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Koschyk: Einsatz für Religionsfreiheit weltweit muss weiterhin wichtiger Bestandteil einer wertegeleiteten deutschen Außenpolitik bleiben
13. Januar 2017
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In dieser Woche hat das Christliche Hilfswerk Open Doors den „Weltverfolgungsindex 2017“ veröffentlicht. Der jährlich veröffentlichte Weltverfolgungsindex ist eine Rangliste von 50 Ländern, die anzeigt, wo Christen wegen ihres Glaubens am stärksten verfolgt und diskriminiert werden. Damit wird das Ausmaß von Verfolgung und Unterdrückung von Christen in aller Welt erfasst und dokumentiert. Erstellt wird der Index von einer internationalen Expertengruppe in Zusammenarbeit mit den Christen der betroffenen Länder. Mit diesem Index macht Open Doors Kirchen, Gesellschaft, Medien und Politik die Situation der verfolgten Kirche bewusst.

Die Verfolgung von Menschen allein wegen ihrer Religionszugehörigkeit nimmt in vielen Regionen der Welt immer dramatischere Formen an. Der Bericht von Open Doors belegt dies am Beispiel der Christen erneut in aller Deutlichkeit. Etwa 650 Millionen Christen leben in den 50 Ländern, die im „Weltverfolgungsindex 2017“ aufgeführt werden. Nach einer neuen Einschätzung leiden mehr als 200 Millionen von ihnen unter einem hohen Maß an Verfolgung. Erschütternd ist die Feststellung, dass der Grad der Verfolgung laut vorliegendem Bericht noch zugenommen hat und Christen in noch mehr Regionen der Welt Opfer von Unterdrückung und Gewalt geworden sind. Insbesondere in den hinduistischen, buddhistischen und islamischen Ländern Asiens ist laut dem vorliegenden „Weltverfolgungsindex 2017“ der Druck auf Christen durch wachsenden religiösen Nationalismus gewachsen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hat Open Doors eine Neueinschätzung der Situation vorgenommen und die vor neun Jahren ermittelte Schätzung von weltweit rund 100 Millionen verfolgten Christen auf 200 Millionen verfolgte Christen aktualisiert.

Wvi 2017 Platzierungen

Nordkorea belegt Platz eins in der Rangliste. Danach führt das kommunistische Land zum fünfzehnten Mal in Folge die Liste der 50 Staaten an, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Seit Jahren gibt es keine echte Veränderung: Der Druck auf Christen bleibt laut dem vom christlichen Hilfswerk Open Doors veröffentlichten „Weltverfolgungsindex 2017″ in allen Lebensbereichen außergewöhnlich hoch und ist zusätzlich noch mit gewaltsamem Vorgehen gegen die christliche Minderheit verbunden. In dem Ranking folgt Somalia, Afghanistan, Pakistan der Sudan und Syrien.

Der Bericht von Open Doors muss uns aufrütteln. Es ist zutiefst erschütternd, dass der Grad der Verfolgung von Christen so dramatisch zugenommen hat. Deutschland und Europa, aber auch die gesamte Weltgemeinschaft müssen noch stärker als bisher den wachsenden religiösen Fanatismus ächten. Alle Staaten, alle Kirchen und alle friedliebenden Religionsgemeinschaften müssen hier zusammenstehen, um die Religionsfreiheit generell zu verteidigen. Gerade auch den verfolgten und bedrängten Christen müssen wir unsere Hilfe gewähren.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird in ihrem Engagement für die Religionsfreiheit nicht nachlassen. 2010 haben Abgeordnete der CDU/CSU-Bundestagsfraktion den „Stephanuskreis” gegründet, der sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Christenverfolgung beschäftigt. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder MdB, hat zudem vielfach die Gelegenheit genutzt, im Rahmen von offiziellen Besuchen und diplomatischen Initiativen auf eine Verbesserung der Lage christlicher Minderheiten zu drängen. Auf Initiative der Unionsfraktion fand Ende 2016 eine internationale Parlamentarierkonferenz in Berlin statt. An ihr nahmen rund 110 Abgeordnete verschiedener Religionen und politischer Ausrichtung aus 60 Ländern teil. Auch 2017 wird die Unionsfraktion die Frage der Religionsfreiheit auf Reisen und in Veranstaltungen immer wieder thematisieren. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird in ihrem Engagement für die Religionsfreiheit nicht nachlassen.

Der Einsatz für die Religionsfreiheit weltweit muss weiterhin wichtiger Bestandteil der wertegeleiteten deutschen Außenpolitik bleiben und die Bundesregierung muss in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik weiterhin stets auf die Einhaltung der Religionsfreiheit pochen. Denn die Wahrung der Glaubens- und Gewissensfreiheit ist Voraussetzung für den Frieden in der Welt geworden.

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Die Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages gemeinsam mit Botschafter Dr. Thomas Schäfer, Martin Tutsch (Mitarbeiter Deutsche Botschaft), Prof. Eun-Jeung Lee (FU Beriln) und dem Pfarrer der Evangelischen Pongsu-Kirche in Pjöngjang, Song Chol Min (5.v.l)

Die größte Gefahr für Christen bleibt weiterhin in vielen Ländern der islamistische Fundamentalismus. So sind im Irak Christen aus ganzen Landstrichen verschwunden. Aber auch Staaten, wie beispielsweise Nordkorea, muss weiterhin klar und deutlich vor Augen geführt werden, dass der Ausbau von bilateralen Beziehungen untrennbar mit der Wahrung der Menschenrechte und dem Recht auf freie Religionsausübung verbunden ist. Als Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe und deutscher Ko-Vorsitzender des bilateralen Deutsch-Koreanischen Forums habe ich bei meinen zahlreichen Reisen nach Nordkorea diesen Zusammenhang meinen nordkoreanischen Gesprächspartner stets verdeutlicht. Auch habe ich bei meinen Besuchen in Pjöngjang die unter strikter staatlicher Kontrolle stehenden christlichen Gemeinden (zwei evangelische Gemeinden und eine katholische Gemeinde) besucht. Zuletzt wurden bei meinem Besuch mit einer Delegation der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages in Pjöngjang im Oktober 2015 die katholische Jangchung-Kirche und die evangelische Pogsu-Kirche besucht.

Der vorliegende Weltverfolgungsindex führt in erschreckender Offenheit vor Augen, dass das Thema „Christenverfolgung” nicht mit der römischen Antike seinen Abschluss fand und keinesfalls allein ein historisches Thema ist. Im Gegenteil, heute sind Christen die weltweit zahlenmäßig am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft. Der Einsatz für die Religionsfreiheit weltweit muss daher weiterhin wichtiger Bestandteil einer wertegeleiteten deutschen Außenpolitik bleiben!

Zur Internet-Seite von Open Doors mit weiterführenden Informationen gelangen Sie hier.

Den veröffentlichten Bericht „Weltverfolgungsindex 2017″ können Sie hier herunterladen.

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