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Koschyk führt konstruktive Gespräche in Kopenhagen zur deutsch-dänischen Minderheitenpolitik!
16. Dezember 2016
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Gesandtin Anke Meyer, BdN-Generalsekretär Uwe Jessen, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB,  Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard, der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, der Vorsitzende des Südschleswigschen Vereins / Sydslesvigsk Forening, ‎Jon Hardon Hansen, der Leiter des Sekretariats der Deutschen Volksgruppe in Kopenhagen, Jan Diedrichsen und SSF-Generalsekretär Jens A. Christiansen

Gemeinsam mit Vertretern der deutschen Minderheit in Dänemark und der dänischen Minderheit in Deutschland hat der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk MdB, in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen Gespräche mit Vertretern der dänischen Regierung und des dänischen Parlaments (Folketing) geführt.

Die deutsche Volksgruppe in Dänemark umfasst heute etwa 15.000 Mitglieder aus einer Gesamtbevölkerung von 250.000 in Nordschleswig. Die deutsche Minderheit besteht seit der Volksabstimmung und der neuen Grenzziehung zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark im Jahre 1920, mit der Nordschleswig dänisch wurde.

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SSF-Vorsitzender ‎Jon Hardon Hansen, Gesandtin Anke Meyer, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, BdN-Vorsitzender Hinrich Jürgensen, BdN-Generalsekretär Uwe Jessen und SSF-Generalsekretär Jens A. Christiansen

Die dänische Minderheit in Deutschland war durch den Vorsitzenden des Südschleswigschen Vereins / Sydslesvigsk Forening, ‎Jon Hardon Hansen, und durch Generalsekretär Jens A. Christiansen vertreten, der die Gespräche hervorragend vorbereitet hatte.

Die deutsche Minderheit in Dänemark war durch den Vorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, Generalsekretär Uwe Jessen und dem Leiter des Sekretariats der Deutschen Volksgruppe in Kopenhagen, Jan Diedrichsen, vertreten.

Von Seiten der Deutschen Botschaft wurde Koschyk bei seinen Gesprächen von Botschafter Claus-Robert Krumrei und Gesandtin Anke Meyer begleitet.

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Thronsaal in Schloss Christiansbourg mit einem Teppich, der von der Königin persönlich designet wurde

Im dänischen Parlament (Folketing) in Schloss Christiansborg wurde Bundesbeauftragter Koschyk von Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard empfangen. Das Schloss Christiansborg liegt auf der Insel Slotsholmen im Zentrum von Kopenhagen und beherbergt die Spitzen der drei Staatsgewalten des Königreichs Dänemark. Es ist weltweit der einzige Repräsentationsbau, der die höchsten Vertreter von Exekutive, Legislative und Judikative unter einem Dach vereint: Neben den Räumen des Parlaments Folketing befinden sich das Oberste Gericht, ein Dienstsitz des Ministerpräsidenten sowie königliche Empfangsräume im Schloss. Der heutige Bau wurde in der Zeit von 1906 bis 1937 errichtet.

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Gespräch mit Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard (1.v.l.)

Im Mittelpunkt des Gespräches mit Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard standen die geplanten Feierlichkeiten im Jahr 2020 anlässlich des 100. Jahrestages der Volksabstimmung von 1920. Mit zwei Abstimmungen in Nord- und Mittelschleswig wurde am 10. Februar 1020 bzw. am 14. März 1920 die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Dänemark festgelegt.

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Weihnachtsbaum im Dänischen Folketing

Bei dem Gespräch brachte Bundesbeauftragter Koschyk auch das von beiden Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland geplante „Haus der Minderheiten“ im historischen „Pakhus“ (Packhaus) in Flensburg ins Gespräch. Koschyk berichtete, dass der Bund, das Land Schleswig-Holstein und die Stadt Flensburg beabsichtigen, das Gebäude, das dank Finanzmitteln des dänischen Staates im Eigentum der Selbstorganisation der dänischen Minderheit, des Sydslesvigsk Forening (SSF), steht, zu sanieren. Koschyk bat Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard um Prüfung, inwieweit sich Dänemark an den Sanierungskosten beteiligen kann.

