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Koschyk: Rückbesinnung auf Religiosität ist Grundlage dafür, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen!
7. September 2012
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Der Anteil der Deutschen, der sich als religiös bezeichnet, ist rückläufig. Das geht aus Daten des irischen Marktforschungsinstituts „Gallup International“ hervor. Bei der Erhebung zur weltweiten Religiosität nannten sich 51% der befragten Deutschen „religiös“. Bei einer entsprechenden Umfrage im Jahre 2005 lag dieser Anteil noch bei 60%. 33% der Deutschen betrachten sich als nicht religiös und 15% als „überzeugte Atheisten“ (2005: 10%). In Österreich stuften sich 42% der Befragten als religiös ein. Vor sieben Jahren waren es noch 10% mehr. Lediglich nur jeder zweite befragte Schweizer beschrieb sich selbst als „religiös“. Selbst die Amerikaner lagen mit 60% noch vor den Deutschen in der Beantwortung dieser Frage.

Die vorliegenden Zahlen sollten uns wachrütteln. Deutschland ist kein religionsneutrales Land. In „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ heißt es in der Präambel unseres Grundgesetzes. In seinem Grundrechtsteil ist unsere Verfassung an den Zehn Geboten ausgerichtet, wie auch unsere gesamte Verfassungs- und Gesellschaftsordnung im christlichen Menschenbild wurzelt. Insofern ist das christliche Erbe und Wertefundament eine wesentliche Grundlage unserer Kultur und unseres Grundrechte-Verständnisses. Ich teile in diesem Zusammenhang auch das Unverständnis an einem Werbeprospekt für arabische Touristen, der die Zugspitze ohne Gipfelkreuz darstellt. Der Münchner Weihbischof Wolfgang Bischof wies zurecht darauf hin, dass Gipfelkreuze die christliche Prägung unserer Gesellschaft und damit auch unserer Kulturlandschaft zeigen und der Eindruck entstehen könnte, dass wir die religiösen Wurzeln Bayerns verleugnen wollen.

Gottlose Zeiten waren in der jüngeren deutschen Geschichte schreckliche Zeiten und es gilt, das religiöse Bewusstsein als Basis unserer Gesellschaft wieder zu stärken. Viel zu oft haben Menschen in unserem Land die Leitlinien der christlichen Wertelehre verlassen. So kann in meinen Augen auch die Finanz- und Wirtschaftskrise auf diesen Abweg vom christlichen Sittengesetz zurückgeführt werden: Hätten sich Verantwortliche in der Finanzwelt mehr an die Vorgaben der christlichen Sozialethik gehalten, wären so gravierende Verwerfungen an den Finanzmärkten nicht eingetreten. Aber auch die menschliche Gier nach möglichst hohen Renditen war Antriebsfeder der Finanzmarktkrise.

Schließlich werden wir die Herausforderungen des demografischen Wandels und die damit einhergehenden sozialpolitischen Probleme nicht ohne unser christlich geprägtes Wertesystem lösen können.

Ich halte es daher von größter Bedeutung, das religiöse Leben in unserem Gemeinwesen wieder zu stärken, unsere christlichen Grundwerte verstärkt in unserem Alltag bewusst zu leben und uns nach ihnen auszurichten. Dazu gehört auch, dass der Sonntag kein Arbeitstag ist und christliche Feiertage nicht als willkommene zusätzliche Einnahmequelle für unser Wirtschaftsleben gesehen werden. Der Sonntag als Tag der Ruhe schafft bewusst Abstand vom Alltag. Er bietet Zeit zur Erholung, aber auch für eine religiöse Besinnung, gerade auch durch den Gottesdienstbesuch in unseren christlichen Kirchen.

Wir müssen insgesamt den christlichen Glauben in unserem Land und darüber hinaus stärken und dadurch unsere Religiosität festigen. Dies ist auch eine entscheidende Grundlage für den notwendigen Respekt und die Akzeptanz gegenüber anderen Religionsgemeinschaften.

