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Koschyk: Demografiestrategie stellt Weichen, den Herausforderungen des demografischen Wandels auch in unserer Region zu begegnen!
27. April 2012
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Die Bundesregierung hat in dieser Woche ihre Demografiestrategie mit dem Titel „Jedes Alter zählt“ vorgelegt. Die Strategie beinhaltet Vorschläge, wie Deutschland und auch unsere Region künftig die Chancen und Potenziale des demografischen Wandels nutzen kann, um Wachstum und Wohlstand langfristig zu sichern. Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahrzehnten auch unsere ländlichen Räume im Fichtelgebirge und der Fränkischen Schweiz tiefgreifend verändern. Die Bevölkerungszahl wird aufgrund der kontinuierlich steigenden Lebenserwartung und dauerhaft niedriger Geburtenzahlen weiter sinken. Gleichzeitig steigt das durchschnittliche Alter der Bevölkerung.

Die Bundesregierung hat bereits mit ihrem Demografiebericht vom Oktober 2011 einen Überblick über die zu erwartende Bevölkerungsentwicklung und die bislang ergriffenen Maßnahmen zur Gestaltung des demografischen Wandels gegeben. Zudem hat sie mit dem „Handlungskonzept zur Sicherung der privaten und öffentlichen Infrastruktur in vom demografischen Wandel besonders betroffenen ländlichen Räumen“ Erfahrungen aus den Neuen Ländern ausgewertet und Lösungen aufgezeigt.

Auf der Grundlage von Demografiebericht und Handlungskonzept wurde unter Federführung von Bundesminister Hans-Peter-Friedrich nunmehr eine ressortübergreifende Demografiestrategie erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Lebensbereiche, in denen die Menschen die Auswirkungen des demografischen Wandels auch in unserer Region ganz unmittelbar und am stärksten erfahren. Die Handlungsfelder der Strategie lauten: Familie als Gemeinschaft stärken; Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten; Selbstbestimmtes Leben im Alter; Lebensqualität in ländlichen Räumen und integrative Stadtpolitik fördern; Grundlagen für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand sichern und die Handlungsfähigkeit des Staates erhalten.

Die Demografiestrategie formuliert für diese Handlungsfelder konkrete Ziele und zeigt Maßnahmen zu deren Verwirklichung auf. Sie bezieht sich dabei nicht allein auf Maßnahmen des Bundes. Es sind auch Vorschläge enthalten, die nur gemeinsam mit den Ländern und Kommunen, Verbänden, Sozialpartnern und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft zu realisieren sind. Um die Voraussetzungen für eine gelungene Kooperation zu schaffen, wird die Bundesregierung einen breiten Dialogprozess beginnen.

Wo dies für die Förderung fairer Chancen der Menschen in unserem Land sinnvoll und erforderlich ist, soll nicht nur die ressort-, sondern insbesondere auch die ebenenübergreifende Zusammenarbeit ausgebaut werden. Dazu beabsichtigt die Bundesregierung, die Gestaltungspartner regelmäßig zu einem Demografiegipfel einzuladen. Zur Vorbereitung dieser Treffen sollen Arbeitsgruppen zu Schwerpunktthemen Lösungsvorschläge entwickeln. Die Arbeitsgruppen werden auf dem ersten Demografiegipfel im Herbst 2012 eingesetzt.
Die Regionen sind sehr unterschiedlich von der demografischen Entwicklung betroffen. Anders als in den meisten Ballungsgebieten ist der demografische Wandel in den ländlichen Räumen schon heute deutlich spürbar. Es ist deshalb ausdrücklich zu begrüßen, dass sich die Bundesregierung für starke und lebenswerte ländliche Räume einsetzt.

Jede Region muss faire Entwicklungschancen haben. Dort, wo junge Familien abwandern, Unternehmen ihre Standorte verlagern, Landarztpraxen und Lebensmittelläden schließen, Wasserpreise steigen oder schnelles Internet fehlt, müssen wir entschieden gegensteuern. Die Bundesregierung wird die ländlichen Regionen unter anderem in den Bereichen ländliche Infrastruktur, Gesundheitsdienstleistungen, Breitbandversorgung und Mobilität aktiv unterstützen. dafür stehen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner und Infradtruktur-Minister Dr. Peter Ramsauer.

Nun gilt es aus den strategischen Zielen und Vorhaben der Bundesregierung schnell konkret umsetzbare Maßnahmen zu entwickeln. Die Förderprogramme müssen stärker auf die Herausforderungen der ländlichen Räume zugeschnitten und neue Finanzierungsansätze, wie zum Beispiel Regionalbudgets, genutzt werden. Bei den Regionalbudgets entscheiden die Menschen vor Ort, welche Projekte in der Region gefördert werden sollen. Das stärkt die Kreativität und den Zusammenhalt in den ländlichen Regionen.

Die Gestaltung des demografischen Wandels kann aber nur gelingen, wenn sich alle staatlichen Ebenen, gesellschaftlichen Akteure und Bürgerinnen und Bürger beteiligten. Es muss ein gemeinsamer Weg sein: Bund, Länder, Kommunen, Sozialpartner, Verbände, Bürgerinnen und Bürger. Wenn wir heute nicht anfangen zu handeln, werden wir es auch in unserer Heimat immer schwerer haben, auf die Veränderungen zu reagieren. Die Demografiestrategie der Bundesregierung stellt daher die richtigen Weichen, den Herausforderungen des demografischen Wandels auch in unserer Region wirkungsvoll zu begegnen.

Zu weiterführende Informationen auf der Internet-Seite der Bundesregierung gelangen Sie hier.

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