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Tag der deutschen Einheit ist Tag der großen Freude
2. Oktober 2014
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Am 3. Oktober feiern wir den 24. Jahrestag der Deutsche Einheit. Es ist ein Tag, der Anlass zu großer Freude gibt. Denn am 3. Oktober 1990 wurde für uns Deutsche der Traum von „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wahr – ein Traum, der weder 1848 noch 1871 in Erfüllung ging und der 1918/19 nur für eine kurze Zeit Wirklichkeit wurde, um dann in der Katastrophe der nationalsozialistischen Machtergreifung zu enden. Nach 1949 lebte nur ein Teil der Deutschen in Freiheit. Doch seit dem 3. Oktober 1990 sind 80 Millionen Deutsche in Einheit, Recht und Freiheit vereint.

Mauerfall und Wiedervereinigung sind Meilensteine eines weltweiten Umbruchs: Sie bedeuten den Sieg der Freiheit über den Staatssozialismus. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Soziale Marktwirtschaft sind seit dem 3. Oktober 1990 die Säulen in allen Teilen unserer vereinten Republik, auf die alle Deutschen stolz sein können.

Den Aufbruch 1989 und 1990 markieren unvergessliche Ereignisse: Die Dramen um die Flüchtlinge in den deutschen Botschaften in Budapest, Warschau und Prag; die Öffnung der ungarischen Grenze; die großen Montagsdemonstrationen in der damaligen DDR; der Fall der Mauer; die ersten wirklich freien Wahlen auf dem Gebiet der DDR seit 1932; das Wiedererstehen alter deutscher Länder; deutsch-deutsche und internationale Verhandlungen über die Einheit Deutschlands – das alles krönte schließlich die bewegende Einheitsfeier vor dem Brandenburger Tor am 3. Oktober 1990.

Die Selbstbefreiung Mittel- und Osteuropas und die Einheit Deutschlands wurden möglich durch den Mut der Menschen in den Staaten des Warschauer Pakts, die sich nicht länger von der Tyrannei des Kommunismus Angst machen ließen. In Polen stellte die vom polnischen Papst Johannes Paul II. inspirierte Arbeiterbewegung Solidarnosc erstmals die menschenverachtende Ideologie in aller Offenheit in Frage. In der Tschechoslowakei stellte man sich vor die Botschaftsflüchtlinge aus der DDR und Vaclav Havel leitete die „Samtene Revolution“ ein. Mit der Entscheidung, die Grenze zu Österreich zu öffnen und Deutsche aus der DDR in die Bundesrepublik reisen zu lassen, brandmarkte die ungarische Regierung den Eisernen Vorhang als „verrostete“, von der Geschichte überholte Grenze im Herzen Europas.

Viele Bürgerinnen und Bürger in der DDR haben in dieser Zeit ihren Weg in die Politik gefunden, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die damals Pressesprecherin des Demokratischen Aufbruchs war und danach stellvertretende Regierungssprecherin in der ersten und gleichzeitig letzten frei gewählten Regierung der DDR unter Ministerpräsidenten Lothar de Maizière wurde.

Mutige Bürgerinnen und Bürger in der DDR, viele verwurzelt in den christlichen Kirchen, forderten auf großen Demonstrationen im Herbst ‘89 Demokratie und Menschenrechte. Sie wussten: das kann gefährlich sein – das Massaker der Kommunisten auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens lag nur Wochen zurück.

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Ihr mutiger Einsatz ist den Dissidenten und Demonstranten gegen das SED-Regime nicht hoch genug anzurechnen. Denn ohne diesen Einsatz wäre der Fall der Mauer nicht möglich geworden. Ihre historische Leistung ist die friedliche Revolution von 1989. Darauf können wir alle in Deutschland nicht minder stolz sein wie auf die Leistung der Nachkriegsgeneration in der Bundesrepublik, auf den Wiederaufbau und das Wirtschaftswunder sowie auf den errungenen Rechtsstaat und die heutige stabile Demokratie.

Am 3. Oktober gedenken wir auch ganz bewusst der zahlreichen Menschen, die die Flucht vor dem SED-Regime antraten und an der innerdeutschen Grenze ihr Leben lassen mussten. Die Gesamtzahl der Opfer konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Das SED-Regime mühte sich nach Kräften, die Zahl der Toten zu verschleiern. Das Schicksal und Leid all der Opfer des SED-Unrechtsstaates darf nicht vergessen werden. Die Erinnerung daran muss auch für die kommenden Genrationen lebendig bleiben – als mahnendes Beispiel wozu eine Abkehr von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit führen kann und wie bedeutsam es ist, Tag täglich für unser demokratisches Wertesystem – für Einigkeit und Recht und Freiheit einzutreten.

Es befremdet mich in diesem Zusammenhang sehr, wenn vor kurzem öffentlich in Frage gestellt wurde, dass die DDR ein Unrechtsstaat gewesen ist und man sich mancherorts anscheinend auch heute noch nicht ernsthaft von den Verbrechen der DDR distanziert. Dies zeigt einmal mehr: Die zeitliche Distanz zur DDR darf nicht zum Vergessen führen. Eine Kultur des Erinnerns an die Verbrechen des DDR-Unrechtsstaates ist wichtig für die demokratische, rechtsstaatliche und freiheitliche Identität unseres Landes.

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Wir feiern heute, was wir vor 24 Jahren erreicht haben: Einigkeit und Recht und Freiheit für unser deutsches Vaterland. Auch 24 Jahre später sollte uns dies mit größter Dankbarkeit erfüllen und uns Mahnung und Auftrag zugleich sein für unsere freiheitliche, demokratische und rechtsstaatliche Grundordnung entschlossen einzutreten! Wir denken am 3. Oktober, unserem Nationalfeiertag, auch an diejenigen deutschen Landsleute, die als Angehörige der deutschen Minderheiten in den Staaten Mittel- und Osteuropas sowie in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion leben und denen wir uns heute und in Zukunft eng verbunden fühlen.

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