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Mitglieder der koreanischen Nationalversammlung informieren sich über Partnerschaft zwischen dem Regierungsbezirk Oberfranken und der Gangwon-Provinz sowie zwischen den Landkreisen Bayreuth und Goseong
14. Dezember 2017
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Der Vorsitzende des Deutsch-Koreanischen Forums, Hartmut Koschyk, der stv. Regierungspräsident von Oberfranken, Thomas Engel, die beiden Mitglieder der Nationalversammlung der Republik Korea, Park Young-Sun und Park Yong-Jin sowie der Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea, Herrn Kim Young-soo

Unter der organisatorischen Federführung der Hanns-Seidel Stiftung in Korea besuchen gegenwärtig die beiden Mitglieder der Nationalversammlung der Republik Korea, Frau Park Young-Sun und Herr Park Yong-Jin Deutschland, um sich über die Themen Gentrifizierung, Wiedervereinigung und Politische Vernetzung auszutauschen. Frau Park Young-Sun und Herr Park Yong-Jin gehören beide der Demokratische Partei an und haben ihre Wahlkreise in Seoul. Frau Park bewirbt sich ebenfalls für das Amt der Oberbürgermeisterin der Stadt Seoul. Betreut wurden beide Abgeordnete vom Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea, Herrn Kim Young-soo.

Im Rahmen ihrer Reise besuchten die beiden Abgeordneten auch die Stadt Bayreuth, Sitz der Regierung von Oberfranken, wo sie vom Ko-Vorsitzenden des Deutsch-Koreanischen Forums und langjährigen Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe herzlich begrüßt wurden. Seit 2007 gibt es durch die Vermittlung der Hanns-Seidel-Stiftung eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Regierung von Oberfranken und der Gangwon-Provinz und seit 2010 auch eine Vereinbarung zum bilateralen Austausch und zur Kooperation zwischen dem Landkreis Bayreuth und dem Landkreis Goseong in der Gangwon-Provinz. Der Landkreis Goseong und die Gangwon-Provinz sind seit dem Korea-Krieg durch die innerkoreanische Grenze geteilt. Die Gangwon-Provinz ist weltweit die einzig geteilte Provinz und Goseong der weltweit einzig geteilte Landkreis.

Gespräch mit dem Landrat des Landkreises Hermann Hübner (3.v.l.)

Gemeinsam mit Ko-Vorsitzenden Koschyk führten die beiden Abgeordneten ein Gespräch mit dem Landrat des Landkreises Bayreuth, Hermann Hübner, der Frau Park Young-Sun und Herrn Park Yong-Jin über die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Goseong informierte und über die Erfahrungen des ehemaligen grenznahen Landkreises Bayreuth vor und nach der deutschen Wiedervereinigung berichtete. Neben einer Zusammenarbeit der beiden Landkreise im Tourismussektor besteht seit 2011 auch eine Partnerschaft zwischen der Hotelfachschule Pegnitz und der Kyungdong-Universität in der Gangwon Provinz. Darüber hinaus besteht zwischen dem Landkreis Bayreuth und dem Landkreis Goseong eine Klimaschutzpartnerschaft. Im Rahmen der Unterzeichnung eines gemeinsamen Klimaschutzabkommens besuchte zwischen dem 21. und dem 24. Juni 2011 eine südkoreanische Delegation die Bioenergieregion Bayreuth. Im Oktober 2014 lud die Hanns-Seidel-Stiftung Korea zusammen mit dem Landkreis Goseong mit Bernd Rothammel, leitender Regionalmanager der Bioenergien in Bayreuth, und Dr. Nial Moores, Leiter von Vögel Korea und einem führenden Experten für Artenvielfalt in Korea, renommierte Experten ein, um über eine nachhaltige Nutzung von Holz und Wäldern als Energie, natürliche Ressource und Kulturprodukt in Goseong zu sprechen. Auch im kulturellen Bereich gibt es einen Austausch. So unternahm beispielsweise der Gesangverein Streitau im Jahr 2016 eine Konzertreise in die Republik Korea, wo er auf Einladung von Landrat Yoon Seung-Keun auch den Landkreis Goseong besuchte und ein Konzert aufführte. Auch in der Hauptstadt Seoul wurde dem Chor dank des Einsatzes der Hanns-Seidel-Stiftung ein Konzertauftritt ermöglicht.

