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Plädoyer für den Euro – Staatssekretär Koschyk beim Pottensteiner Bauerntag
6. Februar 2013
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Ja zur Beibehaltung der bisherigen Ausgleichszulage und nein zu den Flächenstilllegungsplänen: Für die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) der Jahre 2014 bis 2020 hat der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk (CSU) beim Pottensteiner Bauerntag Nachbesserungen gefordert. Koschyk ging dabei fest davon aus, dass die GAP-Reform nicht wie beabsichtigt schon 2014, sondern erst 2015 in Kraft treten kann.

Der stellvertretende Bayreuther Kreisobmann Hans Engelbrecht, Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer, Kreisobmann Karl Lappe, der stellvertretende Bayreuther Landrat und frühere Pegnitzer Bürgermeister Manfred Thümmler, die stellvertretende Kreisbäuerin Angelika Seyferth, Staatssekretär Hartmut Koschyk und Lothar Winkler (von links) vom Amt für ländliche Entwicklung beim Pottensteiner Bauerntag.

Koschyk zeichnete ein positives Bild von der Zukunft der Landwirtschaft aber auch von der Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise. „Für Europa würde ich sagen, wir haben das Schlimmste hinter uns, wenngleich wir aber noch nicht über dem Berg sind“, so der Politiker. Die schwere Struktur- und Schuldenkrise, in der sich Europa seit einigen Jahren befindet, resultiere aus den wirtschafts- und finanzpolitischen Versäumnissen einiger Mitgliedsländer der Eurozone. Dies dürfe aber keinesfalls dazu führen, Europa und den Euro auch nur ansatzweise in Frage zu stellen. „Die Landwirtschaft profitiert vom Euro“, sagte Koschyk und erinnerte daran, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe und des gesamten Ernährungssektors mit der Einführung des Euro deutlich verbessert habe.

Früher seien Exporterfolge durch Währungsschwankungen regelrecht aufgefressen worden, so der Staatssekretär. Heute profitiere der gesamte Agrarsektor von den Vorteilen des Euro. Wie rasant die Agrarexporte derzeit ansteigen machte Koschyk an den folgenden Zahlen fest: der deutsche Landwirt erlöse etwa jeden 4. Euro im Export, 30 Prozent der gesamten deutschen Ernährungswirtschaft gingen in den Export und in den zurückliegenden zehn Jahren hätten sich die deutschen Agrarexporte in etwa verdoppelt. „Die Qualität deutscher Landwirtschaftsexporte wird im In- und Ausland geschätzt“, so der Politiker.

Große Hoffnungen setzte Koschyk auf die erneuerbaren Energien. Mit der Energiewende habe sich für die Landwirtschaft ein ganz neues Betätigungsfeld aufgetan. Bundesweit liege der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbraucht bei rund 12,5 Prozent, 125000 Menschen arbeiteten bereits im Bereich der Bioenergien, der größte Teil davon im ländlichen Raum.

„Zu weit“ gingen dem Staatssekretär auch die Greeningpläne von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos. „Sieben Prozent landwirtschaftlicher Nutzfläche aus der Produktion zu nehmen, das werden wir nicht hinnehmen“, sagte Koschyk. Bundesweit gehe es dabei um etwa 800000 Hektar, einer Zahl die immerhin zwei Fünftel der bayerischen Ackerfläche entspreche. Deutschland würde damit auf die Produktion von fünf Millionen Tonnen Getreide und damit fast auf die Hälfte des deutschen Getreideexports verzichten. Hier seien Nachbesserungen dringend erforderlich.

Breiten Raum in der anschließenden Diskussion nahm die beabsichtigte Neuabgrenzung benachteiligter Gebiete nach biophysikalischen Kriterien ein. Das sei „höchst problematisch“, sagte Koschyk. Bundesweit würden 2,8 Millionen Hektar aus der Förderung fallen. Für ihn habe es deshalb höchste Priorität, die bisherigen Gebietskulissen beizubehalten.

Gerade für den hiesigen Raum sei die Ausgleichszulage unverzichtbar, stellte auch Kreisobmann Karl Lappe fest. Das Geld komme direkt beim Bauern an, werde in der Regel sofort wieder investiert und damit dem wirtschaftlichen Kreislauf zurückgegeben. „An diesem gewachsenen System sollten wir nicht rütteln“, so Lappe. Momentan sei der gesamte Regierungsbezirk Oberfranken in der Förderkulisse enthalten. Wenn nur noch einzelne Teile gefördert würden und andere nicht, dann sei auch Unfrieden unter den Berufskollegen zu befürchten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass von den 33 Gemeinden des Bayreuther Landkreises zehn herausfallen. “

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