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Koschyk: Deutsch-dänisches Modell hat Vorbildcharakter für eine moderne Minderheitenpolitik
25. November 2014
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Gemeinsames Foto im Büro des Präsidenten des Folketing, Mogens Lykketoft: vlnr.: Botschaftsrat Olaf Iversen, Sekretariatschef des Präsidenten Søren Kouschede, Direktor des Folketing, Carsten U. Larsen, Abteilungsleiter für Europa, Christian Willer, Folketingspräsident Mogens Lykketoft, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk, Sekretariatsleiter Jan Diedrichsen, Referatsleiterin Ulrike Adamsky-Metz, Botschaftsmitarbeiter Lasse Rodewald

Der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, hat sich in Kopenhagen mit dem Präsidenten des dänischen Folketing (Parlament), Mogens Lykketoft, der Unterrichtsministerin Christine Antorini sowie mit dem Leiter des Verbindungsbüros der deutschen Minderheit in der dänischen Hauptstadt, Jan Diedrichsen und dem deutschen Botschafter in Dänemark, Claus Robert Krumrei, über die Situation der deutsch-dänischen Minderheiten im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Dänemark ausgetauscht.

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Bundesbeauftragter Koschyk gemeinsam mit dem deutschen Botschafter in Dänemark, Claus Robert Krumrei

Bundesbeauftragter Koschyk und seine Gesprächspartner waren sich einig, dass der Entwicklung im deutsch-dänischem Grenzland und der dort heute praktizierten Minderheitenpolitik eine Vorbildfunktion in Europa zukomme. Die heute im deutsch-dänischem Grenzbereich gelebte Nachbarschat hätte man angesichts des vor 150 Jahren stattgefundenen deutsch-dänischen Krieges von 1864 lange Zeit nicht für möglich gehalten. Minderheitenpolitik sei immer auch Friedenspolitik. Das deutsch-dänische Minderheitenmodell habe Vorbildfunktion für die Minderheitenpolitik in Europa und darüber hinaus. Dies gelte besonders auch vor dem Hintergrund des Ukraine –Russlandkonfliktes.
Im deutsch-dänischem Nachbarschaftsverhältnis würde die deutsche Minderheit in Nordschleswig und die dänische Minderheit in Südschleswig jeweils als Bereicherung wahrgenommen. Auch habe sich das deutsch-dänische Grenzland wirtschaftlich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt.

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Gemeinsames Foto vor dem Sekretariat der Deutschen Minderheit in Kopenhagen,  Minderheitenbeauftragter Hartmut Koschyk, Sekretariatsleiter Jan Diedrichsen, Referatsleiterin im BMI, Frau Ulrike Adamsky-Metz,  Gesandter der deutschen Botschaft, Olaf Iversen

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Die Rechte der deutschen Minderheit im dänischen Nordschleswig sowie der dänischen Minderheit in Südschleswig wurden erstmals in den „Bonn-Kopenhagener Erklärungen“ von 1955 grundlegend geregelt. Diese bilaterale Übereinkunft zwischen Deutschland und Dänemark hat bis heute Modellcharakter für eine moderne Minderheitenpolitik. Am 26. März 2015 wird der 60. Jahrestag der “Bonn-Kopenhagener Erklärungen“ mit einem Festakt in Berlin begangen, bei dem die beiden Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier und Martin Lidegaard sprechen werden.

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Das Parlamentsgebäude des dänischen Folketing

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Neben dem 60. Jahrestag der “Bonn-Kopenhagener Erklärungen“ wird im kommenden Jahr auch der 50. Jahrestag der Konstituierung des „Beratenden Ausschusses für Fragen der dänischen Minderheit“ in Deutschland begangen. Es ist der älteste der bisher vier Beratenden Ausschüsse beim Bundesministerium des Innern, der bereits 1965 eingerichtet wurde. Der Beratende Ausschuss hat die Aufgabe, über alle die dänische Volksgruppe betreffenden Fragen der Bundespolitik zu beraten. Der Ausschuss soll der dänischen Minderheit den Kontakt mit der Bundesregierung und dem Bundestag sichern. Den Vorsitz nimmt der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, wahr. Bundesbeauftragter Koschyk und Folketingpräsident Lykketoft waren sich einig, dass neben den Regierungen beider Länder auch das Dänische Folketing und der Deutsche Bundestag in die Jubiläumsfeierlichkeiten einbezogen werden sollten.

