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Von der Afrika-Forschung bis zur Landesgeschichte / Antrittsbesuch des neuen Bildungsstaatssekretärs Stefan Müller an der Uni Bayreuth
7. März 2014
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Die Universitäten Bamberg und Bayreuth wollen auf Schloss Thurnau ein Institut für Fränkische Landesgeschichte einrichten. Ziel soll nicht nur ein Wissenschaftsinstitut sein, sagte Universitätspräsident Stefan Leible beim Antrittsbesuch des Parlamentarischen Bildungsstaatssekretärs Stefan Müller aus Erlangen. Vielmehr strebe man an, Teile der Lehrerfortbildung für Franken vom schwäbischen Dillingen auszugliedern und nach Thurnau zu verlager.

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Kanzler Markus Zanner, Universitätspräsident Stefan Leible, der Parlamentarische Bildungsstaatssekretär Stefan Müller und der Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk (von links).

Damit würde das neue Institut einen ganzheitlichen Ansatz erfüllen, sagte Leible. Auch Museumspädagogen sollen in die Arbeit des Instituts eingebunden werden. Für Schloss Thurnau wäre eine derartige Ansiedlung ein weiterer bedeutender Schritt, und auch der Markt Thurnau würde davon profitieren, zumal die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden sei. Geeignete Räumlichkeiten biete der Nordflügel des Schlosses. Ein Förderantrag bei der Oberfrankenstiftung zur Anschubfinanzierung des Instituts sei bereits gestellt.
Denkbar für Thurnau wäre auch ein weiteres Vorhaben, dass die Universitätsleitung zusammen mit Bildungsstaatssekretär Müller und dem Bayreuther Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk besprochen hatte. Dabei handelt es sich um die Verwirklichung des Stiftungslehrstuhls für Integrationsforschung, der bereits 1998 geplant war, damals aber aufgrund der politischen Veränderungen nach der Bundestagswahl nicht verwirklicht und stattdessen auf Eis gelegt wurde.
Eine solche Professur wäre eng verbunden mit der Außenstelle des Bundesarchivs in Bayreuth, in dem alle Lastenausgleichsakten archiviert werden. Diese Akten dokumentierten die gesamte wirtschafts- und sozialgeschichtliche Bilanz der Vertreibung, sagte Koschyk. Derzeit lägen diese Quellen in ihrer Gesamtheit brach. Es finde keinerlei systematische wissenschaftliche Bearbeitung statt.
Um ein ganz anderes Forschungsgebiet geht es bei der Errichtung des Bayerischen Instituts für Afrikaforschung, das als Kooperationsprojekt der Universitäten Bayreuth und Würzburg, der Technischen Hochschule Ingolstadt und der Hochschule Neu-Ulm erst vor wenigen Wochen an den Start gegangen war. „Wir wollen damit die Afrikaforschung in Bayern bündeln und gleichzeitig das im Freistaat vorhandene Know-how an Politik und Wirtschaft vermitteln“, sagte Universitätspräsident Leible.
Beim Bayerischen Forschungsinstitut für Afrikastudien, kurz BRIAS, soll es auch darum gehen, gemeinsam mit Partnern in Afrika neue Forschungsideen zu entwickeln und umzusetzen und so den wissenschaftlichen Austausch voranzutreiben. Das Profil von BRIAS eröffne dabei spannende Perspektiven für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, bis hin zu neuen Kontakten zwischen den Ingenieur- und den Kulturwissenschaften, so Universitätspräsident Leible. Schon heute sei deutlich erkennbar, dass Afrika ein aufstrebender Kontinent ist. Kooperationen in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur würden daher künftig an Bedeutung gewinnen.
In diesen Kontext passt es auch der Umzug des Iwalewa-Hauses von seinem bisherigen Standort in der Bayreuther Münzgasse in das bisherige Gebäude der Forstdirektion. Damit rückt das Zentrum für afrikanische Kunst mit seiner derzeit bedeutendsten Sammlung afrikanischer Kunst in Deutschland nach den Worten des Präsidenten mehr in die öffentliche Wahrnehmung. In den bisherigen Räumen des Iwalewa-Hauses wird in den kommenden Jahren ein jüdisches Kunst- und Kulturzentrum entstehen.
Die Universität Bayreuth gilt mit 224 Professoren 1185 wissenschaftlichen und 889 nicht-wissenschaftlichen Mitarbeitern als größter Arbeitgeber vor Ort. Zu Beginn des Wintersemesters 2013/2014 wurde erstmals die Marke von 13000 Studierenden überschritten. Universitätspräsident Leible rechnet bis zum kommenden Jahr mit einem weiteren Anstieg. „Danach wird es wieder moderat nach unten gehen.“

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