 

 

Reaktion von Hartmut Koschyk:

Liebe Netzgemeinde,

ich danke Ihnen für Ihre vielzähligen Kommentare und Meinungen zu meinem Diskussionsbeitrag zum Thema „Rückbesinnung auf Religiosität ist Grundlage dafür, die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen“.

Zu Anfang möchte ich klarstellen, dass es zu keiner Zeit meine Absicht war, Angehörige anderer Religionsgemeinschaften oder Atheisten zu diskriminieren.
Ich respektiere alle Religionen und auch den Atheismus und setze mich nachhaltig dafür ein, die Religionsfreiheit zu schützen!

Desweiteren möchte ich klarstellen, dass ich mich mit meinem Standpunkt in keinster Weise, wie von Herrn Werner Kolb behauptet, auf „verfassungswidrigem Terrain“ bewege.
Ich verweise lediglich auf das christliche Menschenbild und das christliche Wertesystem, auf dem die Grundsätze unserer Verfassung aufgebaut sind. Darauf fußt meine politische Arbeit.

Ich darf Ihnen zur weiteren Lektüre den Festvortrag zum Reformationstag 2008 der hessisch-nassauischen Kirche in der Lutherkirche Wiesbaden des langjährigen Richters am Bundesverfassungsgericht, Herrn Professor Dr. Dr. Udo di Fabio, zum Thema „Religion: Fundament oder Belastung der Demokratie?“ sowie die Besprechung seines Buches „Gewissen, Glaube, Religion. Wandelt sich die Religionsfreiheit?“ empfehlen.

Desweiteren verweise ich auf die Rede des Wiener Kardinals Christoph Schönborn „Fremdkörper oder Wurzel – Christentum in Europa“ zum Michaelsempfang am 12. September 2012 in Berlin.

 

Mit den besten Grüßen aus Berlin,
Ihr Hartmut Koschyk MdB

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There are 24 comments

  • Elli sagt:

    Es ist doch recht unwahrscheinlich, daß tote Gottessöhne wieder auferstehen, nachdem sie am Kreuz für unsere Sünden gestorben sind….sie Grundlagen unserer heutigen Gesellschaft sind doch auf anderen Grundlagen aufgebaut, daß erkennt sogar die ev,Kirche an http://www.kirche-im-aufbruch.ekd.de/images/Toleranzmagazin_Endfassung.pdf
    Gundlach, Seite 4

  • Dirk Marky sagt:

    Mein lieber Herr Koschyk,

    wie soll ich Ihren Text verstehen? Muß man zwingend Christ sein um den von Ihnen beschriebenen Wertewandel anzustehen? Ihnen ist schon klar, dass auch manches was schief lief klar auf die Kappe der Christlichen Parteien geht? Also wirklich jetzt mal!

    Grüße

    Dirk Marky

  • NeoVG sagt:

    Vielleicht wären die vorliegenden Zahlen auch ein Hinweis darauf, die Präambel des Grundgesetzes zu ändern und an die Realität im modernen, heterogenen Deutschland anzupassen, ohne gewisse Teile des Volkes aufgrund ihres Glaubens zu bevorzugen oder ihres Nichtglaubens zu diskriminieren.

    Der Grundrechtsteil unserer Verfassung sollte demnach auch nicht an Geboten aus einem alten Buch ausgerichtet sein, sondern an humanistischen Prinzipien des zivilisatorischen Zusammenlebens – welche im Endeffekt auch die Basis der zehn Gebote sind.

    Wenn Sie die religiösen Wurzeln Bayerns ansprechen, sollte man womöglich mehr Kapazitäten in die Erforschung der keltisch-germanischen Geschichte Bayerns legen, schließlich ist der Katholizismus hierzulande erst seit etwa dem 5. Jahrhundert zu finden.