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Das Nordschleswig-Fenster im Dänischen Folketing

Nach der Sanierung soll in dem geplanten „Haus der Minderheiten“ bei Konfliktsituationen im Minderheitenbereich in Europa und darüber hinaus u.a. Workshops zum Abbau von Spannungen im Sinne von Mediation angeboten werden. Daneben soll das deutsch-dänische Minderheitenmodell für interessierte Vertreter von nationalen Minderheiten, von Diplomatie, Politik und Wissenschaft präsentiert werden. Vor allem soll die junge Generation mit den Grundsätzen einer präventiven modernen Minderheitenpolitik vertraut gemacht werden.
Bundesbeauftragter Koschyk berichtete Parlamentspräsidentin Pia Kjærsgaard auch über die aktuelle Lage im Hinblick auf die Flüchtlinge in Deutschland, die im November beschlossene Integrationsgesetzgebung sowie die allgemeine politische Lage vor den Bundestagswahlen im Herbst 2017.

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 SSF-Generalsekretär Jens A. Christiansen, Botschafter Claus-Robert Krumrei, SSF-Vorsitzender ‎Jon Hardon Hansen, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, Abgeordneter Henrik Dahl, Abgeordnete Anni Matthiesen, BdN-Vorsitzender Hinrich Jürgensen, Abgeordneter Christian Juhl, BdN-Generalsekretär Uwe Jessen, Gesandtin Anke Meyer und der Leiter des Sekretariats der Deutschen Volksgruppe in Kopenhagen, Jan Diedrichsen

Auch fand ein Gespräch mit den Abgeordneten des dänischen Folketings Christian Juhl, Anni Matthiesen und Henrik Dahl zu aktuellen Fragen der Minderheitenpolitik und der Zusammenarbeit im deutsch-dänischen Grenzland statt. Dabei wurde ebenfalls über das Jubiläumsjahr 2020 und einer dänischen Beteiligung an den Sanierungskosten für das „Haus der Minderheiten“ in Flensburg gesprochen und die dänischen Abgeordneten sagten Bundesbeauftragten Koschyk ihre Unterstützung zu.

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Botschafter Claus-Robert Krumrei, SSF-Vorsitzender ‎Jon Hardon Hansen, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, Staatssekretär Christian Kettel Thomsen, BdN-Vorsitzender Hinrich Jürgensen, SSF-Generalsekretär Jens A. Christiansen und BdN-Generalsekretär Uwe Jessen

Im Mittelpunkt eines Gesprächs mit Christian Kettel Thomsen, Staatssekretär beim Premierminister, was dem Amt des Chefs des Bundeskanzleramtes in Deutschland entspricht, standen ebenfalls aktuelle Fragen der Minderheitenpolitik und der Zusammenarbeit im deutsch-dänischen Grenzland.

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Treppenaufgang mit traditioneller Fahne Schloss Christiansborg

Im Hinblick auf das „Haus der Minderheiten“ in Flensburg sicherte Staatssekretär Thomsen Bundesbeauftragten Koschyk zu, intensiv zu prüfen, inwieweit der Staat Dänemark die Sanierung des Gebäudes unterstützen kann. Im Hinblick auf die Feierlichkeiten im Jahr 2020 anlässlich des 100. Jahrestages der Volksabstimmung von 1920, waren sich Staatssekretär Thomsen und Bundesbeauftragter Koschyk einig, dass möglichst viele Veranstaltungen von Dänemark und Deutschland gemeinsam durchgeführt werden sollen, wobei der Modellcharakter der deutsch-dänischen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 im Vordergrund stehen sollte. Diese bilaterale Übereinkunft zwischen Deutschland und Dänemark, die auch die dänische Minderheit im deutschen Südschleswig betrifft, hat bis heute Modellcharakter für eine moderne Minderheitenpolitik.

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Gemälde von König Christian X., als dieser nach der Volksabstimmung 1920 den Grenzverlauf zu Roß abritt

Auch erörterte man Möglichkeiten zur Fortentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland, wobei Staatssekretär Thomsen Dänemarks Deutschlandstrategie erläuterte, die am 4. Februar 2016 vorgestellt wurde. Bundesbeauftragter Koschyk dankte Staatssekretär Thomson, dass bei deren Erarbeitung die deutsche Minderheit in Dänemark und die dänische Minderheit in Deutschland einbezogen wurde und in der dänischen Deutschlandlandstrategie die Brückenfunktion der deutsch-dänischen Minderheit hervorgehoben wird. Auch soll die deutsch-dänische grenzüberschreitende Zusammenarbeit gestärkt und die deutsche Sprache sowie deutsch-dänische Kooperationen im Bildungsbereich gefördert werden. Hierzu wolle man eng mit den zuständigen Stellen in Deutschland zusammenarbeiten.

