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Tage der Chemie: Vom Elfenbeinturm ins Einkaufszentrum – Keine Energiewende ohne chemische Forschung
16. September 2012
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Wie Gummibärchen, Ketchup oder Eis hergestellt werden, wie man mit Licht schreiben kann und warum Luftballons an der Wand kleben bleiben, wenn man sie zuvor in den Haaren reibt: das alles konnten Kinder und Jugendliche zwei Tage lang zwischen Schuhgeschäften, Cafes und Klamottenläden im Bayreuther Rotmaincenter erfahren. Unter dem Motto „Chemie macht Spaß“ haben die Naturwissenschaftler der Universität Bayreuth in der Ladenstraße des Centers Einblicke in die Welt der Forschung zugelassen. „Wir wollen vor allem zeigen, dass Chemie nicht nur Spaß macht, sondern Teil des alltäglichen Lebens ist“, sagte Vizepräsident Professor Hans-Werner Schmidt.


Die Universität Bayreuth ging dabei bewusst neue Wege, um mehr Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern. Raus aus dem Elfenbeinturm der Forschung, rein in das pulsierende Leben der Stadt. Chemie bestimme den Alltag der Menschen, sagte Hochschulsprecher Harald Scholl. Seinen Worten zufolge hatten die Lehrstühle an beiden Tagen jeweils über 50 Experten aus der anorganischen, der makromolekularen und der physikalischen Chemie sowie der Biomaterialien und der Ingenieurwissenschaften aufgeboten, um zu beweisen, das Chemie durchaus auch unterhaltsam sein kann. Die Forschung bestimme schon heute den Alltag und werde ihn in naher Zukunft noch viel mehr bestimmen.


„Wir wollen die Universität in die Stadt bringen und den Menschen zeigen, was in Bayreuth alles gemacht wird“, so Kanzler Dr. Markus Zanner. Viele Produkte unseres Alltags seien in Bayreuth erdacht und entwickelt worden, in vielen Produkten des täglichen Lebens stecke oft auch ein Stück Bayreuth mit drin. „Die Chemie ist ein wichtiger Fels in der Wissenschaftsbrandung“, so der Parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk. Seinen Worten zufolge belege die Universität Bayreuth aufgrund ihrer herausragenden Forschungsmöglichkeiten Spitzenplätze in aller Welt. Sie sei deshalb vom Wirtschaftsstandort Oberfranken nicht mehr wegzudenken. Auch die Forscher der Universität seien weltweit gefragt, wie Koschyk am Beispiel von Professor Stefan Förster deutlich machte. Förster, Lehrstuhlinhaber für Physikalische Chemie, wurde heuer mit dem „Advanced Grands Preis“ des europäischen Forschungsrates für seine zukunftsweisenden Forschungsergebnisse ausgezeichnet.


Ohne den Innovationsmotor Chemie seien die Herausforderungen der Zukunft wie etwa die Energiewende nicht zu lösen, sagte Vizepräsident Schmidt. Ohne Chemie gäbe es heute keinen Computer und ohne Computer werde es morgen keine energiesparende Leichtbauweise geben. Nicht zuletzt ging es der Universität auch darum, die Aufmerksamkeit aller Schüler auf die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu lenken. Die chemische Industrie beschäftige in Deutschland rund 500000 Menschen, in Zeiten des Fachkräftemangels werde sich der Nachwuchs nicht von selbst einstellen, wenn nicht jetzt schon in den Schulen offensiv dafür geworben werden.


Die Universität Bayreuth bietet mit drei Lehrstühlen für anorganische Chemie, je zwei Lehrstühlen der makromolekularen und der physikalischen Chemie sowie einzelnen Lehrstühlen für Biochemie, bioorganische Chemie, Biopolymere und Didaktik der Chemie ein vielfältiges Angebot der Forschung und Lehre.

Weitere Bilder vom Tag der Chemie im Rotmaincenter Bayreuth finden Sie HIER.

 

Video der Universität Bayreuth

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