    Interessant ist auch Ihr Hinweis auf die derzeitige Krise der Finanzmärkte. Betrachtet man diese geographisch, findet man ihre Auslöser und Auswirkungen fast ausschließlich in christlich geprägten Ländern. Im Gegensatz dazu haben ausgerechnet islamische Religionsgesetze ein Aufblähen und nachfolgendes Zusammenbrechen des Finanzsektors in islamisch geprägten Ländern verhindert.

  • EsEf sagt:

    Die sogenannten „christlichen Grundwerte“ sind weit älter als das Christentum und heidnischen Ursprungs. Die meisten abrahamitischen Religionen sind unverhohlen intolerant, dogmatisch und selbstzentriert. Demokratische Strukturen findet man innerhalb religiöser Organisationen eher selten, dafür ein stark hierarchisches Top-Down-System.

    Oberflächlich gesehen mag unsere Gesellschaft christliche geprägt sein. Wer sich aber in Religions-Geschichte etwas besser auskennt, weiß, daß an dem christlichen Anspruch „originär“ zu sein, wenig dran ist.

    Sie tun der Demokratie und der Menschlichkeit einen Bärendienst, wenn sie mehr Religion fordern. Und wenn ich mir so die Parteien mit dem großen „C“ im Namen ansehe … wo handeln die bitte christlich – im Sinne der Bibel, vor allem der Bergpredigt? Wir brauchen eine menschliche und soziale Ethik und keine religiösen Lügen, die nur dem Machterhalt von Bonzen und religiöser Gruppierungen dienen.

  • Werner Kolb sagt:

    Sehr geehrter Herr Koschyk,

    mal davon abgesehen, daß Ihr Text in einer säkularen Gesellschaft schlicht unmöglich ist, bewegen Sie sich damit, weil Sie „das religiöse Bewusstsein als Basis unserer Gesellschaft“ nur auf die christliche Religion beziehen, andere Religionen für Sie also offenbar nicht zählen, auf verfassungswidrigem Terrain.

  • Bernhard Hanakam sagt:

    Guten Tag, Herr Koschyk,

    was sie nicht zu verstehen scheinen, ist, dass sich die Welt stetig verändert. Die Zeiten, in denen das Christentum quasi die die alleine Religion in Bayern und Deutschland ist, sind vorbei. Und viele Christen waren auch nur Christen, weil sie hinein geboren wurden, sozusagen „weil es sich gehört“. Das sind allerdings Sichtweisen aus dem letzten Jahrhundert.
    Da sie sich auch auf das Grundgesetz berufen, werde ich es ihnen gleich tun und sie auf den Abschnitt mit der Religionsfreiheit hinweisen. Es steht jedem Bürger frei, die Religion auszuüben, die er für sich als am besten geeignet erwachtet. Ebenso steht es ihm frei, gar keine Religion auszuüben.
    Ebenso übersehen sie, dass diese christlichen Werte nicht alleine im Christentum zu finden sind. Es sind moralische und ethische Werte, die sich über alle Zeitalter durchgesetzt haben, unabhängig von der praktizierten Religion.

    Die Behauptung, dass das Zurückbesinnen auf christliche Werte irgendwas ändern oder verbessern würde, ist bestenfalls grenzwertig und zeugt von Kurzsichtigkeit. Ansonsten kann ich mich meinem Vorschreiber nur anschließen.

    Gruß
    Bernhard Hanakam

  • Hallo,

    vorab: ich respektiere Religion, ich respektiere alle Menschen, die in Einklang mit der Demokratie und den Menschenrechten ihrem Glauben und ihrer Ansichten nachgehen und diese entsprechend leben.

    Ich respektiere nicht, dass Menschen wie Sie grundsätzlich jeden humanistischen Ansatz, jeden sozialen Aspekt der vermittelt wird sofort der Religion zuschreiben. Ich gestehe gerne zu, dass einige humanistische Ansätze, mittlerweile, auch christliche oder allgemein religiöse sind. Zu behaupten, dass unser Rechtsverständnis aber auf den 10 Geboten beruht, ist schlicht an den Haaren herbeigezogen.

