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Vergleichbare Probleme und Herausforderungen / Repräsentanten der „Stiftung für die Entwicklung Schlesiens“ besuchten Oberfranken
12. April 2012
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Die Probleme sind nahezu identisch: Demographischer Wandel, Geburtenrückgang, Überalterung der Gesellschaft und ein daraus resultierender Fachkräftemangel. Die polnische Woiwodschaft Oppeln zwischen Breslau und Kattowitz und der Regierungsbezirk Oberfranken sind nicht nur von der Einwohnerzahl her vergleichbar, beide Verwaltungsregionen haben auch dieselben Herausforderungen.

Schlesienstiftung-IZu einem Meinungsaustausch trafen sich in Bayreuth: Staatssekretär Hartmut Koschyk (rechts), Helena Lellek und Arnold Czech von der „Stiftung für die Entwicklung Schlesiens“.

Repräsentanten der in Oppeln ansässigen „Stiftung für die Entwicklung Schlesiens“ haben deshalb am Donnerstag die Handwerkskammer für Oberfranken und die Landwirtschaftlichen Lehranstalten des Bezirks Oberfranken besucht, um Möglichkeiten einer künftigen Zusammenarbeit zu besprechen. Bei einem Treffen mit dem Parlamentarischen Finanzstaatssekretär und Bayreuther Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk stellten der Vorsitzende Arnold Czech und seine Mitarbeiterin Helena Lellek die Stiftung vor. Beide gingen dabei auch auf die deutsche Minderheit in Oppeln ein, die während der zurückliegenden zwei Jahrzehnte zu großen Teilen das Land verlassen hatte.
„Kleine und mittlere Unternehmen haben jetzt schon Probleme, freie Stellen zu besetzen“, sagte Czech. Oberstes Ziel sei es deshalb die Lebensbedingungen zu halten, damit junge Leute in der Region bleiben. Aufgrund der großen Auswanderungswellen der zurückliegenden Jahrzehnte machten sich derzeit bereits die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar.
Als erste Reaktion auf die aktuelle Entwicklung sollen die europäischen Förderungsprogramme deshalb in Zukunft auf soziale Dienstleistungen anstatt wie in der Vergangenheit auf Tourismus ausgerichtet werden. In der Woiwodschaft Oppeln leben bei insgesamt rund einer Million Einwohnern derzeit noch rund 150000 bis 180000 deutschstämmige Menschen.
Koschyk sagte bei dem Treffen den Stiftungsrepräsentanten seine Unterstützung zu und begrüßte die sich anbahnende Zusammenarbeit zwischen den beiden vergleichbaren Regionen. Schon in der Vergangenheit sei die Stiftung in besonderer Weise durch das Bundesinnenministerium gefördert worden. Nun gelte es gemeinsam die Wirtschafts- und Lebensbedingungen zum Wohl beider Seiten weiter zu verbessern.
Die „Stiftung für die Entwicklung Schlesiens“ wurde 1992 gegründet. Sie kümmert sich vor allem um die Förderung des Mittelstandes und der Landwirtschaft durch zinsverbilligte Darlehen, Kurse und Schulungen sowie eine Verbesserung der Infrastruktur. Das Finanzvolumen der Stiftung liegt bei rund 30 Millionen Euro. Die Höhe der vermittelten Darlehen und Kredite bezifferte Stiftungsvorsitzender Czech auf zuletzt zehn Millionen Euro pro Jahr. Die Stiftung beschäftigt 28 Mitarbeiter.

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