Allgemein Für Deutschland
Koschyk: Digitalisierung von Kulturgut und wissenschaftlichen Informationen ist hilfreich und notwendig!
27. Januar 2012
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Die Digitalisierung macht die Verbreitung kultureller und wissenschaftlicher Inhalte über das Internet möglich und einem breiteren Publikum zugänglich. Die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Die Digitalisate von ca. 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland sollen mit ihrer Hilfe und Koordination allgemein zugänglich gemacht und in die europäische und internationale Zusammenarbeit eingebracht werden.

Der Deutsche Bundestag hat in dieser Woche einen gemeinsamen Antrag von CDU/CSU und FDP beschlossen, den Auf- und Ausbau der zentralen technischen Infrastruktur der Deutschen Digitalen Bibliothek voranzutreiben, diese möglichst bald in einer ersten Version für die Öffentlichkeit freizuschalten und schnellstmöglich vollständig auszubauen. Die Digitalisierung soll im Rahmen der Deutsche Digitale Bibliothek weiter intensiviert werden, damit kulturelles Erbe und wissenschaftliche Information im gebotenen Umfang online verfügbar werden. Die Bundesregierung wird in diesem Zusammenhang prüfen, inwieweit zusätzliche Finanzierungshilfen, insbesondere privater Dritter sowie auf Ebene der Europäischen Union, für die Deutsche Digitale Bibliothek erschlossen werden können.

Die umfassende Verzahnung von Wissen ist ein Menschheitstraum. Das Zeitalter der Digitalisierung hilft, diesen Menschheitstraum Wirklichkeit werden zu lassen. Ziel ist es, dass Wissen und Kulturgüter nicht nur digital gesichert, sondern auch, dass jeder unter Wahrung des Urheberrechts online über alle gewünschten Informationen verfügen kann. Dazu soll die im Aufbau befindliche Deutsche Digitale Bibliothek entscheidend beitragen. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen, das am 2. Dezember 2009 von der christlich-liberalen Bundesregierung und auf der Jahreskonferenz der Ministerpräsidenten beschlossen wurde.

Mit der Deutschen Digitalen Bibliothek wird das digitale Angebot der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen schrittweise vernetzt, über ein gemeinsames nationales Portal der Öffentlichkeit unentgeltlich zugänglich gemacht und in die Europäische Digitale Bibliothek „Europeana“ integriert. Im Endausbau sollen ca. 30.000 Kultur- und Wissenschaftsein-richtungen in die Deutsche Digitale Bibliothek eingebunden sein. Sie wird digitale Kopien von Werken aller Art, d. h. von Büchern, Bildern, Archivalien, Noten, Musikstücken, Filmen, 3D-Aufnahmen von Skulpturen und Kulturdenkmalen, aus Bibliotheken, Archiven, Museen und wissenschaftlichen Instituten umfassen.

Eine breit angelegte Digitalisierung von Kulturgut und wissenschaftlichen Informationen ist auch deshalb notwendig, da nach Prognosen von Experten alles, was nicht im Internet verfügbar ist, in einer Generation von der Weltgemeinschaft nicht mehr wahrgenommen wird.

Seit 1997 wurden bereits über 100 Mio. Euro in die Digitalisierung von Kulturgut und wissenschaftlichen Informationen investiert. Die vorhandenen digitalen Bestände sollen mit der Deutschen Digitale Bibliothek erstmals zentral und mit kompatiblen Standards zugänglich gemacht werden. Im Übrigen gehen die Digitalisierungen von Kulturgut und wissenschaftlichen Informationen fortwährend weiter. In diesem Zusammenhang ist auch die geplante enge Zusammenarbeit zwischen der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und der künftigen Dauerausstellung im Deutschlandhaus in Berlin mit dem Lastenausgleichsarchiv in Bayreuth zu begrüßen, da sich hier einmalige Archivalien zu dem Themenkomplex Flucht und Vertreibung befinden. So sollen Besucher des Berliner Deutschlandhauses beispielsweise künftig digital in Bayreuther Archivalien recherchieren können.

Mit Blick auf Katastrophen wie den Einsturz des Kölner Stadtarchivs oder den Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar soll im Rahmen der Deutschen Digitalen Bibliothek sichergestellt werden, dass das Kulturerbe und wissenschaftliche Informationen mindestens in digitaler Form für künftige Generationen gesichert werden und unter Wahrung des Urheberrechtes verfügbar bleiben. Neben der weltweiten Vernetzung von Wissen ist deshalb die Bewahrung unseres kulturellen Erbes Ziel der Digitalisierung von Kulturgut.

Darüber hinaus ist in Zeiten der Globalisierung und des internationalen Wettbewerbs der weltweite Zugang zu Wissen ebenso wichtig wie der grenzüberschreitende Austausch von Waren und Dienstleistungen. Mit ihrem weltweit abrufbaren Onlineangebot und der Präsentation der Bestände über das Portal der Online-Bibliothek „Europeana“ wird die Deutschen Digitale Bibliothek kulturell, wissenschaftlich, technologisch und wirtschaftlich daher auch eine angemessene Außenrepräsentation Deutschlands bieten.

Die Bundesregierung wird die Digitalisierung für unser kulturelles Erbe rasch voranzubringen. Mit der Deutschen Digitalen Bibliothek werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Verfügungsgewalt über das teilweise über Jahrhunderte gewachsene kulturelle Erbe auch in seiner digitalen Form in öffentlicher Verantwortung und für die kommenden Generationen bewahrt bleibt.

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