    Ich werde nicht töten, ich werde nichts zerstören, ich werde nichts dergleichen tun. Aber nicht deswegen, weil es in den 10 Geboten steht, die ich nicht mal alle kenne, sondern weil es schlicht dumm ist.

    Ich komme direkt zu meinem Fazit: Wir müssen nicht irgendwelche, einer Agonie unterliegenden Prozesse stoppen, sondern wir müssen Religion und Politik voneinander trennen. Wir brauchen objektive, sachliche, wissenschaftliche Politik. Das. Nichts anderes.

    LG
    Dominik Kegel

  • Bruno Kramm sagt:

    Lieber Herr Koschyk,

    besonders bitter: Würden Sie ihre Religiosität wirklich im Kern leben und Nächstenliebe zur Triebfeder ihrer Politik machen, so müssten wir uns in Punkto Menschenrechte in Asylheimen in Bayern keine Sorgen machen. Wir müssten nicht das Gleichheitsgebot bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften anmahnen. Wir müssten uns nicht um die Rechte der Frauen kümmern, denen sie gerne die Abtreibung verbieten möchten und die Sie dann samt Kind dem eigenen Schicksal aussetzen.

    Darüber ist ihre allseits präsentierte Nähe zur Institution Kirche kein wirklicher Beweis ihrer tief empfundenen Religiosität. Ganz im Gegenteil: Sie müssten dann die Missstände um Missbrauch an Schutzbefohlenen im kirchlichen Umfeld zum Chefthema machen.

    Statt dessen regen Sie sich künstlich über wegretuschierte Gipfekreuze in arabischen Tourismusprospekten auf. Sie sollten statt dessen lieber darüber reflektieren, wie sehr die eigene, noch heute zu Tage getragene Überheblichkeit auf dem aufbaut, was als Christlich weltweit Furor macht und machte.
    Vor kurzem nannte man hier sogar die Menschenrechte noch als ‘Christlich geprägt’. Eine Demonstration der Überheblichkeit sondersgleichen, denn es waren genau jene unterdrückten Menschen, die gegen ihre westlichen Unterdrücker erhoben.
    Gandhi, Martin Luther King, Malcolm X, Aimé Césaire, Léopold Sédar und viele hundert andere. Nur sehr wenige der weltweit bekannten Menschenrechtlern sind überhaupt Westeuropäer gewesen. Der Westen, der diese Menschen versklavte, ihnen ihre Religion aufgezwungen, sie massakriert, ermordet, bekriegt, enteignet und ihnen jede Würde genommen hat, hat sich nicht einmal dafür geschämt ihre Rebellion gegen das Unrecht auf dieser Welt, die ja vom Westen ausging, als die seinigen auszugeben.
    So bleiben Sie, lieber Herr Koschyk bei der christlichen Tradition, die eigene Überheblichkeit zu pflegen. Dabei erinnern Ihre Argumentationen in Ihrer Simplizität erschreckend an die US amerikanisches Auswüchse der christlichen Fundamentalisten.

    Deshalb: Wie wärs mal mit ein bisschen Kreationismus in Bayern?

    Ihr Bruno Kramm

  • slowtiger sagt:

    Sie können ja für sich so religiös sein wie Sie wollen, aber bitte drängen Sie das nicht auch noch anderen auf. Ethisches Handeln ist auch komplett ohne Religion möglich. Bitte unterstellen Sie mir nicht, verantwortungslos zu handeln, nur weil ich fröhlich ohne Religion lebe.

  • Hallo Herr Koschyk,

    Können Atheisten/Andersgläubige keine ethisch-moralische Grundeinstellung haben?
    Das Prädikat „christlich“ in einem Parteinamen zu führen bedeutet überdies nicht, nach einem „christlichen Wertefundament“ zu handeln. Mit Beispielen mag ich gar nicht erst beginnen.

