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Musikalische Reise zum Kultur- und Begegnungsfest nach Kesmark/Kežmarok in die Slowakei
11. Juli 2024
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Musik verbindet die Menschen und schlägt kulturelle Brücken zwischen Deutschland und den Deutschen in aller Welt. Diese uralte Erfahrung wurde bei einer unvergesslichen Reise nach Kesmark in die östliche Slowakei von Musikern aus der Region Bayreuth bestätigt. Anlass für den Auftritt der „Lustigen Oberfranken“, die dabei als musikalische Botschafter auftraten, war das alljährlich stattfindende Kultur- und Begegnungsfest der Karpatendeutschen, einer deutschen Minderheit in der Slowakei. 

Foto: Dieter Jenß
Foto: Dieter Jenß



Hintergrund: Karpatendeutsche ist ein Sammelbegriff für die deutschsprachige Minderheit in der Slowakei. Zu ihnen gehören vor allem die Zipser Sachsen. Zu den Karpatendeutschen gehören auch die außerhalb der Slowakei in rumänischen Kreisen lebende Zipser. 

Das Volksmusik-Ensemble „Die Lustigen Oberfranken“ bei ihrem Auftritt in Kesmark in der östlichen Slowakei. Foto: Dieter Jenß

Foto: Dieter Jenß

Zielsetzung des Kulturprojektes. Das Volksmusikensemble „Die Lustigen Oberfranken“ hat im Rahmen des Kulturprojektes „Lieder der Heimat“ der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland mit Sitz in Bayreuth für den Auftritt in Kesmark eigens drei neue Liedtitel produziert und aufgenommen. Bekanntlich wurde das Kulturprojekt der Stiftung, deren Vorsitzender der langjährige Bundestagsabgeordnete und frühere Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk aus Goldkronach ist, vor knapp drei Jahren ins Leben gerufen, um traditionelle deutschsprachige Volkslieder aus den Heimatregionen der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler, deutschen Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften aus aller Welt zu bewahren und weiterzuentwickeln.  

Foto: Dieter Jenß

Das Ensemble: Die Vollblutmusiker, unter ihnen der preisgekrönte Trompeter Michael Lindner, besteht aus sieben Musikern. Eine sehr wichtige Rolle spielt Michael Stößl, der in Baden-Württemberg beheimatet ist und mit Akkordeon und Gesang mitwirkt. Mit seinen Arrangements sorgt er für einen großartiger Sound. Zur Musikgruppe gehören weiter Monika Lehneis (Gitarre/Klarinette/Saxophon) aus der Klingenmühle, Siggi Stadter (Akkordeon und Schlagzeug), Bayreuth, Stefan Neubig (Kontrabass und Tuba), Volsbach, Jürgen Spätling (Klarinette und Saxophon), Glashütten sowie Hartmut Koschyk (Gesang), Goldkronach. 

Foto: Dieter Jenß

Reiseverlauf. Zur viertägigen Reise per Bus in das über 800 Kilometer entfernte Kesmark am Fuß der Hohen Tatra gehörte ein Aufenthalt mit Übernachtung in Brünn. Die zweitgrößte Stadt in Tschechien ist eine wahre historische Perle Mährens. Höhepunkt der Reise war am vergangenen Sonntag zunächst der Besuch eines ökumenischen Gottesdienstes in der hölzernen artikularen evangelischen Weltkulturerbe-Kirche in Kesmark, dem folgte ein feierlicher Stadtumzug mit verschiedenen Gruppen in ihrer traditionellen Tracht zur historischen Burg. Dort folgte das Hauptprogramm, das 16 Vereine und Abordnungen gestalteten. Zu diesen gehörte auch der Auftritt der „Lustigen Oberfranken“. Viele deutsche Lieder von „Hohe Tannen“ über „Schätze ade“ bis „Drei weiße Birken“ waren zu hören. 

Im kleinsten Hochgebirge der Welt wurde bei einer Rast nicht nur einheimischer Schnaps gereicht, sondern die „Lustigen Oberfranken“ packten auch ihre Instrumente aus und sorgten für Unterhaltung. Foto: Dieter Jenß

Der Zufall wollte es, dass beim Fest die Musiker Bekanntschaft mit einem im Ruhestand befindlichen Top-Manager von VW, Dirk Michel mit seiner Frau Anna, einer Slowakin, machte. Das Angebot eine Fahrt in die nahe Hohe Tatra zu machen, wurde umgesetzt. Dirk Michel war ein ausgewiesener Kenner der zu dem Gesamtgebirge Karpaten gehörenden Hohe Tatra, deren Hauptkamm gerade mal 27 Kilometer lang ist, aber gespickt mit 24 Gipfeln, die höher als 2500 Meter sind und das als „das kleinste Hochgebirge der Welt“ bekannt ist. 

Bei dem Kultur- und Begegnungsfest in Kesmark/Kežmarok konnte Hartmut Koschyk für die Stiftung Verbundenheit mit den anwesenden Ehrengästen wichtige Gespräche führen: Dr. Ondrej Pöss, Vorstandsvorsitzender des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei, Brunhilde Reitmeier-Zwick, Bundesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Deutschland, PhDr. Mgr. Ján Ferenčák, Bürgermeister von Kesmark/ Kežmarok und Mitglied des Slowakischen Parlaments sowie dem Botschafter der Republik Österreich in der Slowakei , Dr. Johannes Wimmer. (Foto: Katrin Litschko, M.A.)

Professionelle Aufnahmen: Hierzu hat der Komponist und Arrangeur des Ensembles, Michael Stößl, ein Arrangement zum Heimatlied der Karpatendeutschen für die „Lustigen Oberfranken“ geschrieben, das bei der Uraufführung begeistert aufgenommen wurde. Auch das traditionelle jiddische Volkslied „Tumbalaleika“ wurde von Michael Stößl neu arrangiert und von den „Lustigen Oberfranken“ eingespielt. Dabei wurde sowohl der jiddische als auch der deutsche Text gesungen. Die Stiftung Verbundenheit möchte damit zur Wertschätzung für das jüdische Volksmusikerbe und zu dessen Erhaltung beitragen. Direkt vor Ort zeichnete das Team um den Musiker und Filmproduzenten Philipp Kolodziej aus Bayreuth die Liedbeiträge auf, die demnächst auf YouTube zu sehen sein werden. 

Beim Kultur- und Begegnungsfest der Karpatendeutschen in der Slowakei in Kesmark/Kežmarok präsentieren „Die Lustigen Oberfranken“ im Rahmen des Kulturprojektes „Lieder der Heimat“ der Stiftung Verbundenheit, welches vom bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales unterstützt wurde, ein neues Arrangement des „Karpatendeutschen Heimatliedes“.

Hier können Sie in dem Informationsheft „blättern“ bzw. die Broschüre „herunterladen“.

Foto: Dieter Jenß
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Foto: Dieter Jenß
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Peter Aifeld

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