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Mit neuer Energie ins Netz – Wertschöpfung bis zu 50 Millionen Euro jährlich möglich / Ministerin Aigner startete kommunales Informationssystem für erneuerbare Energien
21. Juli 2011
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90 Prozent der Fläche im Landkreis Bayreuth werden land- und forstwirtschaftliche genutzt. „Damit ist die Bioenergieregion startklar“, sagte Landrat Hermann Hübner am Donnerstag bei der Freischaltung des „Kommunalen Informationssystems Erneuerbare Energien“ im Bayreuther Landratsamt. Mit dem Sieg im entsprechenden bundesweiten Projektwettbewerb habe die Bioenergieregion vor zwei Jahren gewaltig an Fahrt aufgenommen, so Hübner weiter. Einen weiteren Schub erhält das ehrgeizige Projekt jetzt mit der offiziellen Online-Schaltung des Informationssystems durch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Auf der Internet-Plattform www.kommunales-informationssystem.de sollen künftig alle Verantwortlichen für ähnliche Projekte ihre Erfahrungen austauschen und einbringen können, um die Energiewende noch schneller Wirklichkeit werden zu lassen.

Bioenergieregion Aigner (1)Die Landtagsabgeordnete Gudrun Brendel-Fischer, Landrat Hermann Hübner, der Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk und Bayreuths Oberbürgermeister Michael blicken über die Schulter von Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner, die gerade das neue Kommunale Informationssystem für erneuerbare Energien freigeschaltet hatte.

„Genau das ist der richtige Weg“, sagte die Ministerin vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in Fukushima. Aigner verteidigte nachdrücklich den Entschluss, den Atomausstieg zu forcieren. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir es schaffen, wenn nicht wir, wer dann?“, so die Ministerin. Dabei dürfe nicht nur den Ausstieg immer wieder hervorgehoben, vielmehr sollte auch der Einstieg in die erneuerbaren Energien deutlich gemacht werden. Notwendig sei dazu eine Steigerung der Effizienz der Erneuerbaren Energien, aber auch das Werben um Akzeptanz in der Bevölkerung und genau die soll durch die neue Plattform erreicht werden.

Bioenergieregion Aigner (2)Zusammen mit den Bürgermeistern der Arbeitsgemeinschaft „Integrierte ländliche Entwicklung Wirtschaftsband A9 hat Bundesministerin Ilse Aigner das neue Informationsportal im Bayreuther Landratsamt vorgestellt.

Die Bioenergieregion Bayreuth war 2009 im Wettbewerb des Bundeslandwirtschaftsministeriums als einer der Sieger hervorgegangen. Insgesamt sollen dabei bis zu 400000 Euro an Fördergeldern bis Mitte 2012 in Stadt und Landkreis Bayreuth sowie einige Gemeinden darüber hinaus entlang des Wirtschaftsbandes A9 fließen, um eine selbstständige Modellregion zu schaffen, deren Konzepte künftig auch auf andere Regionen übertragen werden können.

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Langfristiges Ziel der Bioenergieregion ist es, die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen und den ländlichen Raum zu stärken. Dazu ist unter anderem vorgesehen, den Anteil regional erzeugter Bioenergie am Endenergieverbrauch der Privathaushalte in der Region von aktuell unter 20 auf über 50 Prozent zu erhöhen. Neben der Umweltbildung sollen dazu auch die Themen Information und Verbraucheraufklärung eine wichtige Rolle spielen. Mit neuen Materialien zum unterhaltsamen Lernen und entsprechenden didaktischen Konzepten könnten Schulen und Umweltbildungseinrichtungen den Zugang zu dem Thema erleichtern.

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Die Projektverantwortlichen sehen in der verstärkten Förderung der Bioenergie ein riesiges Potenzial mit neuen Arbeitsplätzen und einer direkten Wertschöpfung von bis zu 50 Millionen Euro jährlich, allein durch den Verkauf der Biomasse. Indirekt soll das Potenzial beim Zehnfachen liegen, etwa durch den Bau neuer Anlagen oder die Errichtung entsprechender Nahwärmenetze.

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Zur Bioenergieregion Bayreuth gehören neben der Stadt und dem Landkreis Bayreuth auch die interkommunale Arbeitsgemeinschaft „Integrierte ländliche Entwicklung Wirtschaftsband A9“ und damit auch einige Gemeinden aus dem Landkreis Forchheim. Insgesamt umfasst die Bioenergieregion eine Fläche von 1500 Quadratkilometern mit 200000 Einwohnern. Konzipiert wurde die letztlich erfolgreiche Bewerbung um den Preis der Bioenergieregionen vom 2008 gegründeten Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth, an der beide Gebietskörperschaften paritätisch beteiligt sind. Neben Bayreuth wurden im Freistaat auch die Bioenergieregionen Achental und Oberland in Oberbayern und Straubing-Bogen in Niederbayern als Bundessieger ausgezeichnet.

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