Allgemein Für Deutschland
Unüberwindbar? Vom Umgang mit der Teilung in Korea
20. Oktober 2009
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Podiumsgespräch in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Korea

Podium klein

Im Herbst 2009 wird in Deutschland und Europa an den Sturz der kommunistischen Diktaturen und die Überwindung der deutschen und europäischen Teilung mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Ausstellungen und Konferenzen erinnert. In Korea hingegen ist die Teilung des Landes als Ergebnis des Korea-Krieges seit Jahrzehnten zementiert. Seit dem 27. Juli 1953 bestätigte ein Waffenstillstandsabkommen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen dem kommunistischen Norden und dem seit Ende der 80er Jahre demokratischen Süden. Eine vier Kilometer breite „entmilitarisierte Zone“ entlang der Grenze manifestiert die scheinbar unüberwindbare Teilung.
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatte gemeinsam mit der Botschaft der Republik Korea zu einer Veranstaltung eingeladen, in der mit einer Podiumsdiskussion der Blick über den europäischen Tellerrand gewagt und die Situation auf der koreanischen Halbinsel thematisiert wurde. Im Zentrum stand der aktuelle Umgang mit der koreanischen Teilungsgeschichte sowie die wechselseitigen Beziehungen von Süd-und Nordkorea: Wie nehmen sich beide Staaten wechselseitig wahr? Wie werden die Menschenrechtsverletzungen und die Situation im kommunistischen Norden in Südkorea thematisiert? Welche Rolle spielen die Flüchtlinge aus Nordkorea? Welche Bedeutung besitzt der Korea-Krieg heutzutage in der öffentlichen Wahrnehmung? Existieren Planungen zur Überwindung der Teilung und wenn ja, welche? Bevor diese Fragen diskutiert wurden, hatte, nach einer Einleitung durch den Vorsitzenden der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag und Präsidenten der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft, Hartmut Koschyk MdB, in welcher dieser auf die enge Verbundenheit der koreanischen und der deutschen Teilungsgeschichte verwies und die besondere Verantwortung Deutschlands betonte einen Beitrag zu Überwindung der koreanischen Teilung zu leisten, der Repräsentant der Hanns-Seidel-Stiftung in Seoul, Dr. Bernhard Seliger, Impressionen aus Nordkorea gezeigt. Das Publikum war von den Bilddokumenten aus diesem isolierten Land tief beeindruckt, besonders da diese die Alltagswelt der nordkoreanischen Bevölkerung jenseits der inszenierten Propagandabilder zeigten, welche das nordkoreanische Regime zur Selbstdarstellung nutzt.An der Podiumsdiskussion nahmen Hartmut Koschyk MdB,  Kim Young-Il, Leiter PSCORE Seoul, Dr. Bernhard Seliger, Direktor der Hanns-Seidel-Stiftung Seoul und Dr. des. You Jae Lee, Universität Bonn, Abt. Japanologie u. Koreanistik, teil. Kim Young-il berichtete von seiner Flucht aus Nordkorea und seinem schwierigen Eingewöhnungsprozess im Süden des Landes. Hartmut Koschyk und Bernhard Seliger konnten auf der Basis von zahlreichen Besuchen in Nordkorea den Gästen viele Eindrücke aus erster Hand vermitteln, was sehr dankbar aufgenommen wurde. You Jae Lee ergänzte die Diskussion durch Einblicke in seine Forschung über Nordkorea und eine Auseinandersetzung über die Probleme der Befassung mit einem Land, das zu bereisen ihm nicht möglich ist.

Sie haben die Möglichkeit sich einen Mitschnitt der einzelnen Beiträge auf der Internetseite der Stiftung Aufarbeitung anzuhören.

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