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Vorbildfunktion in Sachen Völkerverständigung / Am 17. Bayreuther Osterfestival nehmen über 80 junge Musiker aus 26 Ländern teil
21. April 2011
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Osterfestival

Zum Auftakt des 17. Bayreuther Osterfestivals konnte der Parlamentarische Staatssekretär Hartmut Koschyk fünf Musiker aus Nordkorea in Bayreuth begrüßen. Sie werden im Symphonieorchester unter der Leitung des spanischen Dirigenten unter anderem Werke von Richard Wagner und Franz Liszt einstudieren.

Bayreuth – Über 80 junge Musiker aus 26 Nationen nehmen in diesem Jahr am 17. Bayreuther Osterfestival teil. Neben den Mittel- und Südamerikanischen Ländern sowie dem fernem Osten sind diesmal auch wieder vier Streicher aus Nordkorea vertreten, sagte Intendant Ulrich S. Schubert zum Auftakt des Festivals am Donnerstag in Bayreuth. Das Osterfestival dauert bis zum 1. Mai, allein in Bayreuth gibt es 13 Veranstaltungen.
Im Zentrum steht dabei das große Orchesterkonzert, das wegen der Renovierung des Markgräflichen Opernhauses heuer erstmals in der Ordenskirche St. Georgen stattfindet. Nach dem Konzert geht das Symphonieorchester unter dem renommierten spanischen Dirigenten Miguel Gomez-Martinez auf eine kleine Tournee, die den Klangkörper unter anderem nach Weiden in die Max-Reger-Halle (25. April), ins Rosenthal-Theater nach Selb (26. April) sowie ins Volkshaus Jena (28. April) führen wird. Auf dem Programm steht die „Tannhäuser“-Ouvertüre von Richard Wagner, Franz Liszts 1. Klavierkonzert mit Liszt-Preisträger Oleksandr Poliykov als Solisten sowie Robert Schumanns 4. Symphonie.
Zum 10. Jahrestag der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Nordkorea fungiere das Festival dabei auch als eine Art Eisbrecher, sagte der Parlamentarische Finanzstaatssekretär und Bayreuther Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk. Er hatte unter anderem dafür gesorgt, dass die Teilnahme der vier jungen Musiker Rim Hyang Gum, Kim Il Hyang, Kim Song Guk und Ri Chol Hyon mit Hilfe des Auswärtigen Amtes und des Goethe-Instituts überhaupt erst möglich wurde. Begleitet werden die vier von Hong Song Hwa, der eine enge Beziehung zu Deutschland hat und vor der Wende in Leipzig sein Musikstudium absolvierte. Gerade die Bundesrepublik, die vor gut 20 Jahren die Teilung überwunden hatte, könnte für das noch immer geteilte Korea eine Vorbildfunktion übernehmen, sagte Koschyk. Das Bayreuther Osterfestival, das sich in seiner Satzung ausdrücklich das Ziel der Völkerverständigung auferlegt habe, sollte dabei einen wichtigen Beitrag leisten.

Osterfestival

Sponsoren und Veranstalter trafen sich zum Auftakt des 17. Bayreuther Osterfestivals am Donnerstag in Bayreuth. Bis zum 1. Mai finden insgesamt 13 Konzerte sowie eine Tournee nach Selb, Weiden und Jena statt.

Schon jetzt seien die insgesamt zehn Dozenten renommierter deutscher Orchester beeindruckt von der hohen musikalischen Qualität der Gäste aus Nordkorea. Sie sitzen Pult an Pult mit erfolgversprechenden Nachwuchskünstlern aus Südkorea, aber auch aus Japan, Taiwan, Argentinien, Peru und Chile. Sogar einer jungen Musikerin aus dem Iran habe die Mitwirkung ermöglicht werden können.
Als weitere Höhepunkte des Osterfestivals nannten die Veranstalter eine Matinee mit Martina Trumpp (Violine) und Clemens Teufel (Klavier) am Ostermontag um 11 Uhr im Bayreuther Kunstmuseum und eine Festival-Soiree am Samstag, 30 April, 20 Uhr ebenfalls im Kunstmuseum mit dem Preisträger des Liszt-Klavierwettbewerbs Oleksandr Poliykov. Ebenfalls am Samstag, 30. April um 21 Uhr gibt es eine Jazz-Night im Audi-Zentrum und einen Jazz-Brunch am Sonntag, 1. Mai um 11 Uhr im Bayreuther Volkswagenzentrum.
Das Osterfestival sei längst eine verlässliche Größe im kulturellen Jahreskalender der Stadt Bayreuth und ergänze das Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag von Franz Liszt in ausgezeichneter Art und Weise, sagte der Bayreuther Oberbürgermeister Michael Hohl. Zusammen mit den anderen Musikfestivals, wie den Richard-Wagner-Festspielen, dem Festival Junger Künstler oder dem Deutsch-Französischen Forum werde der Status Bayreuths als internationale Kulturstadt hervorragend mit Leben gefüllt.
Hinter dem Osterfestival steckt die Internationale Junge Orchesterakademie, die seit ihrer Gründung 1994 bereits über 360 Konzerte zu Gunsten schwerkranker Kinder in Deutschland und zahlreichen weiteren europäischen Ländern veranstaltet hat. 16 CD- und zwei DVD-Veröffentlichungen dokumentieren das hohe künstlerische Niveau der Einrichtung, rund 800000 Euro seien seit der Gründung an Einrichtungen, die sich um schwerkranke, vornehmlich krebskranke Kinder kümmern, überwiesen worden. Möglich machen dies eine Reihe von Sponsoren, darunter die VR-Bank Bayreuth, die Motor-Nützel-Gruppe, das Arvena-Hotel in Bayreuth und die örtlichen Rotary-Clubs.

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