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Koschyk: Einsatz für die Religionsfreiheit weltweit muss weiterhin wichtiger Bestandteil einer wertegeleiteten deutschen Außenpolitik bleiben
10. Januar 2014
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ChrHP10012014In dieser Woche hat das Christliche Hilfswerk Open Doors den Weltverfolgungsindex 2014 veröffentlicht. Der jährlich veröffentlichte Weltverfolgungsindex ist eine Rangliste von 50 Ländern, die anzeigt, wo Christen wegen ihres Glaubens am stärksten verfolgt und diskriminiert werden. Damit wird das Ausmaß von Verfolgung und Unterdrückung von Christen in aller Welt erfasst und dokumentiert. Erstellt wird der Index von einer internationalen Expertengruppe in Zusammenarbeit mit den Christen der betroffenen Länder. Mit diesem Index macht Open Doors Kirchen, Gesellschaft, Medien und Politik die Situation der verfolgten Kirche bewusst.

Nordkorea belegt Platz eins in der Rangliste. Danach führt das kommunistische Land zum zwölften Mal in Folge die Liste der 50 Staaten an, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Dort wird den Angaben zufolge bereits der Besitz einer Bibel mit Todesstrafe oder Arbeitslager für die ganze Familie geahndet. Man kann mit Sicherheit sagen, dass sich für die christliche Minderheit im Land seit Kim Jong-Uns Machtübernahme nichts zum Besseren verändert hat. Auf den Plätzen zwei bis neun folgen Staaten, in denen vor allem islamistische Extremisten die Religionsfreiheit mit Gewalt unterbinden, darunter Somalia (Platz 2), Syrien (3), Irak (4) und Afghanistan (5).

Sowohl Politik, als auch die Medien stehen in der Pflicht, sich dieses Themas anzunehmen. CDU und CSU beobachten seit vielen Jahren mit Sorge, wie Christen in verschiedenen Regionen der Welt bedrängt und verfolgt werden. 2010 haben Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion den „Stephanuskreis“ gegründet, der sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Christenverfolgung beschäftigt. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder MdB, hat zudem in der zurückliegenden Wahlperiode vielfach die Gelegenheit genutzt, im Rahmen von offiziellen Besuchen und diplomatischen Initiativen auf eine Verbesserung der Lage christlicher Minderheiten zu drängen. Mit verschiedenen Veranstaltungen trug die CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Thema in die Öffentlichkeit. So lautete beispielsweise der Titel eines Fraktionskongresses „Religionsfreiheit verteidigen, Christen beistehen, um die breite Öffentlichkeit für das Thema anhand der Situationen der Christen in Syrien, Nigeria und Indien zu sensibilisieren.

Auf Initiative von CDU und CSU wurden in der zurückliegenden Legislaturperiode zwei wichtige parlamentarische Initiativen auf den Weg gebracht: Der Antrag „Religionsfreiheit weltweit schützen“ unterstreicht, dass sowohl das öffentliche Bekenntnis als auch das Werben für die eigene Religion nicht eingeschränkt werden dürfen. Zentraler Bestandteil der durch die Erklärung der Menschenrechte garantierten Religionsfreiheit ist zudem das Recht, den Glauben wechseln zu dürfen. Dieses Recht ist insbesondere in vielen muslimisch geprägten Staaten eingeschränkt und gilt hier nur für Konversionen zum Islam. Ein Austritt aus dem Islam etwa zum Christentum wird zum Teil strafrechtlich verfolgt bis hin zur Todesstrafe für diese sognannte Apostasie (Abfall vom Glauben), wie z. B. im Iran und in Saudi-Arabien. Für den Erhalt eines der ältesten christlichen Klöster der Welt in der Türkei setzen sich CDU und CSU nachdrücklich ein, nicht zuletzt mit dem Antrag in der zurückliegenden Legislaturperiode „Fortbestand des Klosters Mor Gabriel sichern“. Das Kloster ist seit Jahren durch andauernde und rechtsstaatlich fragwürdige Gerichtsverfahren in seiner Existenz bedroht. Eine 1600 Jahre bestehende Tradition und Kultur ist dadurch stark gefährdet.

Der Einsatz für die Religionsfreiheit weltweit muss weiterhin wichtiger Bestandteil der wertegeleiteten deutschen Außenpolitik bleiben. In ihrem Koalitionsvertrag hat sich die von CDU und CSU geführte Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ausdrücklich zum Schutz der Religionsfreiheit bekannt. Angesichts der Tatsache, dass Christen zahlenmäßig am meisten von Bedrängnis und Verfolgung betroffen sind, legen CDU und CSU zurecht ein besonderes Augenmerk auf die Lage christlicher Minderheiten.Diktatoren wie beispielsweise Kim Jong-un in Nordkorea muss weiterhin klar und deutlich vor Augen geführt werden, dass der Ausbau von bilateralen Beziehungen untrennbar mit der Wahrung der Menschenrechte und dem Recht auf freie Religionsausübung verbunden ist.

Als früherer langjähriger Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe besuchte Koschyk in Pjöngjang auch die unter strikter staatlicher Kontrolle stehenden christlichen Gemeinden. Foto: Gemeinsam mit dem eavangelischen Pastor und der damaligen Deutschen Botschafterin in Nordkorea Doris Hertrampf

Als früherer langjähriger Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe und deutscher Ko-Vorsitzender des bilateralen Deutsch-Koreanischen Forums habe ich bei meinen zahlreichen Reisen nach Nordkorea diesen Zusammenhang meinen nordkoreanischen Gesprächspartner stets verdeutlicht. Auch habe ich bei meinen Besuchen in Pjöngjang die unter strikter staatlicher Kontrolle stehenden christlichen Gemeinden (zwei evangelische Gemeinden und eine katholische Gemeinde) besucht.

Der vorliegende Weltverfolgungsindex führt in erschreckender Offenheit vor Augen, dass das Thema „Christenverfolgung“ nicht mit der römischen Antike unter Kaiser Nero und dem Toleranzedikt des Jahres 313 seinen Abschluss fand und keinesfalls allein ein historisches Thema ist. Im Gegenteil, heute sind Christen die weltweit zahlenmäßig am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft. Der Einsatz für die Religionsfreiheit weltweit muss daher weiterhin wichtiger Bestandteil einer wertegeleiteten deutschen Außenpolitik bleiben!

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