    Gruß aus Forchheim,
    Stefan Kramperth

  • Jan sagt:

    Ein weit klügerer Mann sagt, dass genau das Gegenteil der Fall ist.
    Es muss einen besseren Weg als Religion und den damit verbundenen Fundamentalismus geben, um Menschen Spiritualität zu zugestehen.

    Der Dalai Lama: http://imgur.com/OWQ8V

  • Zeichner sagt:

    Befürworter eines laizistischen Staates sollte also nicht CDU wählen?

    Übrigens, wie halten sie s mit dem Einsatz der Bundeswehr im Inland?

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_08/_17/Petition_35028.html

  • Bernd Lutz sagt:

    Leider ist Deutschland kein Religionsneutrales Land. Man sollte diese Teile aus dem Grundgesetz streichen und Religion einfach Religion sein lassen. Die Leute die an Götter glauben sollen das gerne tun dürfen, aber dieser Glaube darf nicht das Leben aller anderen so stark beeinflussen.

  • Manfred sagt:

    Lieber Herr Koschyk,

    was würde sich konkret ändern, würden sich mehr Menschen zum christlichen Glauben bekennen?
    Welches konkrete Problem offenbart sich durch durch das Fehlen desselben und wie hätte dieser dieses verhindern können?

    mfG, Manfred

  • vehtoh sagt:

    Nein, müssen wir nicht!

  • Max sagt:

    „Wir müssen insgesamt den christlichen Glauben in unserem Land und darüber hinaus stärken“
    Darüber hinaus? Mit bayrisch-christlichen Missionaren oder wie?

    „Dies ist auch eine entscheidende Grundlage für den notwendigen Respekt und die Akzeptanz gegenüber anderen Religionsgemeinschaften.“

    Verstehe ich Sie da richtig; Sie wollen behaupten, dass gerade sehr religiöse Menschen besonders respektvoll gegenüber anderen Religionen sind? Da hab ich aber meine Zweifel.

    „Schließlich werden wir die Herausforderungen des demografischen Wandels […] nicht ohne unser christlich geprägtes Wertesystem lösen können.“

    Sie wollen also ein Verhütungsverbot, ja?

    Ich finde insgesamt Ihren Blogpost sehr diskriminierend gegenüber Andersgläubigen und Atheisten.
    Informieren Sie sich doch mal über den Humanismus.

  • krizm0 sagt:

    Wenn ich an die Inquisition und die „missionarische“ Arbeit in Nord- und Südamerika vor 500 Jahren denke, sowie das Engagement der katholischen Kirche im dritten Reich lässt mich stark an dem christlichen Wertefundament zweifeln. Auch wenn ich wohl Kirche und Religion trennen kann, sehe ich trotzdem Schwierigkeiten für einen Politiker, (christliche) Religion ohne Kirche fördern zu können.
    Der säkulare Staat war eine enorme Errungenschaft und bitte lassen Sie Ihre christliches Engagement aus Ihrer Politik raus.

  • M. Buten sagt:

    Als überzeugter Christ möchte ich gar nicht viele Worte machen. Möchte mich zu 100% den Aussagen des Herrn Kramm anschließen. Aber eins noch: Als Christ tut es mir weh, wie grad Parteien, die sich christlich nennen, die würde von Menschen permanent mit Füßen treten. Und um eine eine Argumentation zu verwenden, die Sie auch verstehen, wer Flüchtlinge abschiebt, soziale Ungleichheit fördert, Menschen, die sich lieben, genau diese liebe verweigert und sich dann noch christlich nenntt und dieses von anderen einfordert, betreibt nichts weiter als Gotteslästerung.

  • Manfred sagt:

    Das ist mal wieder kein Diskurs — wozu überhaupt noch Fragen stellen?

