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Mit innovativen Konzepten gegen den Ärztemangel auf dem Land / Ministerin Melanie Huml beim Runden Tisch zur Gesundheits- und Pflegepolitik in Mistelbach
9. Februar 2014
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Ärztliche Versorgung ist mittlerweile zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Das hat die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml bei einem Runden Tisch zu den Themen Pflege und Gesundheit am Samstag in Mistelbach herausgestellt. Zuvor hatte die Bürgermeisterkandidatin und stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende von Mistelbach Sabine Habla Gesundheit und Pflege als die Megathemen der Zeit bezeichnet. Ihr erklärtes Ziel sei es, dass die ärztliche Versorgung auf dem Land voll erhalten bleibt.

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Bayern sei mit Ärzten hervorragend ausgestattet, sagte Gesundheitsministerin Huml. Problematisch seien allerdings die Verteilung der Ärzteschaft und deren Altersstruktur. Je weiter man sich von den großen Städten entferne, desto größer werden die Lücken in der Versorgung. Was die Altersstruktur angeht, sei mittlerweile jeder niedergelassene Hausarzt älter als 60 Jahre, bei Fachärzten und bei Zahnärzten liege das Durchschnittsalter auch schon bei 55 Jahren.

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Bayern stelle sich der Herausforderung mit innovativen Konzepten, sagte die Ministerin. So sollten bereits Medizinstudenten unterstützt durch „Stipendien“ des Freistaates dafür begeistert werden, sich auf dem Land niederzulassen. Daneben gebe es eine Niederlassungsförderung, die Huml als gut investiertes Geld bezeichnete. Insgesamt sei das Förderprogramm mit dem Ziel, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu erhalten mit über 15 Millionen Euro ausgestattet. Das Programm werde gut angenommen, bislang hätten bereits 52 Studenten dazu motiviert werden können, sich nach dem Studium im ländlichen Raum niederzulassen. Außerdem habe der Freistaat bereits dazu beitragen können, 60 Niederlassungen und fünf Filialbildungen von Hausärzten zu fördern.

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Als weiteres wichtiges Megathema für die Zukunft bezeichnete Huml die Pflege. Die Menschen würden immer älter, viele Kinder lebten oft nicht mehr in der Region, was die Situation zusätzlich erschwere. Noch würden zwei Drittel der Pflegebedürftigen im häuslichen Bereich gepflegt. Um für das Berufsbild der Pflegerin oder des Pflegers zu werben habe ihr Ministerium die „Herzwerker“-Kampagne gestartet. „Menschliche Pflege braucht Zeit, deshalb brauchen wir auch mehr Menschen, die gerne und mit Herzblut in der Pflege arbeiten“, so Huml. Die Kampagne „Herzwerker“ des Ministeriums will mehr junge Menschen für die Pflegeberufe begeistern und zeige dabei bereits erste Erfolge. „Mit dieser Kampagne konnten die Ausbildungszahlen seit 2009 um rund 25 Prozent gesteigert werden.“, so die Ministerin. Konkret sei die Zahl der Auszubildenden von 5600 im Jahr 2009/2010 auf 6800 im Jahr 2012/2013 angestiegen.

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In einer anschließenden Diskussion sprach sich Dr. Peter Bauske unter anderem für den Erhalt der Hausarztverträge aus. Dr. Wolfgang Speckner bedauerte, dass die Umsetzung der Förderung für niedergelassene Ärzte in ländlichen Regionen zu lange dauere. Über die anwachsende Bürokratie klagte Christina Knopf von der Hummelgau-Apotheke. Man müsse den Kunden immer öfter erklären, warum er ein Medikament nicht bekommt, anstatt ihn über ein Medikament aufzuklären und zu informieren. Über gewaltig gesunkene Zuschüsse der öffentlichen Hand für die Pflege klagte Karl-Heinz Potzel aus Weidenberg. Dadurch sei die ambulante Pflege im ländlichen Raum nicht mehr gewährleistet, gerade abgelegene Gebiete würden dies als erstes spüren, da sich die Versorgung einfach nicht mehr lohnt.

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