Allgemein
Vortragsveranstaltung zum Thema „Alexander von Humboldt, Kuba und die Sklaverei“ im IWALEWA-Haus
24. November 2017
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Hartmut Koschyk zusammen mit Dr. Tobias Kraft

Dem Initiator des Alexander von Humboldt-Kulturforums Schloss Goldkronach e. V., Hartmut Koschyk, war es gelungen, einen der profundesten Kenner der Thematik nach Bayreuth einzuladen. Dr. Tobias Kraft, seit 2015 Arbeitsstellenleiter im Akademievorhaben „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ an der Berlin-Brandneburgischen Akademie der Wissenschaften, war aus Berlin angereist, um den interessierten Zuhörern höchst interessante Einblicke in die Arbeit der Akademie zu gewähren, aber auch über Humboldts Besuche in Kuba beziehungsweise der ganzen Karibik zu referieren.

Alexander von Humboldt bereiste schon sehr früh in seinem Leben die Karibik, nämlich in den Jahren 1801 und 1804 und fertigte daraus resultierend im Jahr 1826 das umfangreiche Essay „L´île de Cuba“ über seine Eindrücke, worin er sich äußerst kritisch mit der Sklaverei und dem Sklavenhandel auseinandersetzte. Das war natürlich im 19. Jahrhundert ein höchst brisantes Thema, waren doch alle Kolonialmächte  darin verwickelt, wie z. B. Frankreich, England, Spanien oder Dänemark, obgleich zu dieser Zeit die Sklaverei bereits verboten war. Humboldt wandte sich energisch gegen die menschenunwürdigen Lebensumstände der Sklaven und protestierte dagegen, dass diese dazu benutzt wurden, um das Handelsvolumen der Kolonialstaaten, die er als grausam und inhuman bezeichnete, zu erhöhen und deren Gewinne ohne Rücksicht auf Verluste zu steigern. Mit der Sklaverei einher ging auch ein Monokulturanbau – wie z. B. Beim Zuckerrohr – den Humboldt aus wissenschaftlicherÜberzeugung ebenfalls verteufelte.

Da nimmt es nicht Wunder, dass Alexander von Humboldt im Jahr 1856 (als er bereits 87 Jahre alt war) eine Protestnote in Berlin veröffentlichte. Was war geschehen? John S. Thrasher hatte sein Essay „L´ île de Cuba“ ins Englische übersetzt und schlichtweg die verfänglichen Passagen des 7. Artikels, in dem es um die Sklaverei geht, mutwillig unterschlagen. In Deutschland wurde dies zwar kaum beachtet, wohl aber in Amerika, das sich gerade im Wahlkampf befand und die dortigen Kandidaten versuchten, jeder auf seine Weise Kapital aus der Veröffentlichung zu schlagen.

Humboldt zeigte sich also auch seiner Reise in die Karibik so, wie man es von ihm gewohnt ist: sozial, kritisch und mit großem weltpolitischen Verständnis.

Nach seinen interessanten Ausführungen zu Humboldt und der Sklaverei gab Dr. Tobias Kraft noch einen Einblick in die Arbeitsweise der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und stellte die „edition humboldt digital“ in kurzen Zügen vor. Es ist ja schier unvorstellbar, welchen Schatz an Wissen Humboldt hinterlassen hat: da gibt es unzählige handschriftliche Dokumente, Tagebücher,  Briefe, Niederschriften, Skizzen, Zeichnungen, oft nur Zettel oder Papierschnipsel, die sich auf mindestens 40.000 Blätter summieren. Dies alles ist in den Besitz des deutschen Staates übergegangen und hat Stellen geschaffen, die sich mit dem Erhalt dieser Dokumente und mittlerweile vor allem auch mit der Digitalisierung der Schriften über die buchform hinaus beschäftigt.

Dr. Tobias Kraft stellte die „edition humboldt digital“ vor, in dessen digitalem Archiv unter www.edition-humboldt.de Interessierte Zugriff auf zahlreiche Dokumente rund um das Leben des Universalgelehrten Alexander von Humboldt haben.

Wahrlich eine unschätzbare Arbeit, die der Nachwelt die Genialität des Universalgelehrten Alexander von Humboldt für die Ewigkeit erhält.

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Sebastian Machnitzke

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