  • Michael sagt:

    Ob soziale oder andere politische/ wirtschaftliche Probleme, umfassend und nachhaltig könnten sie nur gelöst werden, wenn man sich endlich von der Vorstellung verabschiedet, dass „Liebe“ von Institutionen ausgeübt werden könne. Zur Liebe ist per definitionem nämlich nur fähig, was auch ein Herz hat, und geliebt werden kann auch nur jemand, zu dem man persönlich in Beziehung treten kann.
    Diese „Leibe“ zum Legitimations- und Leitprinzip anonymer Institutionen zu machen ist nicht nur grotesk, sondern für einen Menschen, dem das, was der Begriff „Liebe“ im Kern bezeichnet, als heilig gilt, schlichtweg Blasphemie! Wahrhaft religiöse Menschen sind von der Tatsächlichkeit des Heiligen überzeugt, glauben, dass es nicht auf die Unterstützung von Verfassungen und Gesetzen angewiesen ist, um zu wirken: wer meint, dass etwas Heiliges Unterstützung von profanen Gremien oder Instanzen brauche, der leugnet damit implizit die Heiligkeit! Was heilig ist, muss sich aus eigener Kraft (und nicht etwa Kraft menschlicher Statuten) als solches erweisen können!
    Engagement, das sich aus christlicher Sozialmoral begründet, sollte folglich auch nur von Leuten ausgeübt werden, die sich mit dieser Sozialmoral dezidiert identifizieren, eben weil sie sich durch den Ruf des Heiligen ergriffen fühlen. Diesen Menschen sei es natürlich unbenommen, ihr Engagement auch im großen Stile zu organisieren (wie es z.B. in Form der Caritas realisiert ist). Für diejenigen jedoch, die ein solcher Ruf nicht ereilt hat, sollte das Grundrecht auf Religionsfreiheit und freie Meinung implizieren, dass sie auch zum Engagement im Sinne christlicher Sozialmoral weder aktiv noch passiv (insbesondere auch nicht finanziell) genötigt werden dürften. Selbstverständlich müssten im gleichen Zuge für alle, die eine Beteiligung daran ablehnen, auch alle Rechtsansprüche auf soziale Versorgung und Beihilfe erlöschen.
    Vermutlich würde nur ein geringer Bevölkerungsanteil tatsächlich auf seine Beteiligung und Teilhabe am Sozialstaat verzichten, zumal nicht nur durch die Brille christlicher Sozialethik sondern ebenso auch islamischer Ethik oder durch Kants Ethik die Sinnhaftigkeit und moralische Güte eines tragfähigen Sozialsystems begründet werden kann.
    Nichtsdestotrotz sollte diese Option zum Ausscheiden aus dem Sozialsystem gegeben sein, solange dieses Land ernsthaft den Anspruch erheben möchte, die Freiheit und Würde seiner einzelnen Bürger gewährleisten zu wollen. Eine solche Option würde zudem nicht nur das Bewusstsein um diese Sinnhaftigkeit und Grenzen des Sozialsystems schärfen, sondern auch dem Heiligen wieder mehr Raum geben, seine Wirksamkeit augenscheinlicher unter Beweis zu stellen.

  • Nils sagt:

    Sie wollen allso allen Ernstes leugnen, daß die europäische Demokratie ihre Wurzeln im antiken Griechenland hat, bei den heidnischen Polytheisten?

    Man sollte dabei auch nicht vergessen, daß die heidnische Antike eine Zeit polytheistischer Glaubenstoleranz war – es gab so viele Götter und Kulte, daß jeder sich aussuchen konnte, welche zu verehren, welchen zu opfen ihm oder ihr beliebte. Da wurde dann auch ganz zwanglos das Pantheon einer Volksgruppe mit dem einer anderen vermischt, Götter und Riten neuinterpretiert, und Religionskriege gab es eigentlich nicht – bei Kriegen war eigentlich immer klar, daß es um Land, Rohstoffe, Sklaven ging, zu Göttern betete man zwar um den Sieg, aber man nahm sie nicht als Anlaß.

    Und wenn jemand gar nicht gläubig war, dann war das auch nicht weiter tragisch. Erst mit der Ausbreitung des Christentums (und später des Islam) wurde es religiös ungemütlich.