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Gemeinsames Foto mit der Unterrichtsministerin Christine Antorini: v.l: Abteilungsleiter im dänischen Unterrichtsministerium Steffen Bang, Referatsleiterin im BMI, Frau Ulrike Adamsky-Metz, Sekretariatsleiter Jan Diedrichsen, Unterrichtsministerin Christine Antorini, Botschaftsmitarbeiter Lasse Rodewald, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk, Gesandter der deutschen Botschaft, Olaf Iversen

Bei seinem Gespräch mit der dänischen Unterrichtsministerin Christine Antorini dankte Bundesbeauftragter Koschyk für die zukünftig erfolgenden Investitionen in das deutsche Schulwesen in Nordschleswig, um sie den dänischen Schulen auch im Investitionsförderungsbereich gleichzustellen. Unterrichtsministerin Antorini informierte Bundesbeauftragten Koschyk darüber, dass künftig an dänischen Schulen nicht mehr ab der 7. Klasse, sondern bereits ab der 5. Klasse eine 2. Fremdsprache verpflichtend belegt werde muss. Unterrichtsministerin Antorini gab sich überzeugt, dass dabei die deutsche Sprache die meist gewählte 2. Fremdsprache sein werde.

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Das „Nordschleswigfenster“ im dänischen Folketing erinnert an die Volksabstimmung und die neue Grenzziehung zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark im Jahre 1920, mit der Nordschleswig dänisch wurde

Bundesbeauftragter Koschyk berichtete seinerseits, dass trotz Haushaltskonsolidierung die Haushaltsmittel des Bundes im Jahr 2015 für die anerkannten nationalen Minderheiten, aber auch für deutsche Minderheiten in Mittel-, Ost- und Südosteuropa einschließlich der nichteuropäischen Nachfolgestaaten der Sowjetunion nicht gekürzt werden. Dies gelte insbesondere für die dänische Minderheit in Südschleswig und die deutsche Minderheit in Nordschleswig. Bundesregierung und Bundestag hätten damit den gewachsenen Stellenwert der Minderheitenpolitik eindrucksvoll Rechnung getragen, so Bundesbeauftragter Koschyk.

Einen Artikel auf der Internetseite der deutschsprachigen Zeitung „Der Nordschleswiger“ zum Gespräch mit dem Präsidenten des dänischen Folketing (Parlament), Mogens Lykketoft, finden Sie hier.

Einen Artikel auf der Internetseite der deutschsprachigen Zeitung „Der Nordschleswiger“ zum Gespräch mit der dänischen Unterrichtsministerin Christine Antorini finden Sie hier.

Zu weiteren Artikel zum Besuch von Bundesbeauftragten Koschyk gelangen Sie hier

 

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There is 1 comment

  • Sehr geehrter Herr Beauftragter Koschyk,

    haben Sie vielen Dank für Ihre klaren und deutlichen Worte. Die in Dänemark gewonnenen Erkenntnisse sind sicher von großer Bedeutung für die Durchsetzung berechtigter Ansprüche anderer deutscher Volksgruppe in Ostmitteleuropa, wie etwa der unserer Landsleute in der Republik Polen auf ein durchgehend deutschsprachiges Bildungswesen.

    Für die entsprechenden Verhandlungen bei den deutsch-polnischen Rundtischgesprächen und Regierungskonsultationen wünsche ich Ihnen gutes Gelingen, Geschick und wohlwollende Gesprächspartner auf polnischer Seite!

    Alles Gute!

    Dr. Tobias Körfer / Vorsitzender AGMO e.V.

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