Neben Landrat Hermann Hübner führten die beiden Abgeordneten der koreanischen Nationalversammlung auch ein Gespräch mit dem stv. Regierungspräsidenten von Oberfranken, Thomas Engel, der über die Zusammenarbeit mit der Gangwon-Provinz und über die Entwicklung Oberfrankens vor und nach der deutschen Wiedervereinigung informierte. Vizeregierungspräsident Engel erklärte, dass Oberfranken sehr von der Wiedervereinigung profitiert habe. So liegt heute beispielsweise die Arbeitslosenquote nur geringfügig über dem Landesdurchnitt des Freistaates Bayern bei 3,1 Prozent. Gerne will man die Entwicklung Oberfrankens von einer Region in Randlage zu Zeiten der deutschen und europäischen Teilung hin zu einer Mittellage und den damit verbunden wirtschaftlichen Aufschwung weitervermitteln, so Vizepräsident Engel.

Als eines der drängendsten Probleme des Regierungsbezirks Oberfranken nannte Engel den Fachkräftemangel in der Region. Gemeinsam mit den Abgeordneten Park Young-Sun und Park Yong-Jin eruierte man Möglichkeiten junge Koreaner dafür zu gewinnen in Oberfranken zu studieren und nach ihrem Studium in einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen in Oberfranken tätig zu werden. Diese künftigen jungen Mitarbeiter könnten nachhaltig dazu beitragen die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit kleinen oder mittelständischen Unternehmen in der Republik Korea zu stärken.

Im Rahmen der Gespräche informiert Koschyk u.a. auch auf seine Initiative zur Gründung der Stiftung „Ein Korea – Vertrauen, Versöhnen, Verbinden“, die ihren Sitz in der Stadt Bayreuth haben wird. Gerade aufgrund der Tatsache, dass Oberfranken und der Landkreis Bayreuth einst mit den Auswirkungen einer Randlage aufgrund der deutschen und europäischen Teilung konfrontiert waren, könne die geplante Stiftung mit Sitz in Bayreuth wertvolle Projekte auch in der Gangwon-Provinz und dem Landkreis Goseong durchführen, so Koschyk.

Katharina Landgraf MdB, Abgeordneter Park Yong-Jin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Abgeordnete Park Young-Sun, Dr. Dietlind Tiemann MdB und Thomas Konhäuser, Vorstandsmitglied des Deutsch-Koreanischen Forums e.V.

Bereits vor ihrem Besuch in der Stadt Bayreuth, besuchten die beiden Abgeordneten die Bundeshauptstadt Berlin, wo ein Gespräch mit den beiden Bundestagsabgeordneten Katharina Landgraf, Mitglied der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe, und Dr. Dietlind Tiemann stattfand. Neben dem Projektleiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea, Kim Young-Soo, nahm auch das Vorstandsmitglied des Deutsch-Koreanisches Forum e.V. an dem Gespräch teil. Themenschwerpunkte waren neben dem deutschen Wahlsystem und wirtschaftlichen Zusammenhängen, insbesondere die Erfahrungen der Bundestagabgeordneten Dr. Tiemann während ihrer Zeit als Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg an der Havel. Auf Vermittlung von Frau MdB Landgraf kam es im Anschluss im Reichstagsgebäude zu einer kurzen Begegnung mit Bundeskanzlerin Dr. Angel Merkel, die sich sehr über den Besuch der beiden Abgeordneten freute.

Weitere Informationen zur Stiftung Ein Korea – Vertrauen, Versöhnen, Verbinden erhalten Sie hier.

Zur Internetseite der Hanns-Seidel-Stiftung in Korea gelangen Sie hier.

Zur Internetseite des Deutsch-Koreanischen Forums gelangen Sie hier.

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