  • Oliver Ullrich sagt:

    Lieber Herr Koschyk,

    betrachten Sie es nicht als zivilisatorischen Fortschritt, sich von jahrtausendealten Irrlehren über die bronzezeitliche Sturm- oder Vulkangottheit Jahwe abgewendet zu haben, die wir heute allesamt als jähzornig, rachsüchtig, frauenfeindlich, boshaft, kinderfeindlich, eifersüchtig, pedantisch, willkürlich, etc. ansehen müssen?

    Das Überwinden dieser, nennen wir sie vorsichtig „Irrtümer“, ist eindeutig und unbezweifelbar ein Verdienst des rationalen Denkens und des immer weiter Zurückdrängens religiöser „Lehren“. Und jetzt kommen Sie daher und erklären uns, wir müssten uns zurück in die geistige Gefangenschaft der Priester von Jahwe, Allah, Jesus, Krishna, Zeus, Gaia und ihrer Verwandten begeben?

    Nein, Herr Koschyk, damit tun Sie weder Ihrer Sache noch der Gesellschaft einen Gefallen. Wenn Sie sich andere Werte für die Gesellschaft wünschen, können wir diese Werte ehrlich diskutieren. Aber Ihre Ziele durchsetzen durch Indoktrination oder durch das Wiederinstallierens eines religiösen Angstklimas? Wollen Sie das wirklich?

    Mit freundlichem Gruß,
    Oliver Ullrich

  • Werner Kolb sagt:

    Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland fußt auf keiner Religion, auch nicht auf der christlichen. Deshalb schützt es auch die Religionsfreiheit. Wer diese Verfassung auf ein „christliches Menschenbild“ festzulegen versucht, widerspricht dem Geist dieser Verfassung. Das sieht wohl auch Prof. di Fabio so, der ja nicht über Christentum, sondern über „Religion als Fundament oder Belastung der Demokratie“ gesprochen hat.

  • Fritz Göldner sagt:

    An den Diskussionsbeiträgen zeigt sich wieder einmal, dass es mittlerweile eine Menge an Leuten gibt, welche die mit Abstand wichtigste Lehre aus dem Dritten Reich nicht mehr verstehen oder wahr haben wollen. Noch unter Schock, aber auch in weiser Voraussicht kamen die Grundgesetzväter darin überein, die „Verantwortung vor Gott“ allen Gesetzen voran in die Präambel des Grundgesetzes aufzunehmen, um jeder Person dieses Landes vor Augen zu halten, dass es vor allem das Darüber-Hinwegsetzen über die 10 Gebote Gottes war, das Deutschland mit Volk und Regierung ins Elend trieb.

    Wer dem hebräischen (jüdischen) Gottesnamen Jahwe alles Schlechte andichtet wie es in einem der Beiträge hier geschieht, mag sich selbst fragen inwieweit er das Zeugnis unserer Grundgesetzväter verspottet und inwieweit er vom Geistesgut des Nationalsozialismus entfernt ist, welche gleiches taten. Gott ist gut. Er ist es, der unser Land noch segnet. Mein persönlicher Wunsch beim Lesen all dieser Kommentare ist die Wiedereinführung eines nationalen Buß-und Bettages. Und die Überprüfung der Lehrpläne. Jesus Christus lebt, er ist auferstanden und er ist gut.

    Herr Koschyk und jeder andere Bundestagsabgeordnete ist aufgerufen, sich selbst und eine gerechte Gesetzgebung an dem Wort Gottes zu orientieren und dafür Sorge zu tragen dass Gott und SEINE guten Taten jeder neuen Generation in diesem Land bekannt werden. Die Beiträge des Forums zeigen, dass dies bitter nötig ist.

    Nur solche Politiker verdienen überhaupt unsere Stimme.

    Der gegenständliche Beitrag des MdB Koschyk ist deshalb unbedingt richtig, wichtig und sogar als mutig zu bezeichnen.

    Gott segne Land und Leser.

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