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Reservisten brauchen Nachwuchs / ASP-Dialogforum: Diskussionen über Neuausrichtung der Reservisten
27. Oktober 2012
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Den Reservistenverbänden geht der Nachwuchs aus. Schon jetzt liege das Durchschnittsalter in den Verbänden bei 50 Jahren, sagte Roderich Kiesewetter, CDU-Bundestagsabgeordneter aus dem württembergischen Aalen und Präsident des Bundesverbandes der Reservisten beim Dialogforum des Außen- und Sicherheitspolitischen Arbeitskreises der CSU am Samstag in Ebermannstadt. Eingeladen hatte der Wahlkreisabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk.


Kiesewetter bedauerte, dass bei den meisten Arbeitgebern, insbesondere in der freien Wirtschaft das Verständnis für die Reservistenarbeit abhandengekommen sei. „Wir müssen viel stärker dafür werben, dass auch der Arbeitgeber etwas davon hat, wenn er seine Beschäftigten freistellt. Am einfachsten sei dies noch in Bayern, wo mit derzeit rund 100000 organisierten Reservisten eine hervorragende Arbeit geleistet werde. In den östlichen Bundesländern sei dagegen großer Nachholbedarf vorhanden.
Als denkbare künftige Aufgaben für die Reservisten schloss Kiesewetter im Rahmen des sogenannten RSU-Konzeptes Wach- und Sicherheitsdienste, Objektschutz, verschiedene Sicherheitsaufgaben oder Hochwasser- und Deichschutz nicht aus. Auch hier bei der Aufstellung sogenannter Regionale Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSU) nehme Bayern eine Vorreiterrolle ein, um die neue Heimatschutzkomponente der Bundeswehr mit Leben zu erfüllen.


Mit dem Wegfall der Wehrpflicht könnte die Nachwuchsgewinnng aber auch schon für die Bundeswehr zum Problem werden, warnte Kiesewetter. Es sollten deshalb sämtliche Anstrengungen unternommen werden, die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiv zu präsentieren. „Noch gibt es genügend Bewerber, aber die Konkurrenz wird härter.“ Schließlich stehe die Bundeswehr im Wettbewerb mit zivilen Arbeitsgebern und der Privatindustrie. Themen wie Frauen in der Bundeswehr oder die Schaffung von Kinderbetreuungsangeboten sollten deshalb künftig verstärkt in den Focus rücken.


Völlig unverständlich ist es für die Reservisten auch, dass die Bundeswehr nicht mehr in den Schulen aktiv werben beziehungsweise Veranstaltungen durchführen darf. Nur noch in acht Bundesländern seien Jugendoffiziere überhaupt noch zugelassen, sagte Kiesewetter. Doch wie soll die Sicherheitspolitik der Bundesregierung in die Köpfe junger Menschen, wenn sie ihnen niemand erklärt. Hier gehe es auch weniger um Werbung als um die hoheitliche Aufgabe der Aufklärung. Clemens M. Brosig, Bezirksvorsitzender der Reservisten in Oberfranken und Schulabteilungsleiter an der Regierung, sprach sich deshalb für eine entsprechende gesetzliche Regelung aus, zumal sich in Oberfranken vorwiegend die Gymnasien sperrten.


Bei Staatssekretär Koschyk bedankte sich Kiesewetter für den Wegfall der Besteuerung im Ehrenamt und damit für die die Steuerfreistellung aller Aufwandsentschädigungen von Reservisten. Dies sei ein wichtiges Signal für die vielen Reservisten, die ihre Freizeit, vor allem an den Wochenenden, opfern. Als wichtiges Zeichen wertete es Kiesewetter außerdem, dass künftig Reservisten mit Auslandseinsatzerfahrung offiziell den Veteranenstatus erhalten. Damit beginne für die Bundeswehr eine ganz neue Tradition.


Im Dialogforum des Außen- und Sicherheitspolitischen Arbeitskreises der CSU wurde Udo Danke aus Heroldsbach für seine besonderen Verdienste um den Verband der Reservisten mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Danke gehört der Reservistenkameradschaft bereits seit 50 Jahren an, zwölf Jahre davon stand er an der Spitze des Zusammenschlusses.

Zur Berichterstattung des Bayernkurier vom 3. November 2012 gelangen Sie HIER.

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