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Schockbilder auf Zigarettenschachteln: BAT fordert Rechtssicherheit / Bayerische Wirtschaftsministerin Aigner besuchte BAT-Werk in Bayreuth
6. März 2014
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Die Umsetzung der europäischen Tabakproduktrichtlinie bereitet dem Zigarettenhersteller British American Tobacco Klopfzerbrechen. Für den Standort Bayreuth wäre es der Horror, wenn alle 28 EU-Staaten die Richtlinie zu unterschiedlichen Zeiten umsetzen“, sagte Stefan van der Heiden von der BAT am Mittwoch bei einem Unternehmensbesuch der Bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

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Die Mitgliedsstaaten hätten 24 Monate Zeit, um die jüngsten europäischen Beschlüsse zur Tabakrichtlinie in nationales Recht umzusetzen. „Aber auch wir brauchen 24 Monate, um alle Maschinen entsprechend umzustellen“, sagte der BAT-Repräsentant. Die Umstellung sei unter anderem deshalb so schwierig, weil viele Details noch gar nicht geklärt sind und viele Regelungen Interpretationsspielräume offen lassen.
Unter anderem sollen auf allen Zigarettenschachteln künftig sogenannte Schockbilder abgedruckt werden, die 65 Prozent der Vorder- und der Rückseite sowie 50 Prozent der beiden Seitenflächen einnehmen. Bei dem Zigarettenhersteller ist die Angst groß, dass die Regelungen durch die Umsetzung in Deutschland noch weiter verschärft werden könnten. „Es wäre schon gut, wenn Deutschland möglichst schnell für Rechtssicherheit sorgen würde und nicht noch eins oben drauf setzt“, sagte van der Heiden.
Als Beispiel für fehlende Regelungen nannte der Unternehmenssprecher die Platzierung von Schockbildern bei Feinschnittpackungen. Auch die Zukunft der Slim-Zigaretten ist ungewiss, da die Packungen künftig nicht mehr erlaubt sind, die Slim-Zigaretten aber schon. Eine weitere Schwierigkeit ist das geforderte Rückverfolgungssystem „Track and Trace“. In jedem Werk müssten an jeder einzelnen Maschine die Grundlagen dafür gelegt werden, so van der Heiden.
Die Schlacht sei geschlagen, jetzt gehe es an die Umsetzung, sagte Ministerin Aigner. Sie forderte die Verantwortlichen bei British American Tobacco auf, bis April und damit noch vor der Europawahl sämtliche offenen Fragen zusammenzufassen und dem neuen Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt vorzulegen. In Bayreuth werde schließlich nicht nur für den deutschen Markt, sondern auch für viele andere Mitgliedsländer der Europäischen Union produziert, so der Bayreuther CSU-Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk. Auch er forderte die BAT-Vertreter auf, eine verbandsabgestimmte Priorisierung der wichtigsten Punkte vorzulegen.
Insgesamt seien 33 Prozent der Produktion am BAT-Standort Bayreuth für den deutschen Endmarkt bestimmt, sagte Unternehmenssprecherin Anja Chales de Beaulieu. Der Rest verteile sich auf die gesamte Europäische Union, aber auch auf den Nahen und Mittleren Osten. Insgesamt beschäftigt die BAT am Standort Bayreuth aktuell knapp 1400 Menschen, die Zahl der Beschäftigten war damit in den zurückliegenden sechs Jahren um 350 angestiegen. „Die BAT leistet sich den Luxus der Produktion in einem Hochlohnland“, sagte Chales de Beaulieu. Darüber hinaus seien seit 2007 aber auch rund 230 Millionen Euro in den Standort investiert worden, unter anderem in eine Maschine, die es schafft, 20000 Zigaretten pro Minute herzustellen.
Nach den Worten von BAT-Vorstand Hauke Paasch ist das Unternehmen Marktführer in über 50 Ländern der Erde. Die Zahl der im zurückliegenden Jahr weltweit produzierten Zigaretten bezifferte er auf rund 676 Milliarden in über 250 verschiedenen Marken. Als bekannteste in Deutschland gelten Lucky Strike, Pall Mall und HB. Weltweit hat das Unternehmen 56000 Beschäftigte, bundesweit 2200 Beschäftigte. Neben den Produktionsstandort Bayreuth gibt es einen weiteren in Bremen sowie die Hauptverwaltung in Hamburg.

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