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Gobelin-Saal mit von der dänischen Königin designeten Wandteppichen

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Die Königin und der königliche Prinzgemahl

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In der Deutsch-Dänischen Handelskammer tauschte sich Koschyk mit Direktor Reiner Perau über die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen Dänemark und Deutschland sowie Dänemarks Deutschlandstrategie aus. Direktor Reiner Perau zeigte die dynamische Entwicklung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Dänemark auf und bekräftigte, dass deutsche und dänische Unternehmen die Umsetzung der Deutschlandstrategie unterstützen. Die dänische Deutschlandstrategie sieht nicht nur eine verstärkte Handels- und Wirtschaftskooperation im deutsch-dänischen Grenzland, sondern zwischen Deutschland und Dänemark insgesamt vor, wobei insbesondere Baden-Württemberg und Bayern im Fokus stünden.

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BdN-Generalsekretär Uwe Jessen, Doris Hansen von der Universität in Kopenhagen, SSF-Vorsitzender ‎Jon Hardon Hansen, Bundesbeauftragter Hartmut Koschyk MdB, BdN-Vorsitzender Hinrich Jürgensen, SSF-Generalsekretär Jens A. Christiansen

Bei seinem Treffen mit Minderheitenvertretern des Sydslesvigsk Forening und des Bundes Deutscher Nordschleswiger konnte sich Bundesbeauftragter Koschyk erneut von der vorbildlichen grenzüberschreitenden deutsch-dänischen Minderheitenpolitik überzeugen. Man könne zurecht mit Stolz auf das deutsch-dänische Grenzland blicken, wo sich das „Beste beider Seiten vereine“. Minderheitenpolitik sei immer auch Friedenspolitik und das deutsch-dänische Grenzland habe Vorbildfunktion für die Minderheitenpolitik in Europa, so Bundesbeauftragter Koschyk.

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Das „Collegium“ der deutschen Minderheit

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Zum Abschluss seines Aufenthaltes in Kopenhagen besuchte Bundesbeauftragter Koschyk das „Collegium 1961“ der deutschen Minderheit, wo Studierende wohnen und betreut werden. Bundesbeauftragter Koschyk hatte maßgeblich dazu beigetragen, im vergangenen Jahr notwendige Renovierungsarbeiten zu ermöglichen und damit den drohenden Verkauf des Hauses zu verhindern.

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Gemeinsam mit dem ehemaligen dänischen Botschafter in Deutschland S.E. Per Poulsen-Hansen (1.v.r.) im  „Collegium 1961“

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Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Jens Andresen (4.v.l) und Generalsekretär Knud-Erik Therkelsen (3.v.r.)

Koschyk besuchte auch noch den „Dänischen Grenzverein“(Grænseforeningen). Bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden Jens Andresen und Generalsekretär Knud-Erik Therkelsen tauschte sich Koschyk über die Arbeit des Vereins in Südschleswig und die Aktivitäten für Jugendliche im deutsch-dänischen Grenzland aus.  Neben Möglichkeiten einer Förderung des Jugendaustausches im Grenzland, stand zudem das „Haus der Minderheiten“ in Flensburg im Mittelpunkt des Gespräches.

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Der„Dänisch Grenzverein“(Grænseforeningen ) unterstützt nachhaltig das Projekt „Schülerbotschafter“, wo Schüler, die  selbst der deutschen bzw. dänischen Minderheit angehören, als sogenannte Schülerbotschafter über ihre Erfahrungen als Minderheit im deutsch-dänischen Grenzgebiet berichten. Beim Projekt „Botschafter der Kulturen“ engagieren sich hingegen Studierende, die einer Minderheit angehören, um dazu beizutragen, dass die Minderheiten in Dänemark anerkannt sind.

Zur Internetseite des Südschleswigschen Vereins (Sydslesvigsk Forening / SSF) gelangen Sie hier.

Zur Internet-Seite des Bundes Deutscher Nordschleswiger gelangen Sie hier.

Zur Internetseite des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) gelangen Sie hier

Weiterführende Informationen zur Dänischen Minderheit in Deutschland finden Sie hier.

Zur Internetseite der Minderheitenbeauftragten des Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins gelangen Sie hier.

Zur Internetseite des Minderheitensekretariats gelangen Sie hier.

Zur Internetseite des „Dänischen Grenzvereins“(Grænseforeningen) gelangen Sie hier.

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