth. Das westliche Fichtelgebirge dürfe sich dabei aber auch nicht zu schade sein, für die Porzellan-Highlights in Selb oder Hohenberg zu werben, so Bad Bernecks 2. Bürgermeister Alexander Popp. Gleichzeitig müsste dort aber auch Werbung für die Sommerrodelbahn in Bischofsgrün betrieben werden. Popp: „Niemand sollte künftig mehr davor zurückschrecken, touristische Angebote anderer Fichtelgebirgsorte hervorzuheben.“
Tourismusförderung sei immer auch Wirtschaftsförderung, sagte der Parlamentarische Finanzstaatssekretär und Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk, der zusammen mit Brähmig zuvor unter anderem das Waldhaus in Mehlmeisel, die Skisprungschanze in Warmensteinach und die Skischule Nordbayern in Bischofsgrün besucht hatte. Koschyk forderte alle im Tourismus tätigen Akteure auf, das Licht der Fremdenverkehrsregion Fichtelgebirge nicht unter den Scheffel zu stellen. „Wir haben ganzjährig etwas zu bieten“, sagte er und sah positive Ansätze darin, dass die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent von vielen Hotels im Fichtelgebirge bereits für Investitionen genutzt wurden.

Brähmig 1
Zu mehr Selbstbewusstsein rief auch der Vorsitzende der Tourismuszentrale Fichtelgebirge, der Bayreuther Landrat Hermann Hübner auf. Positive Zeichen seien beispielsweise aus der Steigerung bei den Gästeankünften von vier Prozent im vergangenen Jahr zu sehen. Insgesamt bezifferte Hübner die Zahl der Übernachtungen im zurückliegenden Jahr auf 1,15 Millionen. Sein Ziel sei es, das Fichtelgebirge als Dachmarke weiter zu stärken und dabei vor allem auf die Themen Natur und Kultur zu setzen.
Seine Vision von einer Vermarktung und der Motto „Fichtelgebirge 2012 – Industrie, Natur, Kultur“ stellte der Geschäftsführer der Tourismuszentrale Ferdinand Reeb vor. Ähnlich wie beim Konzept der Kulturhauptstadt „Ruhr 2010“ sollte auch das Fichtelgebirge geschlossen nach außen auftreten und sich dabei als grüne Region mit reichhaltiger Industrietradition präsentieren. Ein solches Konzept würde nicht nur den Bekanntheitsgrad des Fichtelgebirges steigern, sondern gleich auch auf interessante Produkte wie Porzellan aufmerksam machen.

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